Es geht wieder los: Alle Infos zum Start der Frauen-Bundesliga

Foto Allianz MTV Stuttgart: Stuttgart geht als Titelverteidiger in die neue Saison. Foto Allianz MTV Stuttgart: Stuttgart geht als Titelverteidiger in die neue Saison. Am Donnerstag startet die Volleyball Bundesliga der Frauen in die Saison 2019/20. Den Auftakt macht die Partie zwischen dem SSC Palmberg Schwerin und den Ladies in Black Aachen (3. Oktober, 17:10 Uhr - auch live bei Sport1).

Insgesamt werden in der Hauptrunde 22 Partien der Frauen-Bundesliga live bei Sport1 im Free-TV zu sehen sein. Alle anderen Spiele können bei Sporttotal im kostenlosen Livestream verfolgt werden. Die Volleyball Bundesliga hat vor dem Saisonstart bei allen Teams Stimmen gesammelt und dabei nachgefragt, wie es um den aktuellen Stand der Vorbereitung oder die Saisonziele bestellt ist und auf welche Duelle sich die Mannschaften am meisten freuen.

Allianz MTV Stuttgart

„Das erste Mal Deutscher Meister! Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, fasst Sportdirektorin Kim Renkema die abgelaufene Bundesligasaison von Allianz MTV Stuttgart in zehn Worten zusammen. Hinzu kamen der Einzug ins DVV-Pokalfinale und das überraschende Erreichen des Viertelfinales der Champions League – zum ersten Mal in der Vereinshistorie. Das erste Kapitel der Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte soll am 1. Spieltag der neuen Saison auswärts beim USC Münster (5. Oktober, 19:30 Uhr) geschrieben werden.

Der erste Kracher eine Woche später vor heimischer Kulisse gegen den Dresdner SC ist der perfekte Auftakt für die Fans und zugleich richtungsweisend für die neue Spielzeit bei den Schwäbinnen. „Die Vorbereitung lief eher schleppend“, sagt Renkema, „da ein Großteil des Teams bei der EM war und erst spät ins Training eingestiegen ist.“ Spätestens nach dem Supercup (20. Oktober in Hannover gegen den SSC Palmberg Schwerin) wissen Team und Trainer aber um das eigene Leistungsvermögen.

Für das Projekt „Titelverteidigung“ wurden eine Menge neuer Spielerinnen an den Neckar geholt. Neun Zugängen aus der Bundesliga, der italienischen, belgischen, finnischen und türkischen Liga stehen neun Abgänge gegenüber. Damit ist die größte Aufgabe für Trainer Giannis Athanasopoulos selbsterklärend. Die Schaffung eines Wir-Gefühls in der Mannschaft steht ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Durch den nahezu komplett umstrukturierten Kader erhoffen sich die Teamverantwortlichen in Stuttgart, die Abhängigkeit von einzelnen Spielerinnen zu reduzieren und in der Breite besser aufgestellt zu sein. Faktisch belegt ist jedoch schon „mehr Höhe auf dem Feld“, was beim Trainingslager zu Problemen bei der Länge der Betten führte, wie Renkema sich schmunzelnd erinnert.

Die Spielerinnen können jedenfalls den Start der Saison kaum erwarten und brennen darauf den Meistertitel zu verteidigen, ins DVV-Finale einzuziehen und das Maximum aus der Champions League herauszuholen. Als größten Rivalen sieht Renkema dabei den SSC Palmberg Schwerin und den Dresdner SC. „Das sind die drei Favoriten für den Titel“, sagt Renkema und erläutert: „Schwerin ist im Vorteil, weil die Mannschaft nahezu gleichgeblieben ist. Dresden hat sich viel stärker aufgestellt als in der vergangenen Saison. Wenn wir es schaffen, schnell eine Einheit zu werden, kann es eine sehr spannende Saison werden.“

Foto SSC Palmberg Schwerin: Der DVV-Pokal ging in der letzten Saison an Schwerin. Foto SSC Palmberg Schwerin: Der DVV-Pokal ging in der letzten Saison an Schwerin.

