Sitzvolleyball-WM: Deutsche Teams klettern in der Weltrangliste

Bild: Deutsche Sitzvolleyball Nationalmannschaften Bild: Deutsche Sitzvolleyball Nationalmannschaften Mit Platz fünf und sechs haben die deutschen Sitzvolleyball-Nationalmannschaften die WM in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) zwar ohne Medaille beendet, sich aber wie erhofft in der Weltrangliste um einige wichtige Plätze verbessern können. Im nächsten Jahr soll die Paralympics-Qualifikation gelingen.

Spiel-Ergebnisse Sitzvolleyball-WM

„Mit Platz fünf sind wir sehr zufrieden“, bilanzierte Bundestrainer Michael Merten. „Es überwiegt das positive Gefühl. Gerade in den beiden Platzierungsspielen am Ende haben wir sehr gute Leistungen gezeigt. Dass wir uns im engen Match gegen Kasachstan behaupten konnten, tat gut für die Seele. Auch wenn ein kleiner Wermutstropfen hängen bleibt und wir natürlich auch eine große Chance liegengelassen haben.“

Nach zwei überzeugenden Gruppen-Siegen gegen Kanada und Polen und einer knappen Niederlage gegen Brasilien waren die deutschen Männer als Gruppenzweiter zuvor ins Achtelfinale eingezogen. Dort folgte der glatte 3:0-Erfolg gegen die Niederlande, der die Hoffnungen auf einen Platz auf dem Siegertreppchen schürte. Insgeheim hatten Merten und sein Team im Vorfeld in Richtung Medaillen geschielt. Doch für die Sitzvolleyballer platzte der große Traum im Viertelfinale. Wie bereits bei den Paralympics in Tokio gut einem Jahr zog Deutschland erneut gegen Ägypten den Kürzeren. „Unterm Strich war das eine verdiente Niederlage“, konstatierte Merten – aber eine, die den Bundestrainer mächtig wurmte. „Mit einer super Leistung gegen Ägypten im Viertelfinale wäre mehr drin gewesen. Wir hätten ein, zwei Plätze weiter vorne landen können. Aber die Ägypter haben gegen uns sehr gut gespielt, eigentlich genauso wie erwartet. Wir waren top vorbereitet und nach unserem Satzgewinn dachten wir auch, dass wir sie diesmal packen. Allerdings hat sich Ägypten vom zweiten Satz erholt, im dritten wieder frisch aufgespielt und die beiden letzten Durchgänge klar dominiert.“

Dass die Ägypter wie einige andere Teams inzwischen unter profiähnlichen Bedingungen trainieren, soll keine Entschuldigung für die Niederlage sein, sondern vielmehr Ansporn. „Wir treffen auf Teams mit deutlich höherer Trainingsintensität, nichtsdestotrotz haben wir nicht so gut gespielt, wie wir können. Sowohl gegen Brasilien als auch gegen Ägypten nicht“, sagte Merten. „Was in diesen Duellen nicht geklappt hat, müssen wir genau analysieren, damit uns das bei den nächsten Turnieren nicht wieder passiert. Wir haben eine starke WM gespielt, aber wir glauben, dass wir noch besser sein können.“

Weltmeister Iran, der im Finale Gastgeber Bosnien und Herzegowina mit 3:0 bezwang und sich damit für die Paralympics in Paris 2024 qualifizierte, könne derzeit niemand wirklich das Wasser reichen. Aber gegen die meisten anderen Mannschaften habe Deutschland mit einer Top-Leistung seine Chancen.  Die Entwicklung sei positiv, betonte der Trainer: „Wir haben uns gegenüber der letzten WM und Platz zehn deutlich verbessert und unser Ziel, in der Weltrangliste Plätze gutzumachen, zu hundert Prozent erreicht.“ Denn die deutschen Männer – vor der WM noch Achter – rücken auf Platz fünf vor. Im kommenden Jahr nimmt Deutschland einen neuen Anlauf, um sich das Ticket für Paris zu sichern. Bei den Europameisterschaften in Italien im Oktober gibt es eine neue Gelegenheit.

Frauen verbessern sich auf Rang neun

Gleiches gilt für das deutsche Frauenteam von Bundestrainer Christoph Herzog, das sich trotz arger Personalengpässe ebenfalls bis ins Viertelfinale kämpfte. Nach drei Niederlagen in der Vorrunde gegen Finnland, Italien und den späteren Weltmeister Brasilien meldete sich Deutschland im Achtelfinale mit einem 3:0-Erfolg gegen Polen zurück – gegen die Paralympics-Siegerinnen aus den USA war das Team im Viertelfinale allerdings beim 0:3 chancenlos. „Angesichts unserer dünnen Personaldecke war einfach nicht mehr möglich“, sagte Herzog, der mit dem sechsten Platz seiner Mannschaft hochzufrieden war.

In den Platzierungsspielen gelang zunächst ein umjubelter 3:1-Erfolg gegen die Ukraine, Italien war im anschließenden Duell indes zu stark. Allerdings gilt auch für die deutschen Frauen: Die Richtung stimmt – und die gute Entwicklung der vergangenen Jahre wurde trotz einiger Ausfälle fortgesetzt. Die Belohnung: In der Weltrangliste kletterten die Sitzvolleyballerinnen von Rang zwölf auf neun.

Quelle: DBS/Stefanie Bücheler-Sandmeier

  • Hummelsport
  • Mikasa