Nach Reisechaos: DVV-Frauen bereit für den VNL-Auftakt in Quebec
Die Anreise verlief dabei alles andere als planmäßig. Eigentlich sollte das Team bereits am Sonntag in Québec ankommen. Doch rund 100 Kilometer vor dem Ziel musste die Maschine aufgrund eines technischen Defekts und schwieriger Wetterbedingungen umkehren und nach Toronto zurückfliegen. Erst am Montag erreichte die Mannschaft über Montréal schließlich Québec. „Wir hatten Québec schon gesehen und dann umzudrehen, war für uns alle etwas surreal“, berichtet Kapitänin Camilla Weitzel. „Umso größer ist jetzt die Freude, dass wir angekommen sind und uns endlich auf Volleyball konzentrieren können.“
Trotz der strapaziösen Anreise überwiegt die Vorfreude auf den Start in den Nationalmannschaftssommer. „Die VNL ist immer etwas Besonderes“, sagt Camilla Weitzel. „Wir haben einige neue Spielerinnen im Team, die zum ersten Mal dabei sind. Da spürt man die Aufregung und Vorfreude natürlich besonders. Gleichzeitig haben wir uns alle darauf gefreut, nach der Vereinssaison wieder gemeinsam auf dem Feld zu stehen. Jetzt geht es endlich richtig los.“
In der Vorbereitung mit den ausverkauften Länderspielen in Münster und dem Turnier in Apeldoorn sammelte das Team wichtige Erkenntnisse. „Besonders im Aufschlag haben wir viel Druck gemacht. Gleichzeitig haben wir gesehen, woran wir noch arbeiten müssen, etwa in Block-Abwehr und Angriff“, erklärt die Kapitänin. „Die Vorbereitung war relativ kurz, aber wir haben die Zeit intensiv genutzt.“
Außenangreiferin Lina Alsmeier sieht die Entwicklung der vergangenen Jahre als große Stärke des Teams: „Durch die vielen jungen Spielerinnen haben wir inzwischen eine große Breite im Kader. Jede kann aufs Feld kommen und ihren Beitrag leisten. Außerdem wollen wir eine Mannschaft sein, gegen die niemand gerne spielt. Wir wollen unangenehm sein, nichts verschenken und niemandem das Gefühl geben, ein leichtes Spiel zu haben.“
Mit Kanada wartet direkt zum Auftakt eine anspruchsvolle Aufgabe auf die DVV-Auswahl. Danach folgen Duelle mit der Ukraine, Japan und den USA. „Wichtig wird sein, dass wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln und unseren Rhythmus finden, denn gerade zu Beginn ist die Anspannung etwas größer“, sagt Alsmeier.
Auch Bundestrainer Giulio Bregoli zieht nach den ersten gemeinsamen Wochen ein positives Fazit: „Ich habe viele gute Dinge gesehen. Die Spielerinnen haben sich schnell gefunden. Natürlich gibt es noch Bereiche, an denen wir arbeiten müssen, aber das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison völlig normal.“
Der Italiener erwartet in Québec eine anspruchsvolle erste Turnierwoche: „Jedes Spiel wird eine Herausforderung. Kanada, Japan und die USA gehören zu den stärksten Teams der Welt, und auch die Ukraine hat große Fortschritte gemacht. Genau deshalb ist die Nations League so wertvoll – man misst sich Woche für Woche mit den besten Mannschaften der Welt.“
Nach dem Einzug ins Final Eight im vergangenen Jahr wollen die DVV-Frauen auch 2026 wieder um einen Platz in der Endrunde kämpfen. „Das Final Eight bleibt unser großes Ziel“, sagt Alsmeier. „Aber zunächst gilt unser voller Fokus der ersten Woche in Québec.“
Spielplan VNL Woche 1
Donnerstag, 4. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Kanada | |
Donnerstag, 4. Juni, 22:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ukraine | |
Sonntag, 7. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Japan | |
Sonntag, 7. Juni, 20:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. USA |
Kader VNL Woche 1
Nummer | Name | Position |
|---|---|---|
23 | Sarah Straube | Zuspiel |
8 | Hannah Kohn | Zuspiel |
3 | Annie Cesar | Libera |
19 | Emma Sambale | Libera |
9 | Lina Alsmeier | Außenangriff |
15 | Romy Jatzko | Außenangriff |
18 | Leana Grozer | Außenangriff |
6 | Antonia Stautz | Außenangriff |
31 | Mia Kirchhoff | Außenangriff/Diagonal |
13 | Emilia Weske | Diagonalangriff |
21 | Camilla Weitzel | Mittelblock |
22 | Monique Strubbe | Mittelblock |
14 | Marie Schölzel | Mittelblock |
25 | Mette Pfeffer | Mittelblock |