Live Beach-WM: Müller/Tillmann krönen eine tolle WM-Leistung mit Bronze

Foto: Justus Stegemann Foto: Justus Stegemann Fünf deutsche Teams spielen ab Freitag, 10. Juni, im Foro Italico um die internationale Krone. Bei den FIVB Beach Volleyball Weltmeisterschaften Rom 2022 sind 48 Teams pro Geschlecht zunächst in zwölf 4er-Gruppen aktiv. Alle deutschen Spiele werden live bei Sportdeutschland.TV gezeigt.

Der Weltmeistertitel geht bei den Frauen an Brasilien. Ana Patricia/Duda sichern sich mit 2:0 über Kanada den Pokal. Die norwegischen Olympiasieger Anders Mol/Christian Sorum gewinnen in Rom überzeugend auch den letzten ihnen fehlenden Titel. Mit einem 2:0 lassen sie den Brasilianern Renato/Vitor Felipe keine Chance. Bronze geht bei den Männern ebenfalls an Brasilien mit Andre/George.

+++ Spiel um Platz 3, Sonntag +++

Müller/Tillmann vs. Heidrich/Vergé-Dépré (SUI) 2:1 (16:21, 21:10, 15:0) nach verletzungsbedingter Aufgabe der Schweizerinnen in Satz 2.

Die Schweizerinnen begannen stark, setzten das deutsche Duo unter Druck. Für Svenja Müller und Cinja Tillmann ist es der 26. Satz bei dieser WM innerhalb weniger Tage. Die beiden starten nicht ideal in ihr Spiel und müssen sich mit einem Abstand von 5 Punkten im ersten Satz geschlagen geben. Auch zu Beginn des zweiten Satzes läuft für das deutsche Dou nicht alles ideal. Die jüngere der beiden, Svenja Müller, musste auch weiterhin dem Aufschlagdruck der Schweizerinnen Stand halten und kassierte einige Annahmefehler. Beim Stand von 10:7 für die Schweiz verletzte sich Joana Heidrich beim Aufschlag schwer an der Schulter, sodass das Spiel abgebrochen werden musste und mit einem Sieg für Svenja Müller und Cinja Tillmann gewertet wurde. 

Der verletzungsbedingte Spielabbruch und die Szenen auf dem Court hinterlassen einen Beigeschmack. "So möchte man nicht gewinnen", erklärt Cinja Tillmann ihre Gefühlswelt nach dem Spiel. "Unsere Gedanken sind bei Joana. Alles Gute für sie!" Trotzdem haben Svenja Müller und Cinja Tillmann über die zehn Tage bei der WM eine hervorragende Leistung gezeigt und sich von Spiel zu Spiel gesteigert. "Auf unsere WM-Leistung sind wir stolz, zu den besten 4 der Welt zu gehören", so die noch etwas sprachlose Svenja Müller. "Es ist einfach unglaublich", fasst Cinja Tillmann mit der Bronzemedaille um den Hals die WM zusammen.

 

+++ Halbfinale, Samstag +++

Müller/Tillmann vs. Bukovec/Brandie (CAN) 1:2 (15:21, 21:15, 12:15)

Im Halbfinale warteten auf das deutsche Duo die Kanadierinnen Sophie Bukovec und Brandie Wilkerson, die im Achtelfinale bereits Karla Borger/Julia Sude geschlagen hatten. Cinja Tillmann und Svenja Müller begannen nervös. Mit acht Aufschlagfehlern im ersten Satz kamen sie kaum in die Elemente rein. Im zweiten Satz dann das umgekehrte Bild. Trotz, dass Sich Müller/Tillmann auch hier nie komplett freispielen konnten, gewannen sie den Satz aber deutlich. Satz drei begann dann so, wie er nicht beginnen sollte mit 0:3. Sie kämpften sich wieder ran, verloren aber die langen Ballwechsel. Zwei drei Breaks wurden dann nicht genutzt, Brandie Wilkerson dominierte am Netz und Sophie Bukovec konnten Cinja und Svenja nicht stark genug unter Druck setzen und so zog Kanada ins Halbfinale ein. "Die beiden haben sehr gut aufgeschlagen, wir haben unseren Aufschlag anfangs nicht gefunden, zuviele Fehler gemacht. Wir waren beide aufgeregt, vielleicht etwas mehr als der Gegner, vielleicht spielt Brandie hier auch ihre Erfahrung in die Karten. Aber ich kann anerkennen, dass die beiden heute einfach besser waren."

