Packendes Länderspiel in Neu-Ulm: DVV-Männer schlagen Olympiasieger Frankreich
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Knapp zweieinhalb Stunden begeisterte die DVV-Auswahl die 6000 Zuschauer mit einem leidenschaftlichen Auftritt gegen die Équipe Tricolore. Nach zwei ausgeglichenen Sätzen drehten die Deutschen auf und sicherten sich Durchgang drei deutlich. Auch im vierten Satz dominierten das Team um Kapitän Jan Zimmermann, machte es in der Schlussphase aber nochmal spannend. Im zuvor vereinbarten fünfte Satz zeigten auch die eingewechselten Spieler eine starke Leistung und brachten den Satz ebenfalls nach Hause.
Ein besonderer Abend war für gleich mehrere DVV-Akteure: Jan Zimmermann feierte sein 200. Länderspiel, Tobias Krick lief zum 150. Mal für Deutschland auf. Anselm Rein, Louis Kunstmann und Joris Backhaus gaben hingegen ihr Debüt im Nationaltrikot. Zudem standen die Brüder Joscha und Louis Kunstmann erstmals zusammen für die A-Nationalmannschaft auf dem Feld. MVP des Abends wurde Moritz Reichert, der 17 Punkte zum Sieg beisteuerte und eine Bank in der Abwehr war. Filip John kam als zweitbester deutscher Scorer auf 14 Punkte.
Stimmen zum Spiel
Jan Zimmermann: „Es war etwas Besonderes, so nah an meiner Heimat zu spielen und viele Freunde und Familienmitglieder auf der Tribüne zu haben. Der Sieg gegen Frankreich ist ein gelungener Auftakt in die Saison. Natürlich sind wir körperlich und spielerisch noch nicht auf unserem höchsten Niveau, schließlich trainieren wir erst seit zwei Wochen gemeinsam. Dafür war das ein sehr guter Start. Die Atmosphäre in der ausverkauften Arena war überragend. Solche Spiele vor vollen Hallen machen einfach Spaß und zeigen, wie viel Potenzial Volleyball in Deutschland hat.“
Massimo Botti: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir haben mit hoher Intensität gespielt und über weite Strecken unser Spiel durchgezogen. Natürlich gibt es noch Bereiche, in denen wir uns verbessern können, aber das ist zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison völlig normal. Die Atmosphäre in der Halle war beeindruckend. Die Unterstützung der Fans hat uns durch das gesamte Spiel getragen und für großartige Emotionen gesorgt.“
Moritz Reichert: „Es war ein großartiger Abend. Im ersten offiziellen Spiel der Saison vor so einer Kulisse aufzulaufen und diesen Zuspruch der Fans zu spüren, hat enorm viel Spaß gemacht. Umso schöner, dass auch das Ergebnis gestimmt hat. Dafür, dass wir erst seit knapp zwei Wochen gemeinsam trainieren, haben bereits viele Dinge gut funktioniert. Natürlich stehen wir noch am Anfang und haben noch einiges an Arbeit vor uns. Trotzdem können wir auf dieser Leistung aufbauen und mit einem guten Gefühl in die Nations League gehen.“
Jan Zimmermann: Es war schön in der Nähe von zuhause zu spielen, viele Familie und Freunde da. Schöner Sieg gegen Frankreich, guter Auftakt in die Saison, auch wenn wir physisch und spielerisch noch nicht ganz da sind. Aber wir sind erst ein bis zwei Wochen zusammen, dafür war es ein guter Start in das Jahr. Wir geben weiter Gas. Es war ausverkauftes Haus, hier in Deutschland war schon sehr schön, war ein geiles Spiel auch für die Fans, sind happy, wenn wir in Deutschland spielen, wenn die Hallen immer voll sind, müssen wir öfter in Deutschland spielen.
Spielbericht
Botti schickte zunächst Jan Zimmermann, Filip John, Moritz Reichert, Tobias Brand, Tobias Krick, Florian Krage-Brewitz und Lenny Graven aufs Feld. Amir Tizi-Oualou eröffnete die Partie direkt mit einem wuchtigen Ass für den Olympiasieger. Mit einem Block von Krick und einem Ass von John konnte sich jedoch Deutschland zuerst einen kleinen Vorsprung erspielen (6:4). Die Franzosen glichen jedoch umgehend wieder aus, ehe sich die DVV-Männer mit guten Aktionen von Brand und Reichert wieder absetzten (12:10). Mit einem weiteren Ass und einem Block gegen John drehten die Franzosen den Spielstand wieder (13:14). Beim 18:19 feierte Anselm Rein sein Länderspieldebüt und bereitete mit einem starken Aufschlag den Punkt von Brand zum 19:19 vor. Erneut packte der französische Block zu, diesmal gegen Reichert (19:21). Anschließend drehte der Außenangreifer am Aufschlag auf, servierte ein Ass und drei weitere starke Aufschläge. Brand punktete zudem verlässlich und sorgte somit für zwei Satzbälle. Den ersten wehrten die Franzosen noch ab, dann landete der Aufschlag von Pujol im Netz.