SSC Palmberg Schwerin

Schwerin trägt Gelb: Am 3. Oktober startet die Bundesligasaison 2019/20 mit dem Spiel des SSC Palmberg Schwerin gegen die Ladies in Black Aachen. Die Fans und die gesamte Stadt Schwerin sehnen den Saisonstart förmlich herbei. Jeder Anhänger ist aufgerufen zum ersten Spiel (ab 17:10 Uhr – auch live bei Sport1) in gelber Kleidung zu erscheinen und der Bundesliga am Einheitsfeiertag den perfekten Startschuss zu geben. „Wir möchten den Fans endlich wieder Volleyball auf höchstem Niveau zeigen“, sagt Trainer Felix Koslowski.

Die Vorbereitungszeit war durch die zahlreichen Nationalmannschaftsverpflichtungen der SSC-Spielerinnen gering. Zu Lasten der Routine wird dieser Umstand wohl kaum gehen, da der Kader der Mecklenburgerinnen personell konstant geblieben ist. „Die größte Stärke ist eindeutig, dass das Team größtenteils zusammengeblieben ist. Die Spielerinnen kennen sich mindestens schon eine Saison lang und sind aufeinander eingestellt“, sagt Koslowski.

In Romy Jatzko (VCO Berlin), Nele Barber (VC Wiesbaden), Nicole Oude Luttikhuis (LiB Aachen) und Justine Wong-Orantes (University of Nebraska) müssen nur vier Spielerinnen neu ins Mannschaftsgefüge integriert werden. So fand die größte personelle Veränderung neben dem Spielfeld statt: Geschäftsführer Andreas Burkard verlässt den Verein aus persönlichen Gründen und muss nun ersetzt werden.

Bis Ende September konnte keine Trainingseinheit in größerer Teamstärke bestritten werden. Zudem war die hohe Belastung im Sommer durch die Einsätze in den Nationalmannschaften kräftezehrend. Trotz der Unwägbarkeiten haben sich die Schwerinerinnen die Verteidigung des DVV-Pokals und des Supercups zum Ziel gesetzt. „In der Bundesliga möchten wir auch in diesem Jahr ins Play-off-Finale einziehen und international im CEV-Cup so weit wie möglich kommen“, sagt Koslowski.

Die Favoritenrolle für die Deutsche Meisterschaft sieht er „ganz klar beim aktuellen deutschen Meister Stuttgart“. Aber auch gegen den Dresdner SC und die Ladies in Black Aachen sieht er seine Mannschaft in der Pflicht. „Die Liga wird nach und nach immer ausgeglichener. Stuttgart, Dresden und Aachen sind alles Topvereine, die es zu jeder Zeit mit uns aufnehmen können“, lobt Koslowski die qualitative Weiterentwicklung in der Liga.

Foto Dirk Michen: Institution in Dresden: Trainer Waibl wurde im letzten Jahr für sein 350. Pflichtspiel geehrt. Foto Dirk Michen: Institution in Dresden: Trainer Waibl wurde im letzten Jahr für sein 350. Pflichtspiel geehrt.

Dresdner SC

Durchschnittlich 2.800 Fans unterstützten ihren Dresdner SC in der vergangenen Saison - und machten die Sachsen damit zur Nummer eins in Sachen Zuschauer in der Volleyball Bundesliga der Frauen. „Die Begeisterung von Fans, Sponsoren und der Region ist einzigartig und wächst weiter“, fasst Sandra Zimmermann, Geschäftsführerin beim Dresdner SC, die Stimmung vor dem Bundesligastart gegen den SC Potsdam (5. Oktober, 17:30 Uhr) zusammen.

Dort wollen die Dresdnerinnen ihre gute Form aus der Vorbereitung auch im Ligabetrieb beweisen. „Wir sind sehr zufrieden, so wie die Vorbereitung bisher verlaufen ist und fiebern natürlich dem ersten Spiel der Saison entgegen“, sagt DSC-Trainer Alexander Waibl. Neben dem Trainingslager in Maribor wurde auch der AMICA Cup in Polen für weitere Tests genutzt. Am Ende konnten der Turniersieg und „diverse kleine und große Haushaltsgeräte eingetütet werden“, sagt Zimmermann mit einem Augenzwinkern: „So zählen ab sofort ein neuer Kühlschrank und eine neue Waschmaschine zum Anlagevermögen des DSC.“

