Zurück im Sand: Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur

Foto FIVB: Chantal Laboureur (li.), Sandra Ittlinger (re.) Foto FIVB: Chantal Laboureur (li.), Sandra Ittlinger (re.) Nach all den Stunden, die sie in den letzten Monaten in den eigenen vier Wänden und später im Kraftraum verbracht haben, freuen sich Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur wieder Sand unter den Füßen zu spüren. Für das deutsche Nationalteam startet am 17. Juli die Techniker Beach Tour in Düsseldorf, an der sie im Feld der Top-Teams teilnehmen und sich etliche Duelle auf Weltklasse-Niveau liefern werden.

Zurück im Sand

Für Sandra Ittlinger ist es fast schon ein ungewohntes Bild: Neben ihr im Sand findet sich im Training endlich Chantal Laboureur wieder. Die Abwehrspezialistin kämpfte sich zuletzt nach überstandener Schulter-OP zurück auf das Feld. Doch kaum in den Startlöchern, wurde sie schon wieder ausgebremst. Die Corona-Pandemie wirbelte den Comeback-Plan durcheinander, half aber auch, um nichts zu überstürzen.

„Zunächst war das eine Turbo-Reha, die ich da hingelegt hatte. Mein ursprüngliches Ziel war es, so schnell es geht wieder fit zu werden. Durch die Situation der Turnier-Absagen, hatten wir dann mehr Zeit. Ich musste mit meinem Betreuerteam nichts mehr überstürzen. Wir haben mehr Zeit bekommen die ganze Schulter und den Körper super aufzubauen", beschreibt Laboureur die Situation. 

Die stets positive Einstellung - bei allen Problemen - lässt sich auch Ittlinger nicht nehmen: "Chantal und ich sind extrem emotionale Spielerinnen. Wenn wir den Wettkampf nicht haben, nicht das tun können, was wir so sehr lieben, wofür wir jeden Tag trainieren und uns ab und zu auch durchs Training quälen, dann ist das hart. Aber wenn wir uns umschauen, auch gesamtgesellschaftlich, dann ist unsere Situation relativ okay. Klar haben auch wir hohe finanzielle Einbußen durch ausfallende Turnier-Teilnahmen, aber ich glaube, wenn man nach rechts und links schaut, geht es anderen da sehr viel schlechter.“

Foto FIVB: Im September schrammte man nur knapp am Olympia-Ticket vorbei. Foto FIVB: Im September schrammte man nur knapp am Olympia-Ticket vorbei.

Holpriger Start mit starkem Saisonende

Nicht schlecht, aber dennoch schwierig, gestaltete sich der Start des Teams Anfang 2019. Mit dem damaligen Rücktritt von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst wurden die Nationalteams der Frauen von einem Sturm erfasst. Ursprünglich in anderen Konstellationen in das Jahr gegangen, stand Chantal zum Start der Olympia-Qualifikationsphase plötzlich ohne Partnerin da. Als neues Team ergriffen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur ihre unverhoffte Chance auf die Olympischen Spiele und starteten gemeinsam im Sand.

Mit anfänglichen Problemen. „Wir waren Anfang 2019 eines der neuen Teams. Es war uns von Anfang an klar, dass es ganz normal sein wird, dass wir Zeit brauchen werden, um zusammenzufinden, so wie die anderen neuen Teams auch, die nach der Saison 2018 entstanden sind." Nach wechselhaften Ergebnissen auf der World Tour sowie bei der Beach-WM in Hamburg platzte der Knoten beim olympischen Qualifikationsturnier in China, wo man erst im Finale knapp am Olympia-Ticket vorbei schrammte.

"Was Maggie Kozuch und Laura Ludwig in Rom abgefackelt haben (Sieg des World Tour Finals, Anm. d. Red.), das haben wir beim Olympischen Qualifikations-Turnier im September gezeigt. Leider haben wir ein Spiel weniger gewonnen. Aber da haben wir gezeigt, was wir drauf haben, welches Potenzial in uns als Team steckt", blickt Ittlinger zurück. "Das war unser bestes Turnier als Team", ist sich auch Laboureur sicher.  

Vorfreude auf Düsseldorf, Hamburg und Timmendorfer Strand 

Dem Hoch folgte das bekannte Tief mit der Schulter-Op von Laboureur. Nach erfolgreicher Reha und der Corona-Pause will das Duo 2020 ab dem 17. Juli auf der Techniker Beach Tour wieder angreifen. "Auch wenn seit September viel passiert ist und das Turnier in China faktisch einige Monate her ist, ist es das für uns vom Gefühl nicht. Das was wir im September 2019 gespielt haben, unseren Spielstil, wie wir uns gefunden haben als Team, das macht große Lust direkt daran anzuknüpfen", blickt Ittlinger voraus.

"Wir wussten immer, dass es die Chance gibt, dass es wieder losgeht und wir in den Wettkampfmodus schalten müssen. Daher sehen wir die Pause für uns vor allem als Chance, um aufzuholen. Es war ein anderes Training, aber trotzdem haben wir viel und intensiv gearbeitet", bewertet Laboureur die Situation. Das können sie in den nächsten Wochen zeigen. Als Top-8 Teilnehmer messen sie sich mit den besten Teams der deutschen Rangliste sowie internationalen Duos, die nach Spielpraxis lechzen. 

Nach dem Aussetzen der Olympia-Qualifikation sowie der Absage der World Tour sind diese Turniere eine große Motivation: „Wir sind extrem glücklich, dass die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand stattfinden und wir die Möglichkeit bekommen auch davor noch Wettkampfminuten zu sammeln. Dafür trainieren wir jeden Tag.“

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