 

+++ Viertelfinale, Freitag +++

Müller/Tillmann vs. Clancy/Mariafe (AUS) 2:1 (21:23, 21:18, 16:14)

Svenja Müller und Cinja Tillmann haben im WM-Viertelfinale sensationell gegen die Australierinnen und Olympiazweiten Taliqua Clancy/ Mariafe Artacho Del Solar gewonnen, die zuvor die Weltranglistenersten Stam/Schoon (NED) geschlagen hatten. In einem erneuten Drei-Satz-Match konnte das ETV-Duo von Anfang an mithalten. Beide Teams setzten sich gegenseitig mit starken Aufschlägen unter Druck und Svenja Müller konnte mit 5 Blockpunkten (vs. 0 Blocks Australien) entscheidende Breaks erzielen. "Die Aufschläge der beiden waren stark, aber irgendwie wusste ich, dass wir zu jeder Zeit Breaks machen können und Cinja hat überragend gespielt," lobt Svenja ihre Partnerin. "Einfach unfassbar! Beim 14:10 haben wir angefangen nachzudenken, aber ich bin sehr froh, dass wir es nochmal gedreht haben - ein super Sideout von Svenja und dann direkt das Break hinterhergelegt. Gut, dass wir es dann schnell beendet haben, es hätte auch in die andere Richtung kippen können." Jetzt dürfen beide mit dem Halbfinale und Platzierungsspiel auf jeden Fall noch zwei Spiele auf dem Center Court machen. "Wir spielen sehr gerne weiter!" DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand: "Die beiden haben es sensationell gemacht und ihre Chancen genutzt. Das war herausragend. Jetzt freuen wir uns auf das, was noch kommt."

 

+++ Achtelfinale, Donnerstag +++

Müller/Tillmann vs. Cannon/Sponcil (USA) 2:1 (19:21, 21:16, 15:11)

  • "Wir denken und spielen hier von Punkt zu Punkt, von Spiel zu Spiel" erklärt Cinja Tillmann die Taktik. "Ich bin sehr stolz, dass wir es schaffen, uns von Spiel zu Spiel nochmal zu steigern. Im zweiten Satz habe ich endlich auch in der Abwehr besser reingefunden und die Bälle besser gelesen. Wir freuen uns, dass es für uns noch weiter geht hier in Rom." Auch Svenja Müller ist zufrieden mit dem Spiel: "In der aktuellen Mittagshitze fokusiert man sich auf das Wichtigste im Spiel und ich habe das Gefühl, dass wir das gerade sehr gut schaffen."

Borger/Sude vs. Brandie/Bukovec (CAN) 1:2 (21:19, 19:21, 10:15)

  • Borger/Sude beenden die WM auf Platz 9.
  • "Klar sind wir im Moment erstmal enttäuscht", erklärt Karla Borger ihre Gefühlslage nach dem Spiel. "Wir waren so nah dran. Im zweiten Satz hatten wir den Sieg fast in der Hand. Es ist ärgerlich, weil es am Ende einige kleine Ungenauigkeiten sind, dann gehen die Punkte weg und Kanada gewinnt das Spiel. Aber unter den Vorzeichen, dass wir aufgrund der Corona-Erkrankung von Julia nur dreimal in den letzten Wochen zusammen trainiert haben, ist der Top Ten Platz okay. Niederlagen tun immer weh und man fragt sich natürlich, was unter normalen Umständen hier drin gewesen wäre. Die letzten 7 Tage haben wir hier viel investiert. Aber für die Umstände der Vorbereitung ist der 9. Platz okay - vom Gefühl will man natürlich immer mehr."

Foto: Justus Stegemann Foto: Justus Stegemann

+++ Round of 32, Mittwoch +++

Borger/Julia Sude vs. Flint/Cheng (USA) 2:1 (21:17, 11:21, 15:12)

  • Borger/Sude trafen auf ein neu formiertes amerikanisches Duo, dominierten den ersten Satz, ließen im zweiten den Aufschlagdruck vermissen und kämpften sich in Satz 3 stark zurück. "Klar wurde der Gegner stärker, aber wir haben auch nachgelassen in unseren Elementen, speziell im Aufschlagdruck. Deswegen war es ganz wichtig, da nochmal eine Schippe draufzulegen." Julia Sude ergänzt: "Wir haben uns mit den Amerikanerinnen abgewechselt mit dem Momentum und sind froh, dass wir am Ende den Satz zugemacht haben."

