Thole/Wickler nicht zu stoppen - Deutsche Meister 2020

Foto Conny Kurth: Jubel am Strand v.l.n.r.: Julius Thole, Coach Martin Olenjak und Clemens Wickler. Foto Conny Kurth: Jubel am Strand v.l.n.r.: Julius Thole, Coach Martin Olenjak und Clemens Wickler. Sie sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden: Die Vize-Weltmeister Julius Thole/Clemens Wickler haben bei den 29. Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften 2020 in Timmendorfer Strand den Titel geholt. Im Finale besiegten sie das Interims-Team Nils Ehlers/Eric Stadie mit 2:0 (21-12, 21-18). Für Wickler ist es nach 2015, 2017 und 2018 bereits die vierte Meisterschaft, Thole jubelt nach 2018 zum zweiten Mal über DM-Gold. Bronze ging an Alexander Walkenhorst/Sven Winter.

  • Thole/Wickler Deutsche Meister
  • Jonas Schröder verabschiedet sich vorerst
  • Starkes Signal in Schlewsig-Holstein

Nicht zu stoppen

Kein Satzverlust, nur im Halbfinale in einem Satz 19 Punkte zugelassen und auch im Finale dominant: Julius Thole/Clemens Wickler sind die verdienten Sieger der Beach-DM in Timmendorfer Strand und können sich zusätzlich über ein Preisgeld von 10.000 EUR freuen.

So konnten Thole/Wickler nach fünf beeindruckenden Spielen zum zweiten Mal gemeinsam den begehrten Pokal in den Timmendorfer Himmel recken:

„Nachdem Olympia und die World Tour abgesagt wurden, haben wir uns an der Deutschen Meisterschaft festgeklammert, da diese von Anfang an nicht abgesagt wurde. Das war definitiv einer der Motivationsschübe im Training“, freute sich Wickler und ergänzte:

„Wir wollten Deutscher Meister werden und dort unseren Peak setzen, umso schöner ist es, dass ich mit Julius jetzt ein zweites Mal gewinnen konnte. Das hat sehr viel Wert für uns.“ Im Finale zeigten sie erneut eine beeindruckende Vorstellung und waren in allen Bereichen überlegen. Trotz der schwierigen Bedingungen in 2020.

Foto Conny Kurth: Das DM-Podium der Männer v.l.n.r.: Nils Ehlers/Eric Stadie (Bronze), Clemens Wickler/Julius Thole (Gold) und Alexander Walkenhorst/Sven Winter (Bronze). Foto Conny Kurth: Das DM-Podium der Männer v.l.n.r.: Nils Ehlers/Eric Stadie (Bronze), Clemens Wickler/Julius Thole (Gold) und Alexander Walkenhorst/Sven Winter (Bronze).

„Es war schon ein schwieriges Jahr, mit vielen Auf und Abs, auch emotional. Ein Riesenkompliment an unser ganzes Team, dass wir es geschafft haben, die Spannung so aufzubauen. Jetzt haben wir noch zwei Turniere mit „King of the Court“ in Utrecht und die Europameisterschaft“, blickte Thole bereits auf die kommenden Herausforderungen.“

Für Nils Ehlers/Eric Stadie blieb schlussendlich eine sensationelle Silbermedaille, 5.000 EUR Preisgeld und der „Fastest Serve of the Final“. Den schnappte sich Ehlers mit einem Service von satten 100 KM/h. Eine Geschwindigkeit, die während der gesamten Saison in keinem Finale erreicht wurde.

Die Bronzemedaille sicherten sich Alexander Walkenhorst/Sven Winter mit einem 2:0 (21-19, 21-17)-Erfolg gegen Paul Becker/Jonas Schröder. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir waren an vier gesetzt, daher war es klar, dass im Halbfinale Thole/Wickler warten. Sonst haben wir alle Spiele ohne Satzverlust gewonnen", fasste Walkenhorst die Team-Leistung zusammen. 

Während Walkenhorst nach 2012 und 2013 (jeweils Silber) zum dritten Mal Edelmetall gewann, ist es für Winter Medaille Nummer zwei nach Silber im letzten Jahr.

Foto Conny Kurth: Der Foto Conny Kurth: Der "Fastest Serve of the Final" ging an Nils Ehlers.

Jonas Schröder verabschiedet sich

Drei Jahre hatten Paul Becker/Jonas Schröder als "Team Knirps" die deutsche Tour bereichert. Jetzt ist Schluss: Schröder, 29 Jahre alt, wird seine Stunden im Sand deutlich reduzieren, als Team trennen sie sich in jedem Fall. 2018 spielten Becker/Schröder ihre stärkste Saison, holten viermal die Goldmedaille und drei weitere Podestplätze auf der Techniker Beach Tour. 2019 folgte schließlich die Bronzemedaille bei der Beach-DM.

"Er hat die Tour bereichert, als begnadeter Volleyballer und als Mensch", lobte Alexander Walkenhorst nach dem Ende des Bronze-Spiels Schröder. Paul Becker wurde emotional: "Wir sind in der Zeit beste Freunde geworden und haben viele Erfolge gefeiert. Gestern kam schon ein bisschen das Abschiedsgefühl auf, umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich heute noch zwei Spiele mit Jonas machen durfte."

Jonas Schröder sagte: "Ich will aufgrund der Familie kürzer treten. Das heißt aber nicht, dass ich nie wieder im Sand stehe. Ich möchte mich für die Unterstützung bedanken und habe mich sehr gefreut, dass ich mit so einem Spiel auf dem Center Court in Zukunft kürzer treten kann."

Foto Conny Kurth: Für Jonas Schröder und Paul Becker war es die letzte gemeinsame Beach-DM. Foto Conny Kurth: Für Jonas Schröder und Paul Becker war es die letzte gemeinsame Beach-DM.

Starkes Signal in Schlewsig-Holstein

Gute Nachrichten für den Beach-Volleyball gibt es auch aus der Politik zu vermelden: Schleswig-Holstein plant den Bau einer kombinierten Leichtathletik- und Beach-Volleyball Halle in Kiel. Das teilte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack am Rande der Beach-DM mit.

"Diese Halle ist das herausragende Starterprojekt, welches wir als Landesregierung als Signal in unser „Sportland Schleswig-Holstein“ geben wollen. Zugleich stärken wir damit den gemeinsamen Olympiastützpunkt von Hamburg und Schleswig-Holstein. Diese Halle wird nicht nur Beach-Volleyballerinnen und Beach-Volleyballern – wie wir sie hier bei den Deutschen Meisterschaften erleben - optimale Trainingsbedingungen bieten", erklärte die Innenministerin und ergänzte:

"Sie setzt durch die Kombination mit der Leichtathletik auch an unsrer Grundbewegungsarten Laufen, Springen, Werfen an. Auch für Lehre, Forschung sowie die Serviceleistungen für den Spitzensport unserer sportwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität schaffen wir damit optimale Voraussetzungen." Die Landesregierung stellt für die kombinierte Leichtathletik- und Beachvolleyballhalle 7,5 Millionen Euro bereit.

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