Die sportliche Perspektive und das Saisonziel kann Coach Waibl in sieben Worten formulieren: „Wir wollen besser sein als letztes Jahr.“ Aufgeschlüsselt bedeutet das: Mindestens das Playoff-Halbfinale sollte erreicht werden. Im Kampf um ein mögliches Sahnehäubchen – den Titel – sieht der Trainer zwei alte Bekannte in der Favoritenrolle. „Wenn man die letzte Saison als Maßstab nimmt“, so Waibl, „sind die Favoriten auf den Titel die Teams von Allianz MTV Stuttgart und dem SSC PALMBERG Schwerin.“

Der größte Trumpf des DSC ist die neue Ausgeglichenheit auf allen Positionen, mit der die Dresdnerinnen die Tabellenspitze angreifen wollen. Dafür wurden Lenka Dürr (Rote Raben Vilsbiburg), Emma Cyris (VCO Berlin), Laura de Zwart (Eurosped TopVolleybal Twente), Kadie Rolfzen (Toray Arrows), Milica Kubura (Partizan Belgrad), Lucija Mlinar (Swietelsky Békécsaba), Brie O´Reilly (Trinity Western University) und zwei neue Trainer für das Staff-Team an die Elbe geholt.

Für das Top-Duell gegen Schwerin ist somit jetzt schon alles angerichtet. „Das traditionsreiche Ostderby gegen den SSC Palmberg Schwerin ist immer etwas Besonderes. Es ist sportlich und emotional ein Highlight für Mannschaft, Verein und natürlich alle Volleyball-Fans“, freut sich Waibl schon jetzt auf das emotionale Spiel gegen den amtierenden Pokalsieger und Vizemeister am 20. November in der Margon Arena.

Foto Nico Marshall: Die Potsdamer Damen freuen sich ausgelassen über den Punkt. Foto Nico Marshall: Die Potsdamer Damen freuen sich ausgelassen über den Punkt.

SC Potsdam

Um gerade einmal vier Punkte schrammte der SC Potsdam in der vergangenen Saison am Einzug ins DVV-Pokalfinale vorbei und zog im Anschluss erstmals in der Vereinsgeschichte ins Playoff-Halbfinale ein. „Wir wollen versuchen, an unsere Leistung der letzten Saison anzuknüpfen“, gibt Teammanager Eugen Benzel daher als Ziel für die Spielzeit 2019/20 aus. Wunschdenken oder Realität? „Nach den ersten fünf Spielen in der Saison, kann man dann grob sagen, wo die Reise in der neuen Saison hingehen kann.“

Denn durch den Play-off-Sieg der Ladies in Black Aachen gegen den DSC im vergangenen Jahr, konnte beobachtet werden, dass die „gesamte Liga spielerisch näher zusammengerückt ist“, wie Benzel analysiert. Dieser Beurteilung schließt sich Guillermo Naranjo Hernández an. „Der Top-Favorit auf die Meisterschaft ist Allianz MTV Stuttgart“, sagt der Trainer der Potsdamerinnen. Dahinter sieht er ein enges Verfolgerfeld und prophezeit: „Es wird im Kampf um die Playoffs zwischen den Plätzen vier und elf viel schwerer sein als letztes Jahr.“

Mit den beiden deutschen Nationalspielerinnen Lisa Gründing und Denise Imoudu kehren für diesen erschwerten Play-off-Kampf zwei erfahrene Spielerinnen aus Aachen nach Brandenburg zurück. Zusätzlich verstärken Deborah Scholz (VCO Dresden), Ana Escamilla (VC Barcelona), Valerie Nichol (LKS Lodz), Brittany Abercrombie (Radomka Radom), Sofija Medic (Linamara Bekescabai) und Laura Emonts (Olympiakos Piräus) die Mannschaft aus der brandenburgischen Landeshauptstadt. Diese Transfers sollen den nötigen tabellarischen Abstand gegenüber den direkten Konkurrenten, wie den gut verstärkten Damen aus Aachen, herstellen.

„Trotz der vielen Wechsel für die neue Saison ist die Stimmung im Team super“, sagt Benzel. Auch die Fans und die Stadt fühlen sich immer noch vom Play-off-Halbfinale getragen und verfolgen den Start der neuen Saison mit großem Interesse. Vor allem die erstmalige Teilnahme am CEV-Cup steigert die Vorfreude ungemein, auch wenn dafür einige Anpassungen, wie zum Beispiel die Erweiterung der LED-Banden, vorgenommen werden mussten.

Foto Rote Raben: Ilka van de Vyver schreit die Anspannung hinaus. Foto Rote Raben: Ilka van de Vyver schreit die Anspannung hinaus.