Müller/Tillmann vs. Lahti/Ahtiainen (FIN) 2:1 (21:18, 20:22, 18:16)

  • Müller/Tillmann gingen als Favoritinnen in das Duell mit Finnland und konnten mit einer starken Aufholjagd in Rom bestehen. "Ich habe gar nicht viel nachgedacht, nur versucht in der Hitze zu überleben," beschreibt Svenja Müller die Bedingungen auf dem Center Court am Mittwochmittag. "Ich bin extrem froh, dass meine Partnerin uns beim Rückstand im Tiebreak mit drei Blockpunkten den Sieg gerettet hat," so das Lob von Cinja Tillmann an Svenja Müller.

Ehlers/Wickler vs. Kantor/Rudol (POL) 0:2 (19:21, 19:21)

  • Das deutsch-polnische Duell konnten Ehlers/Wickler knapp nicht für sich entscheiden und beenden das Turnier auf Platz 17. "Klar sind wir enttäuscht," so Clemens Wickler. "Das Aus in der 1.K.o.-Runde hatten wir uns so nicht vorgestellt. Wir haben das ganze Turnier über nicht richtig in unser Spiel und unseren Rhythmus gefunden. Gegen Polen waren es zuviele Eigenfehler. Es darf uns nicht passsieren, dass wir in Stressituationen, in denen wir unter Druck geraten, so einbrechen. Egal wann, wo, gegen wen, wir müssen bei unserem Spiel bleiben. Daran werden wir jetzt weiter arbeiten." Auch Nils Ehlers ergänzt: "Ich hatte von Beginn an Probleme mit meiner Annahme. Ich weiß, dass ich das besser kann. Das hat viel mit dem Kopf und einem Rhythmus zu tun. Aber es ist erst unser fünftes gemeinsames Turnier. Wir arbeiten jetzt an noch mehr Routine und Gelassenheit, um in so einer Spielsituation trotzdem Fahrt aufzunehmen." DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand ergänzt: "Klar ist der 17. Platz erstmal eine Enttäuschung, das Top-Ten-Ziel knapp verfehlt. Trotzdem sind Ehlers/Wickler noch im Aufbau und wir arbeiten jetzt weiter daran das Potenzial, dass sie phasenweise schon gezeigt haben, zu stabilisieren."

Ittlinger/Schneider vs. Clancy/Mariafe (AUS) 0:2 (17:21, 20:22)

  • Ittlinger/Schneider haben mit den Australierinnen und Olympia-Silbermedaillengewinnerinnen ein schweres Los erwischt, hielten gut mit, am Ende reichte es nicht ganz. Sie beenden die WM auf Platz 17. Isabel Schneider nach der Niederlage: "Natürlich sind wir erst einmal enttäuscht, dass unser Turnier jetzt schon zu Ende ist. Mit ihren Aufschlägen haben die beiden unsere Annahme-Zuspiel erschwert und wir konnten nicht genug Aufschlagdruck erzeugen. Aber das die beiden Australierinnen sehr gut Volleyball spielen können und den Kampf haben wir angenommen. Im zweiten Satz waren wir lange dran, am Ende sind es die paar Prozent, die so ein Weltklasseteam dann zulegen kann. Für Sandra und mich sind es die ersten gemeinsamen Turniere und das erste Highlight zusammen, was auch wichtig ist, um im Team zusammen zuwachsen. Und auch dieses Turnier bringt uns weiter nach vorne."

Laboureur/Schulz vs. Talita/Rebecca (BRA) 1:2 (21:19, 12:21, 7:15)

  • Laboureur/Schulz, zogen gegen die an 7 gesetzten Brasilianerinnen den Kürzeren, nachdem sie Satz 1 noch für sich entschieden hatten. Sie beenden die WM auf Platz 17. Sarah Schulz erklärt: "Ein paar eigene Aufschläge haben wir hergeschenkt, überall nicht 100 Prozent in den Elementen und dann verlieren wir das Spiel gegen stark aufschlagende Brasilianerinnen." Chantal Laboureur ergänzt: "Irgendwie ging das Spiel ganz schön schnell vorbei. Obwohl die Sätze deutlicher aussehen, hatten wir das Gefühl, wir waren dran. Vor allem nach Satz eins. Das ärgert uns." Der 17. WM-Platz "ist in Ordnung. Eine solide Basis, auf der wir aufbauen können."

