Italien Europameister 2021 - Polen sichert Bronze

Foto CEV: Die Halbfinalisten bei der EM. Foto CEV: Die Halbfinalisten bei der EM. Am Wochenende (18.-19. September) wird im polnischen Kattowitz der neue Volleyball-Europameister gesucht. Für das Halbfinale qualifiziert haben sich Titelverteidiger Serbien, Italien, Polen und Slowenien. SPORT1+ überträgt sowohl Samstag als auch Sonntag alle Partien.

Italiens Volleyballer haben zum siebten Mal den EM-Titel geholt. Im Finale gegen Slowenien drehten die Italiener zweimal den Satzrückstand und entschieden das Finale im polnischen Kattowitz im Tiebreak mit 3:2 (22:25, 25:20, 20:25, 25:20, 15:11) für sich. Während der einstige Dominator Italien erstmals seit 2005 den Titel holte, verlor Slowenien nach 2015 und 2019 auch sein drittes EM-Endspiel. Für Italien ist es nach dem Europameistertitel für die Frauen der zweite Titel in der Halle in diesem Jahr. Platz drei ging an Weltmeister und Gastgeber Polen. Sie gesiegten Serbien in drei Sätzen 3:0 (25:22, 25:16, 25:22).

Daniele Lavia war mit 21 Punkten bester Scorer des Finalspiels. Zum besten Spieler des Turniers wurde Italiens Kapitän und Zuspieler Simone Giannelli gewählt.

Die Highlights des Finalspiels und Highlights des Bronze-Spiels auf dem Youtube Kanal der CEV.

 

Halbfinals + Finals

Datum Uhrzeit Spiel Live
Sa, 18. September 17:30 Uhr Halbfinale Polen vs. Slowenien 1:3 (25:17, 30:32, 16:25, 35:37)
Sa, 18. September 21:00 Uhr Halbfinale Serbien vs. Italien 1:3 (27:29, 22:25, 25:23, 18:25)
So, 19. September 17:30 Uhr Bronze-Spiel Polen vs. Serbien 3:0 (25:22, 25:16, 25:22)
So, 19. September 20:30 Uhr Finale Slowenien vs. Italien 2:3 (25:22, 20:25, 25:20, 20:25, 11:15)

Bei der Volleyball-EM der Männer kämpfen am Sonntag Slowenien und Italien um den Titel. Die Slowenen schalteten im Halbfinale in Kattowitz (Polen) den Weltmeister Polen in einem hochklassigen Spiel mit 3:1 (17:25, 32:30, 25:16, 37:35) aus. Polen begann stark, verlor aber den zweiten langen Satz an Slowenien, die daraufhin mit viel Selbstbewusstsein Satz drei und schließlich auch den Monstersatz über 57 Minuten zum Ende für sich entscheiden konnten. Im zweiten Semifinale setzte sich Italien gegen den Titelverteidiger Serbien ebenfalls mit 3:1 (29:27, 25:22, 23:25, 25:18) durch. Damit können die italienischen Männern mit ihrem Frauen-Team gleichziehen, die sich vor 15 Tagen gegen Serbien den Europameistertitel sicherten. Die Entscheidung um die Medaillen bei den Männern fällt ab Sonntagnachmittag live bei Sport1+.

Halbfinale: Polen vs. Slowenien

Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung: Der polnische Volleyball lechzt nach dem ersten Gold bei einer Europameisterschaft seit 2009. Nach WM-Gold 2014 sowie 2018 und der Einbürgerung von Superstar Wilfredo León, der seit 2019 für Polen spielt, schien EM-Gold nur eine Formsache zu sein. Dem im Weg stand 2019 schon das slowenische Team, das, angetrieben von den eigenen Fans, den Favoriten vor zwei Jahren im Halbfinale stürzte. Am Ende tröstete sich Polen mit Bronze, Slowenien verlor das Finale gegen Serbien und gewann das zweite EM-Silber der Geschichte.

Das polnische Team möchte nun vor den eigenen Fans in Kattwotiz den Titel möglich machen und eine Art Versöhnung feiern. Schon bei Olympia in Tokio wollte man nach 1976 die erste Medaille beim größten Sportevent der Welt gewinnen, dagegen scheiterte man aber bereits zum fünften Mal in Folge im Viertelfinale und hinterließ tränenreiche Bilder. Bilder, die die Auswahl des ehemaligen Bundestrainers Vital Heynen mit dem ersten Finaleinzug und Titel seit 2009 schnell vergessen machen könnte.

Wie man Polen im Halbfinale besiegt, hat Slowenien bereits 2019, wenn auch vor den eigenen Fans, bewiesen. Der Sieg kam nicht von ungefähr, nicht umsonst ist das slowenische Team die einzige Nation, die bei drei der letzten vier Europameisterschaften (2015, 2019, 2021) das Halbfinale erreichen konnte. Nur 2017 war gegen den späteren Europameister Russland im Viertelfinale Schluss. 2015 und 2019 stand Slowenien außerdem im Finale, verlor aber gegen Frankreich sowie Serbien und verpasste jeweils den historisch ersten EM-Titel der Geschichte. 

Halbfinale: Serbien vs. Italien

Mit Spielern wie Alessandro Michieletto (19 Jahre), Daniele Lavia (21 Jahre), Francesco Recine (22 Jahre) oder Giulio Pinali (24 Jahre) hat der italienische Verband den Generationswechsel längt vollzogen und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man auch mit einer Mannschaft, die im Schnitt gerade einmal 23 Jahre ist, direkt um die Medaillen spielen kann.

Bei der EM flogen die Italiener mit gerade einmal zwei Satzverlusten ins Halbfinale und ließen auch dem deutschem Team im Viertelfinale keine Chance. Am Wochenende wollen sie nun die erste italienische EM-Medaille seit Bronze 2015 klar machen. Ihr letztes Gold geht gar bis ins Jahr 2005 zurück. Gelingt ihnen der goldene Coup, könnte es eine neue italienische Ära im Volleyball einläuten und Erinnerungen an die Jahre 1989 bis 2005 wecken, als sie bei insgesamt neun Europameisterschaften achtmal im Finale standen und sechs Titel holten.

Doch dafür muss Italien erst an Titelverteidiger Serbien vorbei, das mit Stars wie Uroš Kovačević, Dražen Luburić, Marko Podraščanin, Marko Ivović oder Aleksandar Atanasijević mit Klasse und einer Menge Erfahrung auf hohem Niveau besetzt ist. Dabei zeigte das alternde Team, dem in den nächsten Jahren ebenfalls ein Generationswechsel bevorsteht, durchaus schwankende Leistungen bei der EM. In der Gruppe mussten sie sich nur Polen (2:3) geschlagen geben und landeten auf Platz zwei. 

In der K.o.-Phase standen sie gegen die Türkei nach 1:2-Rückstand schon vor dem Aus, konnten das Match aber noch drehen, die Niederlande besiegte man im Viertelfinale wiederum knapp, aber ohne Satzverlust (3:0). Für die serbische Auswahl ist es die historische Jagd nach der ersten Titelverteidigung seit Italien (2003, 2005) und ihrem insgesamt vierten EM-Gold.

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