Zukunftsprojekt Sportentwicklung - Vom Rohdiamant zum Brillanten

Foto: Sebastian Wells Foto: Sebastian Wells Hitzige Debatten unter den Mitgliedern des Deutschen Volleyball-Verbandes gingen der beschlossenen Strukturreform 2019 mit drei Zukunftsprojekten voraus. Die einen wollten, dass sich der Dachverband der Basis und verwandten Ballsportarten öffnet – andere wiederum sahen keine Notwendigkeit, Möglichkeiten und teils auch keine Berechtigung für den Dachverband sich in dem breiten Thema Sportentwicklung neu aufzustellen.

Der Deutsche Volleyball-Verband wird überwiegend als Spitzensportverband gesehen und versteht sich selbst oft noch immer ausschließlich für Leistungssport zuständig. Dabei verpflichtet sich der Verband satzungsgemäß zur Förderung von Sport, Spiel und Bewegung, insbesondere der Jugend, der Gewinnung von Personen aller Altersgruppen für den Volleyballsport und der Verbreitung des Volleyballsports in allen seinen Erscheinungsformen. Tatsächlich aber hat der DVV wenig Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, denn Mitgliedschaften, Spielbetrieb, Lehre und Ausbildung obliegen zumeist den Mitgliedern des DVV, den Landesverbänden und der Volleyball-Bundesliga.  

Diese inhaltliche Diskrepanz wollen Vorstand Sport, Julia Frauendorf und Projektleiterin, Franziska Lange mit Hilfe von Projekten überwinden. „Wir wollen einen breit aufgestellten Verband, der für alle Volleyballer*innen deutschlandweit eine sportliche Heimat bietet und dem sich alle Volleyballer*innen und ehrenamtlich aktive Menschen verbunden fühlen“, erklärt Julia Frauendorf.

Zum Neustart wurde das Zukunftsprojekt Sportentwicklung unter Beteiligung der Landesverbände neu aufgesetzt und in Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen gegliedert. Die primären Ziele sind Professionalisierung, Stabilisierung und Wachstum, Wissen und Innovation sowie Vielfalt und Toleranz.  

Demnach versteht der Verband Sport- und Verbandsentwicklung als Kernaufgabe, will die Landesverbände unterstützen den Mitgliederschwund aufzuhalten und die Basis stärken, neue Disziplinen und Spielformate etablieren und Integration sowie Inklusion als gesellschaftliche Verantwortung verstehen. Mit standardisierten Lehrangeboten und Leitfäden wird Sarah Strege, ehemalige Landesgeschäftsführerin des Schleswig-Holsteinischen Volleyball-Verbandes und neue Wissenschaftskoordinatorin des DVV den deutschlandweiten Wissenstransfer vorantreiben.  

Zu den Teilprojekten gehört beispielweise die Neuauflagen der offiziellen Spielregeln Volleyball und Beach-Volleyball in deutscher Sprache sowie weitere Literatur für Trainer*innen, Lehrer*innen und Schiedsrichter*innen, die noch in diesem Jahr auf einer Wissensplattform digital erscheint. Auch eine stärkere Unterstützung des Breiten- und Freizeitsports sowie des Ehrenamtes sind geplant. Darunter sollen Ausrichter stärker unterstützt und Ehrungen sowie Auszeichnungen im Ehrenamt forciert werden. Zudem ist ein Botschafternetzwerk geplant, um Sport und Leidenschaft für den Volleyball zu vereinen. Auch neue Projekte der Deutschen Volleyball-Jugend werden zukünftig finanziell unterstützt. 

Projektvorschläge können jederzeit von allen Volleyballer*innen an zukunft@volleyball-verband.de gesandt werden. Diese werden dann in der Arbeitsgruppe Sportentwicklung aufgenommen, diskutiert und nach Abschätzung der Arbeitsgruppe in den flexiblen Projektplan aufgenommen. 

Mit fast 50 Teilprojekten in den kommenden drei Jahren legt Projektleiterin Franziska Lange die Messlatte hoch. „Ohne Breiten- und Freizeitsport gibt es keinen Spitzensport. Jahreslanges Training, Schweiß, die ein oder anderen Träne, Niederlagen, Erfolge und natürlich auch Freude. All das ermöglichen unsere Landesverbände, Mitglieder und deren Familien jeden Tag. Wir wollen Themen stärken, die uns verbinden und auch neue, gemeinsame Stärken schaffen.“

Alle Details und Informationen zum Zukunftsprojekt Sportentwicklung stehen in der DVV-Cloud zur Verfügung cloud.volleyball-verband.de

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