Im zweiten Durchgang ging es direkt mit guten Aufschlägen weiter. Erst servierte Reichert ein weiteres Ass (6:4), dann servierte Noa Duflos-Rossi stark (6:7). Krage-Brewitz und John punkteten anschließend im Angriff, Krick packte im Block zu (9:8). Es ging ausgeglichen weiter. ehe die Franzosen wieder die deutsche Annahme mit starken Aufschlägen unter Druck setzte (17:19). Erik Röhrs kam für Reichert und erzielte direkt den Ausgleich (19:19). Reichert kam zurück. In der Schlussphase kamen die Deutschen mit ihren Angriffen nicht mehr durch, die Franzosen nutzen ihre Chancen hingegen effektiv und erspielten sich somit vier Satzbälle. Reichert und Krage-Brewitz packte noch einmal im Block zu, dann landete der Aufschlag von John im Netz zum 1:1-Satzausgleich.
Durchgang drei begann mit zwei Netzfehlern der Franzosen. Reichert und Krick waren im Block nicht zu überwinden (8:6). Brand entschärfte anschließend einen 129 km/h schnellen Aufschlag von Amir Tizi-Oualou, sodass John zum 10:8 verwandeln konnte. Frankreich glich kurzzeitig zum 13:13 auf, dann erhöhten die Deutschen den Druck. Brand servierte ein Ass, Krick punktete im Block und Angriff (17:14). Joschua Kunstmann kam für Zimmermann um den Block zu verstärken, doch es war Krage, an dem der französische Angriff scheiterte (20:16). Dann folgte die beste Rally des Spiel: die Deutschen, allen voran Moritz Reichert, verteidigten stark, letztlich wurde John abgeschossen und der Ball fiel gerade noch so in gegnerische Feld – die Halle bebte. Reichert war eine Bank in der Abwehr und ermöglichte somit seinem Team die Chancen aufs Break. Zweimal verwandelte John zum (24:18), Brand wollte jedoch beim Satzball zu viel und scheiterte am Block. Der anschließend Aufschlag vom französischen Top-Angreifer Boyer landete allerdings im Netz, sodass Deutschland mit 2:1 in Führung ging.
Während Botti auch in Durchgang vier auf seine Start-Sieben vertraute, wechselte sein Gegenüber Andrea Giani ordentlich durch. Zunächst ging es ausgeglichen hin und her (7:7), doch man doch den Franzosen unterliefen immer mehr Fehler, während die Deutschen konzentriert und druckvoll weiterspielten. Mit einem Netzroller-Ass von John, Angriffspunkten von Reichert und Krage setzten sich die Deutschen immer weiter ab (14:9). Reichert spielte weiter stark in Abwehr und Angriff (21:17). Beim 23:19 sahen die DVV-Männer bereits wie der Sieger aus, doch dann fiel ein Ball unglücklich rein, Brand unterlief ein Fehler und Reichert scheiterte am Block – so stand es plötzlich 23:22. Nach einem Fehlaufschlag der Franzosen hatten die Deutschen zwei Satzbälle. Als der Angriff der Franzosen vermeintlich im Aus landete, jubelte die Halle schon, doch der deutsche Block war dran. So war es an John, den zweiten Matchball zu verwandeln.
Im Zusatz-Satz, die Coaches hatten vorab vereinbart, dass auf jeden Fall fünf Sätze gespielt werden, wechselte nun auch Bott auf fast allen Positionen durch. Rein, Böhme, Röhrs und Joscha und Louis Kunstmann starteten, ebenso kam Libero Joris Backhaus für die Annahme rein. Rein eröffnete den Durchgang direkt mit einem Ass. Der Zuspieler punktete auch kurz darauf im Block, zudem servierte Röhrs ein Ass zur 8:5-Führung. Nach zwei Angriffsfehlern der Deutschen waren die Franzosen auf einen Punkt wieder dran, ehe Joscha Kunstmann seinen Angriff durchbrachte (10:8). Nach einem Aufschlagfehler der Franzosen hatten die DVV-Männer zwei Chancen zum Satzgewinn. Der Block stand gut und so konnte Böhme direkt den ersten zum 15:12 verwandeln.