Rote Raben Vilsbiburg

„Wenn wir am Ende der Saison das maximal Mögliche aus uns herausgeholt haben“, dann ist Timo Lippuner mit dem Verlauf der Saison zufrieden. Um dieses Ziel zu erreichen, hätte sich der Cheftrainer der Roten Raben Vilsbiburg eine Vorbereitung mit allen Spielerinnen gewünscht. Eine Reihe von Spielerinnen war jedoch bei der EM aktiv und konnte somit nicht am Trainingslager der Roten Raben in Polen teilnehmen. „Nichtsdestotrotz haben wir mit einem langen Trainingslager und vielen Trainingsspielen eine zufriedenstellende Vorbereitung absolviert und sind heiß auf den Saisonstart“, sagt Lippuner.

Eine Stärke seiner neu formierten Mannschaft um Josepha Bock (VCO Berlin), Jodie Guilliams (Ladies in Black Aachen), Paula Hötschl (Rote Raben II), Lena Möllers (Dresdner SC), Neira Ortiz Ruiz (Polluelas de Aibonito/Puerto Rico) und Nikki Taylor (LP Kangasala/Finnland) ist die Homogenität. „Wir wollen die Spielverantwortung auf viele Schultern verteilen. Zudem haben wir mit drei jungen deutschen Spielerinnen und vier erfahrenen Spielerinnen einen guten Mix zwischen Jung und Alt“, erklärt Lippuner, der Allianz MTV Stuttgart die Titelverteidigung zutraut. „Der Titelgewinn letzte Saison hat gezeigt, dass es möglich ist. Und die Verstärkungen vor allem im Offensivspiel versprechen viel Power.“

Für die Fans ist die volleyballfreie Zeit durch den frühen Saisonstart kürzer und erzeugt schon jetzt eine gesteigerte Vorfreude auf die Spiele gegen die Top3-Teams aus Stuttgart, Schwerin und Dresden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Niederbayern-Duell gegen NawaRo Straubing, in dem es nicht nur um die Punkte, sondern auch um die regionale Vormachtstellung geht. „Wir wollen weiterhin die Nummer eins in Bayern bleiben“, kündigt Lippuner an.

Foto Andreas Steindl: Aziliz Divoux von den Ladies in Black ist zufrieden mit ihrer Mannschaft. Foto Andreas Steindl: Aziliz Divoux von den Ladies in Black ist zufrieden mit ihrer Mannschaft.

Ladies in Black Aachen

„Sportlich betrachtet sind die Vergleiche mit den Topteams aus Stuttgart, Schwerin und Dresden sehr reizvoll", sagt Cheftrainerin Saskia van Hintum. So gesehen beginnt die Saison für die Ladies in Black sehr reizvoll, nämlich mit dem Saisonauftakt beim Vizemeister und Pokalsieger SSC Palmberg Schwerin (3. Oktober, 17:10 Uhr – live bei Sport1).

Die Vorfreude der Fans auf die neue Saison wurde bei der Präsentation der Mannschaft auf dem Vereinsfest weiter angeheizt. Auf die Dauerkarten mussten die Fans teilweise bis zu eine Stunde warten, was der traditionell guten Stimmung keinen Abbruch tat. Auch der Heimstart gegen den „Nachbarn“ vom USC Münster wird für die Anhänger gleich zu einem Höhepunkt. „Wir freuen uns auf die Spiele gegen Münster und Wiesbaden, weil hier auch immer sehr viele Gästefans in die jeweiligen Hallen kommen und somit eine ganz besondere Atmosphäre entsteht", sagt van Hintum.

Gerne erinnert sich die Trainerin an den letztjährigen Gewinn der Bronzemedaille, trotz der zu Beginn durchwachsenen Spielzeit. Die Maßgabe für diese Saison lautet: „Attraktiven Volleyball spielen“. Wegen des personellen Umbruchs „müssen wir die Entwicklung in den ersten Spielen abwarten, um dann zu sehen, was möglich sein wird“, so van Hintum. International wünschen sich die Aachenerinnen eine ähnliche Platzierung wie in der vergangenen Saison. Damit diese Ziele erreicht werden können, trainierte die Mannschaft zwar lange ohne ihre EM-Teilnehmerinnen, aber mit „viel Spielfreude und einem tollen Miteinander“.

