Trotz starker Leistung: DVV-Frauen verlieren gegen China
In einer von langen Ballwechseln und starken Defensivaktionen geprägten Partie lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Die DVV-Frauen kämpften sich im ersten Satz nach Rückstand zurück und gingen mit 1:0 in Führung. Nach dem knappen Satzausgleich der Chinesinnen antwortete die DVV-Auswahl mit einem souveränen dritten Durchgang und stand kurz vor einer Überraschung. Ein verschlafener Start in Satz vier brachte China jedoch zurück ins Spiel. Im Tiebreak fanden die Deutschen gegen die starke chinesische Block-Abwehr keine Lösungen mehr und mussten sich geschlagen geben.
Die deutsche Mannschaft überzeugte vor allem mit einer starken Block-Abwehr. Im Angriff fehlte jedoch phasenweise die letzte Konsequenz, während die Chinesinnen druckvoll aufschlugen und ihre Chancen mit einem variablem Angriffsspiel konsequent nutzten. Beste deutsche Scorerinnen waren Emilia Weske (17 Punkte) und Pia Timmer (14), während Chinas Yushan Zhuang mit 27 Punkten herausragte.
Stimmen zum Spiel
Emilia Weske: „Ich bin sehr stolz auf unser Team, wie wir heute gekämpft und uns nach der schwierigen ersten Woche präsentiert haben. Wir sind als Mannschaft gewachsen und können viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen. China hatte auf unsere Angriffe immer die richtige Antwort und wir haben keine Lösungen gefunden. Wir wollen uns weiter verbessern, zusammenwachsen und in den verbleibenden Spielen punkten.“
Giulio Bregoli: „China ist ein sehr gutes Team, aber wir dürfen ihnen nicht erlauben, sich wie in Satz vier und fünf so deutlich abzusetzen. Dann wird es gegen einen Gegner dieser Qualität sehr schwer. Es gibt Phasen, in denen wir sehr gut spielen, aber auch Momente, in denen wir zu stark nachlassen. Daran müssen wir arbeiten. Unsere Block-Abwehr war heute sehr gut, darauf können wir aufbauen. Jetzt geht es darum, nach erfolgreichen Abwehraktionen mehr Qualität in unser eigenes Angriffsspiel zu bringen.“
Spielbericht
Bregoli schickte zunächst Sarah Straube, Emilia Weske, Lina Alsmeier, Pia Timmer, Anastasia Cekulaev, Camilla Weitzel und Annie Cesar aufs Feld. Die Partie startete direkt mit einem langen Ballwechsel mit dem besseren Ende für die Chinesinnen. Nach einem ausgeglichenen Beginn trafen die Chinesinnen zweimal glücklich die Linie und nach einem Fehler von Alsmeier nahm Bregoli bereits beim 4:7 seine erste Auszeit. Mit starken Aufschlägen und einem variablen Angriffsspiel setzten die Chinesinnen die deutschen weiter unter Druck, zudem packten sie im Blok zu (9:12). Mit zwei Punkten erzielte Alsmeier schließlich den Ausgleich (13:13). Die Partie war bereits jetzt von zahlreichen langen Ballwechseln geprägt. Es ging ausgeglichen weiter, Weitzel packte im Block zu, Weske punktete im Angriff (18:18). Bregoli brachte Hannah Kohn und Lena Kindermann. Mit einem Ass brachte Timmer ihr Team erstmals in der Partie in Führung (21:20). Kindermann erhöhte mit einem Block auf 22:20. Die Chinesinnen erzielten noch den 23:23-Ausgleich, dann landete ihr Aufschlag im Aus, sodass die Deutschen Satzball hatten. Als der chinesische Angriff im Aus landete, jubelten die DVV-Frauen schon, doch die Challenge zeigte eine Berührung von Alsmeier im Block. Auch den zweiten Satzball wehrten die Chinesinnen ab, ehe Timmer nach einem guten Aufschlag von Weitzel den dritten Satzball verwandelte.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs war der deutsche Block kaum zu überwinden. Cekulaev und Weitzel packten jeweils zweimal zu (8:6). Die Chinesinnen glichen jedoch dank starker Abwehrarbeit schnell wieder aus (9:9). Anschließend konnte sich kein Team absetzen (14:14). Bregoli brachte erneut Kohn und Kindermann. Mit einem Ass von Kohn und einem cleveren Tip von Kindermann erspielten sich die DVV-Frauen eine kleine Führung (17:15). Mit einem Block gegen Weske drehten die Chinesinnen jedoch den Spielstand wieder (18:19), bevor die Deutschen nach zwei Fehlern der Chinesinnen wieder vorne lagen (22:21). Am Ende waren die deutschen Angriffe jedoch nicht zwingend genug, sodass China den knappen Satzgewinn feiern konnte.
