Continental Cup: Team Deutschland verpasst Olympia-Ticket - 0:2 Niederlage gegen Schweiz

Foto FIVB Foto FIVB Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) startet bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) mit drei Beach-Volleyball Teams. Im Halbfinale des Continental Cups in Den Haag verlor Team Deutschland beide Spiele gegen die Schweiz und hat damit keine Chance mehr auf ein viertes Olympia-Ticket.

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+++ Tickettraum geplatzt +++

Spiel 1: Walkenhorst/Winter vs. Krattiger/Breer 0:2 (18-21, 19-21)

Spiel 2: Ehlers/Flüggen vs. Heidrich/Gerson 0:2 (13-21, 17-21)

Nach der Niederlage von Alexander Walkenhorst/Sven Winter zu Beginn des Tages, bei der sie nur knapp an einem Tiebreak vorbeischrammten, brauchten Nils Ehlers/Lars Flüggen in Spiel zwei unbedingt einen Sieg, um das Golden Match erzwingen zu können.

Dabei starteten sie erneut mit einem Satzverlust gegen starke Schweizer in die Partie. Nach dem Rückstand war es im zweiten Durchgang ein zusehends nervöseres Abtasten. Beide Seiten machten etliche Fehler und sorgten so für eine enge Partie (14:14).

Entscheidend war am Ende der Aufschlagdruck der Schweizer. Aus einem 14:15-Rückstand machten sie eine 17:15 Führung und zogen weiter bis auf 20:16 davon. Schlussendlich nutzten sie ihren zweiten Matchball aus dem ersten Side-Out heraus und konnten den Einzug ins Finale perfekt machen.

Auf der anderen Seite verpasste Deutschland mit der Niederlage zum zweiten Mal in Folge die Olympia-Teilnahme mit der maximalen Anzahl von vier Beach-Volleyball Teams.

DVV Beach-Volleyball Sportdirektor Niclas Hildebrand sagt zum Aus: „Leider haben es Lars Flüggen und Nils Ehlers heute im Halbfinale gegen die Schweiz nicht geschafft, ihre Höchstleistung abzurufen. Sowohl physisch als auch mental hätte es aber das Maximum gebraucht, um den Finaleinzug perfekt zu machen. Unser Ziel, mit vier Teams bei den Olympischen Spielen anzutreten, haben wir damit leider verpasst. Unser Fokus liegt jetzt auf der erfolgreichen Teilnahme in Tokio", sagt er und blickt voraus:

"Danach gilt es, die Situation, unter Berücksichtigung der Umstände der letzten eineinhalb Jahre, genau zu analysieren und auf dem Weg nach Paris 2024 mögliche Anpassungen vorzunehmen. Bei Alexander Walkenhorst, Sven Winter und Coach Thomas Kaczmarek möchte ich mich bedanken, dass sie so kurzfristig eingesprungen sind, um das letzte Olympia-Ticket mit nach Deutschland zu holen.“

+++ Ehlers/Flüggen entscheiden Golden Match nach Rückstand für sich  +++

Golden Match

Ehlers/Flüggen vs.Menéndez/Huerta A. 2:1 (17-21, 21-18, 15-12) | Match Center

Bereits zum zweiten Mal in Folge musste das Golden Match über das deutsche Weiterkommen entscheiden. Und erneut starteten Nils Ehlers/Lars Flüggen nicht optimal ins Match. Zu viele Eigenfehler und ein schlechtes Side-Out machten es den Spaniern überraschend leicht. Ganz anders dann das Bild in Satz zwei.

Bis zum Stand von 14:13 aus deutscher Sicht waren beide Teams auf Augenhöhe. Ein Ass von Ehlers sorgte für das ersehnte Break, während Flüggen in den darauffolgenden Momenten die Angriffe der Spanier immer wieder abfing und das Nationalteam vom Hamburger SV bis auf 18:14 davonziehen konnte - die Vorentscheidung

Im Tiebreak war es dann Ehlers, der am Netz den Unterschied ausmachte. Gleich vier Blocks, darunter zwei Stück in Folge zum 11:6, landete er im dritten Satz und stieß die Tür für das Halbfinale weit auf. Befreit vom Druck kam das spanische Duo zwar mit zwei Assen in Folge noch einmal auf 12:11 heran, doch ein Fehlaufschlag und erneut Ehlers im Block machten drei Matchbälle perfekt. 

Nummer zwei nutzten Ehlers/Flüggen schließlich aus dem eigenen Sideout heraus. Nach guter Annahme schlug Ehlers im Angriff den spanischen Block an und buchte das Halbfinale für Team Deutschland. Gegner ist dort am Freitag die Schweiz.

Spiel 2

Walkenhorst/Winter vs. Menéndez/Huerta A. 0:2 (9-21, 17-21) | Match Center

Erneut geht es für Team Deutschland ins Golden Match. Walkenhorst/Winter fassen im ersten Satz kaum Fuß und machen lediglich neun eigene Punkte. Auch im zweiten Satz kein viel besseres Bild. Walkenhorst/Winter kommen erneut schlecht in den Satz und liegen früh deutlich im Hintertreffen. Beim Stand von 15-7 für die Spanier startet das deutsche Duo nochmals die Aufholjagd und verkürzt auf 17-20. Den dritten Match Ball nutzen die Spanier dann aber, um das Golden Match zu sichern.