„Die große Stärke ist die Ausgeglichenheit unseres Kaders“, sagt van Hintum über den mit Vanessa Agbortabi (Rote Raben Vilsbiburg), Emily Thater (Schwarz-Weiß Erfurt), Lynn Blenckers (Hermes Volley Oostende), Emilie Olimstad (Top Volley Norge), Polina Malik (Maccabi Haifa), Mareike Hindriksen (USC Münster) und Manon Bernard (Vandoeuvre Nancy Volley) umgebauten Kader. „Die Schwächen unserer Mannschaft“, sagt die Niederländerin mit einem Augenzwinkern, „müssen schon unsere Gegnerinnen selbst herausfinden.“

Foto USC Münster: Münster möchte in der neuen Saison jubeln. Foto USC Münster: Münster möchte in der neuen Saison jubeln.

USC Münster

Es gäbe sicherlich leichtere Aufgaben zum Saisonstart als ein Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister. Beim USC Münster freut man sich dennoch auf den Auftakt gegen Allianz MTV Stuttgart (5. Oktober, 19:30 Uhr). „Wir fiebern dem Saisonstart bereits entgegen, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt. Das Team und die Volleyball-Community in Münster freuen sich auf hochklassige Spiele und leidenschaftliche Ballwechsel,“ sagt Trainer Teun Buijs.

Bei den Themen Kampfgeist und Open-Hand-Technik sehen sich die Münsteraner bereits auf dem richtigen Weg. Wie aber die möglicherweise fehlende Erfahrung und die geringe Körpergröße ausgeglichen werden können, muss der Saisonverlauf zeigen.

Unter dem Schlachtruf „#oneteam“ und mit Baggertennis zum Start in die Trainingseinheit arbeiteten die Münsteranerinnen an ihren Zielen für die Saison. „Die Vorbereitung war bisher durchwachsen und herausfordernd, da wir durch das Fehlen dreier Spielerinnen keine optimalen Trainingsbedingungen hatten“, fasst die neue Kapitänin Barbara Wezorke die Anlaufphase zusammen.

Doreen Luther war jedoch von Beginn an dabei. Die 22-Jährige kommt vom ASV Senden aus der 3. Liga, bringt aus Sicht der USC-Verantwortlichen großes Potenzial mit und soll sich zunächst an die höhere Trainingsintensität anpassen. Personell änderte sich im Team und Trainerstab einiges. Für das Spielfeld wurden neben Luther und Wezorke (Dresdner SC), Sarah von Aalen (Sliedrecht Sport), Demi Korevaar (Sliedrecht Sport), Taylor Nelson (Slavia EU Bratislava) und Johanna Müller-Scheffsky (VC Offenburg) verpflichtet. Vom Spielfeld auf die Trainerbank wechselte Lisa Thomsen. Sie unterstützt nun Cheftrainer Buijs als Co-Trainerin.

Foto Detlef Gottwald: Gewonnen gegen den Dresdner SC - die Damen des VCW sind freudig überrascht. Foto Detlef Gottwald: Gewonnen gegen den Dresdner SC - die Damen des VCW sind freudig überrascht.

VC Wiesbaden

„Es wird für uns kein leichtes Spiel in dieser Saison geben“, sagt der neue VCW-Trainer Christian Sossenheimer. Damit gibt er die Marschrichtung der Hessinnen für die neue Spielzeit vor. Die stark veränderte Mannschaft mit den Zugängen Lena Vedder (USC Münster), Julia Wenzel (NawaRo Straubing), Frauke Neuhaus (NawaRo Straubing), Lauren Plum (Vandoeuvre Nancy), Renate Bjerland (Førde VBK), Klára Vyklická (KP Brno) und Shannon Dugan (Oriveden Ponnistus) musste in der Vorbereitung und den Testspielen zusammenwachsen, entwickelte aber bereits eine positive Stimmung im Team. Auch in der Geschäftsstelle des VC Wiesbaden gibt es neues Personal vorzustellen: Ex-Spielerin Simona Kóšová wechselt in dieser Saison ins Management.

Ein offizielles Saisonziel rufen die Wiesbadenerinnen zunächst einmal nicht aus, doch der Wunsch ist groß, die neue Spielzeit wieder unter den besten acht Teams zu beenden. In der vergangenen Spielzeit konnte nach einer schwierigen Saison mit dem letzten Play-off-Platz der schönste Moment der Saison 2018/19 gefeiert werden.