 

+++ Gruppenphase +++

Alle deutschen Teams haben den Einzug in die Round of 32 direkt geschafft. Müller/Tillmann, Borger/Sude und Ehlers/Wickler beenden die Gruppenphase jeweils auf dem ersten Platz ihrer Gruppe. Ittlinger/Schneider konnten sich den zweiten Platz erspielen. Laboureur/Schulz gehören zu den vier besten Gruppendritten, sind somit weiter und überspringen die Lucky Loser-Round.

Montag, 13. Juni

"Sehr erleichtert", war Clemens Wickler nach dem wichtigen Sieg gegen Australien. Nachdem Ehlers/Wickler in den ersten Gruppenspielen ihr Potential noch nicht abrufen konnten, gelang der Sprung in die K.o.-Phase. Auch Müller/Tillmann waren "sehr froh" nach dem abgebrochenen Spiel gegen die Italienerinnen noch einmal ein gutes Gruppenspiel abgeliefert zu haben, bevor es in die Elimination-Round geht. Gegen die Brasilianerinnen stabilisierten sie ihr Sideout und sicherten den Gruppensieg. Borger/Sude mussten zu später Stunde auf dem Center Court gegen ein italienisches Heimteam ran, ebenfalls froh über ein spannendes Spiel und die eigenen Leistung zum Abschluss der Gruppenphase. Laboureur/Schulz und Ittlinger/Schneider mussten sich gegen amtierende Weltmeisterinnen aus Kanada und Europameisterinnen aus der Schweiz geschlagen geben. Laboureur/Schulz trotz dessen mit klarer Leistungssteigerung und Selbstbewusstsein vor den K.o.-Duellen.

Laboureur/Schulz vs. Pavan/Melissa (CAN) 0:2 (23:25, 19:21)

Ittlinger/Schneider vs. Hüberli/Brunner (SUI) 0:2 (19:21, 15:21)

Müller/Tillmann vs. Taiana Lima/Hegeile (BRA) 2:0 (24:22, 21:14)

Ehlers/Wickler vs. McHugh/Burnett (AUS) 2:0 (21:19, 21:18)

Borger/Sude vs. Scampoli/Bianchin (ITA) 2:0 (21:19, 21:18)

Sonntag, 12. Juni:

Müller/Tillmann vs. Orsi Toth, R./Orsi Toth, V. (ITA) 2:1 (15:21, 1:1) Aufgabe ITA

Borger/Sude vs. Makokha/Khadambi (KEN) 2:0 (21:11, 21:13)

Ehlers/Wickler vs. Diaz/Alayo (CUB) 1:2 (21:18, 21:23, 10:15)

Laboureur/Schulz vs. Stevens/Johnson (AUS) 2:0 (21:15, 21:16)

Ittlinger/Schneider vs. Sinaportar/Muianga (MOZ) 2:0 (21:11, 21:15)

Samstag, 11. Juni:

Ehlers/Wickler vs. Hannibal/Cairus (URU) 2:1 (19:21, 21:17, 15:8)

Freitag, 10. Juni:

Laboureur/Schulz vs. Placette/Richard (FRA) 1:2 (19:21, 21:15, 8:15)

Borger/Sude vs. Wojtasik/Kociolek (POL) 2:0 (21:9, 21:13)

Ittlinger/Schneider vs. Guiterrez/Quintero (MEX) 2:1 (20:22, 21:13, 15:11)

Müller/Tillmann vs. Worapeerach Ayakorn/Naraphornrapat (THA) 2:1 (17:21, 21:15, 15:11)

 

Die deutschen WM-Gruppen

Die 13. Beach-Volleyball-Weltmeisterschaften werden in Rom im Foro Italico ausgetragen. Für die 96 Teams geht es vom 10.06. bis zum 19.06. um die WM-Titel, insgesamt eine Million US$ Preisgeld (500k pro Geschlecht) und viele Weltranglistenpunkte (800 für Platz 1).

Zeitplan 10. – 19. Juni 2022 in Rom

  • Freitag, 10. - Montag, 13. Juni: Gruppenphase
  • Dienstag, 14. Juni: Lucky Loser Runde
  • Mittwoch, 15. Juni: Round of 32
  • Donnerstag, 16. Juni: Achtelfinale
  • Freitag, 17. Juni: Viertelfinale
  • Samstag, 18. Juni: Halbfinale
  • Sonntag, 19. Juni: Spiel um Platz 3 und Finale

Das Foro Italico in Rom. Foto: Justus Stegemann Das Foro Italico in Rom. Foto: Justus Stegemann
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