Die DVV-Frauen hakten den Satzverlust schnell ab und gingen direkt mit 6:3 in Führung. Doch wie schon so oft in der Partie, konnten sie den Vorsprung nicht lange halten. Mit einem Block gegen Alsmeier stellten die Chinesinnen auf 7:7. Dann drehte Weske auf und punktete im Angriff und Block (12:8). Diesmal hielt die DVV-Auswahl den Vorsprung mit Punkten von Weitzel, Weske, Ceku, Timmer und Kindermann (17:13). Die eingewechselte Antonia Stautz erhöhte mit einem Ass auf 20:15. Zudem war Weitzel aufmerksam im Block und nach einem weiteren guten Aufschlag von Stautz verwandelte Timmer zum 22:15. Nach zwei Blocks gegen Timmer und Weske nahm Bregoli seine Auszeit (22:17). Weske bescherte dem deutschen Team sechs Satzbälle. Direkt den ersten verwandelte Timmer zum deutlichen Satzgewinn.
Den Start des vierten Durchgangs verpassten die DVV-Frauen jedoch komplett und lagen direkt mit 0:5 hinten. Bregoli wechselte Mia Kirchhoff für Timmer. Weske brachte schließlich den ersten Punkt fürs deutsche Team. Die Chinesinnen waren nun unter jedem Ball und trafen weiterhin die Linien (4:10). Doch die DVV-Frauen blieben dran und kamen nach einem Ass von Straube auf 8:11 heran. Bregoli vollzog wie üblich seinen Doppelwechsel und brachte Timmer zurück. Die Hypothek vom Satzbeginn wurden sie jedoch nicht mehr los. China verteidigte stark und nutzte die Angriffschancen deutlich konsequenter als die Deutschen. So nahm Bregoli beim 12:18 seine zweite Auszeit – doch es half nichts (15:22). Und so hatten die Chinesinnen kurz darauf satte sieben Satzbälle. Den ersten vergaben sie mit einem Fehlaufschlag, den zweiten und dritten wehrte Weitzel mit zwei Assen ab, dann saß der Angriff der Chinesinnen.
Im Tibreak begann Kohn im Zuspiel. Erneut brachten die Deutschen ihre Angriffe nicht durch und lagen schnell mit 1:6 zurück. Bregoli brachte Stautz, Nestler und Strubbe, doch bei den DVV-Frauen lief nicht mehr viel zusammen. Nach zwei Assen von China wuchs der Rückstand auf 3:11. Acht Matchbälle sprachen eine deutliche Sprache – und bezeichnend für den Tiebreak landete Alsmeiers Angriff direkt beim ersten im Aus.
Spielplan VNL Woche 2
Mittwoch, 17. Juni, 11:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. China | 2:3 (27:25, 23:25, 25:18, 20:25, 6:15) |
Freitag, 19. Juni, 18:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Belgien | |
Samstag, 20. Juni, 18:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Türkei | |
Sonntag, 21. Juni, 15 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Brasilien |