Der Start in die Bundesliga - auswärts gegen Straubing (05. Oktober, 19:30 Uhr) - wird von den Wiesbadenerinnen geradezu herbeigesehnt. Aber genauso wichtig ist es, vor den Heimfans eine gute Figur abzugeben – gemeinsam sollen dann wieder solch besondere Momente gefeiert werden, wie beim überraschend klaren 3:0-Sieg gegen den Dresdner SC in der Rückrunde der vergangenen Saison.

Foto Suhl: Die Anhänger aus Suhl feuern ihre Mannschaft bei der Fanfahrt in Wiesbaden an. Foto Suhl: Die Anhänger aus Suhl feuern ihre Mannschaft bei der Fanfahrt in Wiesbaden an.

VfB Suhl LOTTO Thüringen

„Not done yet – war die einhellige Meinung vieler Spielerinnen nach der Saison 18/19“, bilanziert Pressesprecher Tim Berks die abgelaufene Spielzeit. Dem Motto „Wir sind noch nicht fertig“ hat sich der Großteil des Kaders verschrieben. Sieben Spielerinnen aus der vergangenen Saison bleiben in Suhl. Dadurch soll die Mannschaft von Automatismen untereinander auch in der aktuellen Spielzeit profitieren.

Auf dem Feld gehört „eine waschechte Suhlerin“ nun fest zum Erstligakader, wie Trainer Mateusz Zarczynski stolz zu Protokoll gibt. Zusätzlich zur gemeinten Sophie Tauchert stoßen Hester Jasper (VC Sneek), Victoria Foucher (Istres Provence Volley), Karis Watson (AVC Famalicão), Katerina Valková (PVK Olymp Praha) neu zur Mannschaft hinzu. „Unsere Vorbereitung lief sehr ordentlich, denn wir haben unter anderem den Deutschen, den Österreichischen und den Schweizer Meister geschlagen. Dennoch bleibt es ein hartes Stück Arbeit und die Vorbereitung bringt keine Ligapunkte“, fasst Berks zusammen.

Die Suhlerinnen sind heiß auf das erste Saisonspiel (5. Oktober, 19:00 Uhr bei den Roten Raben Vilsbiburg). „Wir wollen die Menschen in Suhl und der Region mit attraktivem Volleyball begeistern, viele Spiele gewinnen und endlich die Play-off-Teilnahme schaffen“, sagt Trainer Zarczynski. Zwei Partien stechen dabei aber besonders heraus: Die Derbys gegen Schwarz-Weiß Erfurt zählen für jeden Suhler Fan zu den außergewöhnlichen Spielen. „Gegen Erfurt ist bei uns Ausnahmezustand, wenn unsere Fans im Sonderzug anreisen oder die Stimmung zuhause noch elektrisierender ist als sonst“, erinnert sich Berks an die vergangene Saison.

Beim Blick auf die anderen Vereine der Bundesliga gilt für Tim Berks: „Wenn wir es schaffen, uns auf unser Spiel zu fokussieren, brauchen wir uns vor niemandem zu verstecken.“ Die Favoriten auf die Meisterschaft sind für ihn aber eindeutig: „Sportlich und finanziell gesehen Dresden, aber auch Schwerin und Stuttgart.“

Foto Harry Schindler: Derbyzeit - die Straubingerinnen laufen gegen die Rote Raben aus Vilsbiburg ein. Foto Harry Schindler: Derbyzeit - die Straubingerinnen laufen gegen die Rote Raben aus Vilsbiburg ein.

NawaRo Straubing

Die Damen aus Niederbayern fiebern ihrem Saisonstart zuhause gegen den VC Wiesbaden (5. Oktober 2019, 19:30 Uhr) entgegen. Schon vom ersten Testspielwochenende an zeigten sich die Straubingerinnen laut Trainer Benedikt Frank: „sehr spielfähig“ und mit Energie für die erste Partie. Auch die Unterstützer aus der Region freuen sich auf den Bundesligaauftakt und schnupperten beim Fan-Training schon mal Hallenluft.

Spielerisch soll die zweite Bundesligasaison den erneuten Klassenerhalt als Ergebnis haben und begeisternde Spiele liefern - so wie im vergangenen Jahr gegen den Dresdner SC. „Dort konnten wir in einem denkwürdigen Spiel als Aufsteiger mit 3:2 gewinnen“, erinnert sich Coach Frank an einen „sensationellen Sieg“.

