Berlin und Schwerin gewinnen comdirect Supercup

Dreimal in Folge Sieger beim comdirect Supercup: SSC Palmberg Schwerin (Foto: Conny Kurth) Dreimal in Folge Sieger beim comdirect Supercup: SSC Palmberg Schwerin (Foto: Conny Kurth) Die ersten Titel der neuen Volleyball-Saison 2019/2020 gehen an die Berlin Recycling Volleys und den SSC Palmberg Schwerin. Vor 4.535 Zuschauern in der TUI-Arena Hannover sicherten sich beide Mannschaften im Duell aus Meister und Pokalsieger den comdirect Supercup 2019.

Der comdirect Supercup 2019 zeichnete sich durch eine Weltpremiere aus. Erstmalig wurden zwei offizielle Spiele einer olympischen Teamsportart auf einem interaktiven LED-Glasboden ausgetragen. Der Sportboden „ASB LumiFlex“ der Firma ASB Glassfloor sorgte für visuelle Highlights, unter anderem durch eine spektakuläre Opening- und Einlaufshow.

comdirect Supercup der Männer

Bei den Männern kam es bei der vierten Auflage des Supercups auch zum vierten Duell zwischen dem Rekordchampion VfB Friedrichshafen und dem Meister der vergangenen vier Jahre, den Berlin Recycling Volleys.

Obwohl beide Mannschaften aufgrund vieler Nationalmannschaftsverpflichtungen ihrer Spieler eine herausfordernde Vorbereitung zu absolvieren hatten, waren sie mit je zwei Siegen in die neue Spielzeit gestartet. Klar war also, dass in Hannover nur ein Team seine weiße Weste würde behalten können.

In der Anfangsphase des Spiels konnte sich lange Zeit keine Mannschaft entscheidend absetzen. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs zogen die Berliner auf vier Punkte weg. Diesen kleinen Vorsprung spielte der amtierende Meister dann auch nach Hause. Nicolas Le Goff verwandelte den zweiten Satzball zum 25:20 und der 1:0-Satzführung für das Team von Trainer Cédric Énard.

Jubel über den Sieg beim comdirect Supercup bei den Spielern der BERLIN RECYCLING Volleys (Fotos: Conny Kurth)
Jubel über den Sieg beim comdirect Supercup bei den Spielern der BERLIN RECYCLING Volleys (Fotos: Conny Kurth)

Zu Beginn von Durchgang zwei bot sich den Fans in der TUI Arena ein ähnliches Bild. Bis zum 6:6 ging es im Gleichschritt daher, ehe sich die Berliner mit vier Punkten in Serie einen ersten Vorsprung herausspielen konnten. Beide Teams waren immer dann besonders gefährlich, wenn es schnell über die Mitte ging – egal ob Brendan Schmidt auf Zuspiel von Jakub Janouch bei den „Häflern“ oder Jeffrey Jendryk und Le Goff auf Zuspiel von Pierre Pujol bei den BR Volleys, häufig waren diese Kombinationen erfolgreich. Beendet wurde der Satz allerdings mit einem Fehler. Der Aufschlag von Nikola Gjorgiev landete im Aus, das 25:18 und das 2:0 nach Sätzen waren perfekt.

Vier Punkte in Folge brachten den Berlinern gleich zu Beginn des dritten Satzes die 6:3-Führung, die der VfB Friedrichshafen aber bis zum 8:8 ausgeglichen hatte. Wieder waren es dann die Hauptstädter, die noch einmal zulegen konnten und erst auf 15:9, dann auf 18:11 davonzogen und sich diesen Vorsprung auch nicht mehr nehmen ließen. Nach Aufschlag von Moritz Reichert, der die Berliner in einem packenden fünften Playoff-Finale am Boden zum Meister gemacht hatte und in Hannover zum MVP des Spiels gewählt wurde, stand der erste Supercup-Erfolg der Berliner fest. Nach dem 25:15 im dritten Satz und 74 Minuten Spielzeit bejubelten die Berliner Spieler den ersten von drei angepeilten nationalen Titeln mit den mitgereisten Berliner Fans.

comdirect Supercup der Frauen

Bei den Frauen geht der comdirect Supercup 2019 an den SSC Palmberg Schwerin. Der DVV-Pokalsieger setzte sich gegen Meister Allianz MTV Stuttgart mit 3:1 (25:22, 31:33, 25:19, 25:18) durch und machte damit den Titel-Hattrick in Hannover perfekt.