Spiel 1

Ehlers/Flüggen vs. Huerta P./Monfort 2:0 (21-13, 21-15) | Match Center

Guter Start für Team Deutschland ins Viertelfinale des Continental Cups. Auf dem letztmöglichen Weg in Richtung Olympia 2021 gewinnen Ehlers/Flüggen das erste Spiel der Best-of-Three Serie des Viertelfinals. Walkenhorst/Winter können dann ab 14:30 Uhr das Ticket für das Halbfinale klar machen. 

Deutschland im Viertelfinale dank Zitter-Sieg im Golden Match

Es sah vielversprechend aus zu Beginn des Nachmittags am Strand von Den Haag. Ehlers/Flüggen kamen gut in den ersten Satz und gingen mit 1:0 in Führung. Im zweiten Satz brachten die beiden Litauer die Deutschen dann aus dem Rhytmus. Mit einem ungewöhnlichen frechen Spielstil und viel Wind, der die Deutschen aus dem Takt brachte, gewannen die Litauer den zweiten Satz knapp für sich. Im dritten Satz dann ein ähnliches Bild. Den Litauern gelang alles und Ehlers/Flüggen blieben weiterhin verunsichert und ungenau. Schlussfolgerung ist der Match-Verlust für Ehlers/Flüggen.

Walkenhorst/Winter waren somit unter Druck, ihr Spiel im Achtelfinale zu gewinnen, damit Deutschland nicht direkt die Heimreise antreten musste. Das Duo wackelte aber nicht und machte kurzen Prozess mit Team 1 aus Litauen Vasiljev/Juchnevic. Damit stand es nach Spiele 1:1 und kam zum Golden Match. 

Sowohl Deutschland als auch Litauen stellten dieselben Teams auf, weshalb es zum Re-Match der ersten Partie kam: Ehlers/Flüggen erneut gegen Knasas/Stankevicius. Hier zeigte sich ein ähnliches Bild wie im ersten Spiel. Ehlers/Flüggen starteten souverän in den ersten Satz und gewannen ihn verdient mit 21-16. Im zweiten Satz dann erneut die Unsicherheiten beim deutschen Duo. Die Litauer spielten groß auf und gewannen wiederum Satz zwei. Der dritte Satz dann eine Achterbahn der Gefühle: Die Litauer zogen früh mit 7-3 davon. Ehlers/Flüggen kämpften sich wieder heran und machten den Punkt zum 7-8 aus deutscher Sicht. Ab diesem Zeitpunkt führten die Litauer dann mit zwei Punkten und beim Stand von 14-12 hatten sie bei eigenem Aufschlag Matchball. In einem Nervenkrieg sicherten sich Ehlers/Flüggen das Side-Out und anschließend zwei wichtige Breaks zum 15-14 aus deutscher Sicht. Nach einem Side-Out für Litauen und zwei wilden Ballwechseln, die Ehlers/Flüggen gewannen, sicherte sich Team Deutschland den Einzug ins Viertelfinale.

Gegner in der nächsten Runde ist Spanien, die sich über das Golden Match gegen Tschechien im Achtelfinale durchgesetzt haben. 

Golden Match: Ehlers/Flüggen vs. Knasas/Stankevicius (LTU) | 2:1 (21-16, 15-21, 17-15) | Match Center

Ehlers/Flüggen vs. Knasas/Stankevicius (LTU) | 1:2 (21-13, 19-21, 10-15) | Match Center

Walkenhorst/Winter vs. Vasiljev/Juchnevicm (LTU) | 2:0 (21-12, 21-10) | Match Center

+++ So funktioniert der Modus +++

Im Gegensatz zu den gängigen „Jeder gegen Jeden“ Formaten treten beim Continental Cup alle nationalen Duos als ein Team an und messen sich im Stil von „Best-of-Three“ mit den gegnerischen Nationen. So werden pro Duell immer mindestens zwei Matches ausgetragen.

Zum Beispiel:

Spiel Nr. 1: (höher gesetztes) Team1 gegen (niedriger gesetztes) Team2
Spiel Nr. 2: (höher gesetztes) Team2 gegen (niedriger gesetztes) Team1

Gibt es nach zwei Spielen einen Gleichstand kommt es zu einem „Golden Match“. Hierbei kann jede Nation in beliebiger Kombination seiner Teams antreten. Gespielt wird in drei Runden im K.o.-System und ohne Gruppenphase.

Grafik CEV Grafik CEV

+++ Ehers/Flüggen und Walkenhorst/Winter starten für Deutschland +++

In der vergangenen Woche hat der Deutsche Volleyball-Verband seine Teams nominiert, mit denen er bei den Männern den letzten Quoten-Platz für Deutschland erspielen möchte. An den Start gehen Nils Ehlers/Lars Flüggen sowie Alexander Walkenhorst//Sven Winter.

Pro Nation können insgesamt vier Beach-Volleyball Duos (2x Frauen, 2x Männer) an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Da der DVV bei den Frauen bereits beide Olympia-Startplätze ausschöpft, nimmt er sein Startrecht beim Continental Cup nicht wahr.

+++ Erklärung Continental Cup +++

Der Continental Cup ist die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele. Jeder der kontinentalen Verbände aus AVC (Asien), CAVB (Afrika), CEV (Europa), CSV (Südamerika) sowie NORCECA (Nord- und Mittelamerika) vergibt über die Continental Cups pro Geschlecht jeweils einen Nationen-Spot für Olympia. An der europäischen Finalrunde in Den Haag nehmen insgesamt 16 Nationen teil.

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