Mit den Neuzugängen Julia Schaefer (Allianz MTV Stuttgart), Tionna Williams (Wisconsin Badgers), Magdalena Gryka (SC Potsdam), Ragni Steen Knudsen (University of Rio Grande), Oda Løvø Steinsvåg (ToppVolley Norge) und Valbona Ismaili (eigene Jugend) versuchen die Straubingerinnen, die Balance zwischen jungen Spielerinnen mit großem Entwicklungspotenzial und der notwendigen Erfahrung zu halten. „Stärke und Schwäche zugleich ist die jugendliche Unbekümmertheit“, sagt Frank, der seinem Team aber schon in der Vorbereitung „großen Kampfgeist“ attestiert.

Vor allem gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg wird dieser Kampfgeist gefordert sein. Das Niederbayern-Derby zählt für die Straubingerinnen ebenso zu den emotionalen Höhepunkten der Saison, wie das Pokal-Achtelfinale bei Meister Allianz MTV Stuttgart Anfang November.

Neben den spielerischen Leckerbissen auf dem Feld soll in dieser Saison auch im VIP-Raum kulinarisch gepunktet werden. „Wir stellen in unserem Volleyclub mit verschiedenen Top-Caterern an den Spieltagen die Vielfalt der Genussregion Straubing-Bogen dar“, erklärt Geschäftsführerin Ingrid Senft das neue vielfältige gastronomische Angebot, das unter dem Motto „Über den Tellerrand hinaus“ steht.

Foto Sebastian Schmidt: Pure Freude bei Clarisa Sagardia von Schwarz-Weiß Erfurt. Foto Sebastian Schmidt: Pure Freude bei Clarisa Sagardia von Schwarz-Weiß Erfurt.

Schwarz-Weiß Erfurt

Der sportliche Klassenerhalt steht für Schwarz-Weiß Erfurt über allem. Mithilfe von Florian Völker und Rebekka Schneider, die als neues Trainergespann vom VC Offenburg nach Thüringen kamen sowie Neuzugängen aus Vilsbiburg, Dresden und Nordamerika soll dieses Ziel erreicht werden.

Jennifer Pettke (Vilsbiburg), Halli Amaro (Vilsbiburg II), Rica Maase (Dresdner SC), Mia Anna Stauß (VCO Dresden), Lindsay Flory (Lousiana State University) und Cassidy Pickrell (Volley Düdingen) sollen beim Projekt Klassenerhalt wichtige Rollen spielen. Ein weiterer Neuzugang kann vorerst nicht helfen: Libera Michelle Petter (Dresdner SC) fällt mit einem Mittelhandbruch zunächst aus. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut, auch wenn die schwere Verletzung von Michelle Petter die Stimmung ein wenig trübt“, sagt Trainer Völker.

Mit den Transfers für das Spielfeld gehen umfassende personelle Veränderungen in der Geschäftsstelle einher. Christian Beutler wurde als neuer Geschäftsführer angestellt und das Marketing-Team umstrukturiert. „Mit diesen tiefgreifenden Veränderungen abseits des Spielfelds wollen wir neue Akzente setzen, um den Volleyball-Standort Erfurt in der 1. Bundesliga der Frauen konkurrenzfähiger zu machen und dauerhaft zu etablieren“, erläutert SWE-Pressesprecher Stephan Siegl die Vision der Erfurter.

Dafür sind die Spiele gegen den Thüringer Rivalen aus Suhl wie gemacht. „Die Aufeinandertreffen mit dem VfB Suhl Lotto Thüringen sind wegen des Derbycharakters und der vollen Hallen für unsere Fans und die Mannschaft immer etwas Besonderes“, sagt Siegl. So wie in der vergangenen Saison, als Schwarz-Weiß auswärts im Thüringer Wald mit 3:0 den erste Sieg in einem Thüringenderby in der 1. Bundesliga überhaupt feiern durfte. Auf eine Wiederholung dieses Ergebnisses hofft Siegl in der neuen Saison: „Wenn wir im letzten Spiel der Hauptrunde zuhause gegen Suhl den sportlichen Klassenerhalt feiern dürfen, sind bei uns alle glücklich.“

Quelle VBL

  • comdirect
  • Stanno
  • Mikasa