Während die Stuttgarterinnen bislang einen Supercup-Erfolg – im Jahr 2016 – für sich verbuchen konnten, hatten sich die Schwerinerinnen die Trophäe bereits in den vergangenen beiden Jahren gesichert.

Die Stuttgarterinnen erwischten den besseren Start in das Match, zogen schnell auf 7:3 davon. Doch die Auszeit von SSC-Coach Felix Koslowski zeigte Wirkung, sein Team holte drei Zähler in Serie, glich zum 8:8 aus und ging wenig später erstmalig in Führung. Beim Stand von 8:10 reagierte Stuttgarts Meister-Trainer Ioannis Athanasopoulos seinerseits mit einer Auszeit, doch der anfängliche Elan seiner Mannschaft war verpufft.

Die Schwerinerinnen verstanden es, Stuttgarts Krystal Rivers – immerhin MVP der Vorsaison – aus dem Spiel zu nehmen, setzten sich ihrerseits ein wenig ab. Doch die Schwäbinnen gaben nicht, kämpften sich zurück und eroberten beim Stand von 20:19 erneut die Führung.

Wie schon zu Beginn des Satzes brachte eine Auszeit die Schwerinerinnen wieder in die Spur. Erst drei Punkte in Folge, dann ein konsequentes Side-Out und der erste Durchgang ging nach 28 Minuten mit 25:22 an den amtierenden Pokalsieger.

Mit der 1:0-Satzführung im Rücken erspielten sich die Schwerinerinnen schnell einen kleinen Vorsprung, ohne sich aber entscheidend absetzen können. Stuttgart glich zum 16:16, nur um kurz darauf 17:20 zurückzuliegen. Doch wer dachte, der Satz wäre damit entschieden, sah sich getäuscht. Der Meister bäumte sich noch einmal auf, schaffte den erneuten Ausgleich zum 20:20 und erspielte sich wenig später zwei Satzbälle.

Die Entscheidung war aber auch das noch nicht. Der SSC wehrte beide Satzbälle ab und hatte beim Stand von 25:24 die erste Chance zum 2:0, doch der Angriff von Mckenzie Adams, die später zum MVP der Partie gewählt wurde, verfehlte das Feld knapp. Auch den zweiten Satzball für die Schwerinerinnen wehrte Stuttgart ab, zudem fand Rivers ihre Durchschlagskraft im Angriff zurück. Immer wieder suchte Zuspielerin Cansu Aydinogullari die US-Amerikanerin – mit Erfolg. Den finalen Punkt zum 33:31 und dem 1:1-Satzausgleich für MTV Allianz Stuttgart aber brachte ein erfolgreicher Doppelblock.

Auch im dritten Durchgang blieb es ein Duell auf Augenhöhe – mit großen Parallelen zum ersten Satz. Bei 8:10 nahm SSC-Trainer Koslowski eine Auszeit. Im Anschluss punktete sein Team viermal in Serie. Kollege Athanasopoulos konterte seinerseits mit einer Auszeit – Ausgleich. Die Führung wechselte hin und her, ehe sich die Schwerinerinnen mit drei Punkten hintereinander wieder eine Zwei-Punkte-Führung (19:17) herausspielen konnten.

Diesmal blieb die Stuttgarter Auszeit ohne Wirkung. Schwerin legte zwei Zähler nach und blieb bis zum Satzende konzentriert. Ein schneller Angriff über Lauren Barfield zum 25:19 beendete den Durchgang und brachte die erneute Satzführung für den Supercupsieger der letzten beiden Jahre.

Der Rekordmeister kam dann auch deutlich besser in den vierten Satz. Eine schnelle 8:3-Führung wurde zügig auf 12:4 ausgebaut. Stuttgart nahm die zweite Auszeit, wechselte doppelt, doch Schwerin ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Sauber vorgetragene Angriffe und eine prächtig aufgelegte Anna Pogany waren der Schlüssel zum letztlich ungefährdeten Erfolg in diesem Durchgang. Den Matchball zum 25:18 verwandelte Kimberly Drewniok nach exakt zwei Stunden Spielzeit.

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