Deutschland fliegt ins Viertelfinale – 3:1 gegen Niederlande

Foto CEV: Deutschlands Volleyballer können über einen Sieg im Achtelfinale jubeln. Foto CEV: Deutschlands Volleyballer können über einen Sieg im Achtelfinale jubeln. Deutschland ist nach der mit Abstand besten Leistung ins Viertelfinale der Europameisterschaft (12.-29. September) eingezogen. Gegen die Niederlande feierte das Team von Bundestrainer Andrea Giani in Apeldoorn einen 3:1 (25-22, 25-17, 30-32, 25-23)-Erfolg und steht zum vierten Mal in Folge unter den Top acht Europas. Das Viertelfinale findet am Montag statt. Gegner ist Weltmeister Polen. SPORT1+ überträgt ab 20:00 Uhr live.

Starker Beginn – DVV-Team hellwach

Deutschland startete die Mission Viertelfinale mit Georg Grozer (D), Lukas Kampa (Z), Christian Fromm (AA), Ruben Schott (AA), Tobias Krick (MB), Marcus Böhme (MB) und Julian Zenger (L). Mittelblocker Krick war es, dessen Flatteraufschläge die Niederländer zu Beginn stark unter Druck setzten.

Als Folge produzierten sie Fehler im Angriff und Zuspiel, die die DVV-Auswahl auf 9:5 davonziehen ließen. Untermauert wurde die Leistung von einer starken Angriffsquote von Georg Grozer (sechs Punkte, 67%), der mit zwei Assen gleich sieben Satzbälle für das deutsche Team erarbeitete (24:17). Nummer eins nutzten die deutschen Spieler aus der Abwehr heraus über Tobias Krick (25:17).

Übertragung Viertelfinale SPORT1+

Mo, 23. Sep 20:00 Uhr Deutschland Polen

Deutschland eiskalt

Mit weniger Druck im Aufschlag startete die deutsche Mannschaft in den zweiten Durchgang. Zu oft fand das eigene Service nur den Weg ins Netz (elf Fehler). Auf der anderen Seite zeigten die Niederländer, bei denen nur Kapitän Nimir Abdel-Aziz (elf Punkte) nicht zu stoppen war, in der Crunchtime deutliche Abstimmungsprobleme im Zuspiel (21:21). Gleich zweimal hätten sie nach starker Abwehr punkten können, doch stattdessen ergaben sich Dankeball-Situationen für Deutschland. Es waren Geschenke, die sie sich nicht nehmen ließen und die 2:0-Führung perfekt machten (25:22).

Drama pur

Satz drei, in dem die deutsche Mannschafft bereits mit 18:21 und 21:23 in Rückstand lag, entwickelte sich zu einem echten Drama. Ein Ass von Grozer glich den Spielstand aus (23:23), ein Angriffsfehler der Niederländer schenkte Deutschland den ersten Matchball. Es sollte nicht dabei bleiben: Insgesamt hatte die DVV-Auswahl sechs Matchbälle, von denen keiner genutzt werden konnte. Die Niederlande wiederum erarbeitete sich im weiteren Verlauf jeweils mit einem Ass zwei Satzbälle. Mit Erfolg: Ein Block brachte sie zurück ins Spiel (30:32).

Foto CEV: Georg Grozer steuerte mit 20 Zählern die meisten Punkte für Deutschland hinzu. Foto CEV: Georg Grozer steuerte mit 20 Zählern die meisten Punkte für Deutschland hinzu.

Tobias Krick läuft heiß

Bundestrainer Andrea Giani reagierte auf eine schwächelnde Annahme im vierten Durchgang und brachte in der Folge Moritz Reichert für Denis Kaliberda ins Spiel. Auch im Block nahm er Anton Brehme für Marcus Böhme herein. Zwei Änderungen, die gleich zustachen. Brehme wurde von Zuspieler Lukas Kampa nach guter Annahme von Reichert gleich dreimal in Szene gesetzt und ließ dem niederländischen Team keine Chance wegzuziehen. In der Schlussphase belohnte sich vor allem Tobias Krick, der mit 15 Punkten (83% im Angriff) überragte und fünf der sechs deutschen Blocks setzte (23:21). Der letzte Punkt zum Viertelfinaleinzug blieb Anton Brehme (25:23) nach einem schnellen Angriff über die Mitte vorbehalten.

„Das war der wichtigste Sieg“

Bundestrainer Andrea Giani zeigte sich glücklich nach dem Sieg: „Für uns war es der wichtigste Sieg bisher. Wir mussten gewinnen, weil wir unbedingt weiterkommen wollten. Sicherlich haben wir im Verlauf auch einige Fehler gemacht, aber mit einer ganz anderen Einstellung auf dem Feld gestanden und gezeigt, dass wir gewinnen wollen.“

Kapitän Lukas Kampa ergänzte: „Es war die beste Turnierleistung und ein wichtiger Sieg. Ich möchte es nicht überbewerten und zu euphorisch werden, weil man in schwierigen Phasen gesehen hat, dass wir noch nicht die Stabilität hatten, die wir schon bei anderen Turnieren gezeigt haben. Aber irgendwo müssen wir anfangen und das hat man heute gesehen.“

EM-Kader

Nr. Name Position Verein Alter
1 Christian Fromm Außenangriff Jastrzebski Wegiel 29
2 Tobias Krick Mittelblock UV Frankfurt 20
3 Ruben Schott Außenangriff Trefl Gdánsk 25
5 Moritz Reichert Außenangriff BR Volleys 24
6 Denys Kaliberda Außenangriff Azimut Modena 29
8 Marcus Böhme Mittelblock St. Petersburg 34
9 Georg Grozer Diagonalangriff Zenit St. Petersburg 34
10 Julian Zenger Libero BR Volleys 22
11 (C) Lukas Kampa Zuspiel Jastrzebski Wegiel 32
12 Anton Brehme Mittelblock SVG Lüneburg 20
13 Simon Hirsch Diagonalangriff Vibo Valentia 27
14 Moritz Karlitzek Außenangriff Top Volley Latina 23
15 Noah Baxpöhler Mittelblock Spacer’s de Toulouse 26
17 Jan Zimmermann Zuspiel Greenyard Maaseik 26
Ø 26,5
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