Frankreich zu stark: DVV-Männer verpassen Gruppensieg bei EM

Frankreich zu stark: DVV-Männer verpassen Gruppensieg bei EM Foto: CEV Die deutschen Volleyballer haben bei der Europameisterschaft im letzten Vorrundenspiel die erste Niederlage kassiert und damit den Gruppensieg verpasst. Gegen Olympiasieger Frankreich verlor das Team von Bundestrainer Massimo Botti in Cluj-Napoca (Rumänien) mit 0:3 (21:25, 17:25, 19:25). Somit ziehen die DVV-Männer mit vier Siegen aus fünf Spielen als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein.

Die Franzosen waren von Beginn an hellwach und setzten die deutsche Mannschaft mit starken Aufschlägen unter Druck. Deutschland fand erst gegen Ende des ersten Satzes besser ins Spiel, doch Frankreich spielte den Durchgang souverän zu Ende. Auch im zweiten Satz blieb der Olympiasieger äußerst stabil, verteidigte stark und nutzte seine Breakchancen konsequent. Die DVV-Männer fanden weiterhin kein Mittel gegen die druckvollen Aufschläge und mussten den Satz deutlich abgeben.

Im dritten Durchgang entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Eine Schiedsrichterentscheidung brachte die Deutschen kurzzeitig aus dem Konzept, doch das Team kämpfte sich zurück und glich erneut aus. Frankreich blieb jedoch unaufgeregt, servierte weiterhin stark und spielte die Partie solide zu Ende. Insgesamt ließ der Olympiasieger über weite Strecken keine Schwächephase zu, machte nur wenige Fehler und fand immer wieder clevere Lösungen.

Am Ende standen bei Frankreich neun Asse zu Buche, Deutschland gelang lediglich eines. Zudem überzeugte der Olympiasieger mit einer Angriffsquote von 60 Prozent. Beste Scorer im deutschen Team waren Anton Brehme mit elf Punkten und Tobias Brand mit neun Punkten.

„Frankreich hat sehr gut gespielt und mit dem Aufschlag viel Druck gemacht. Wir hatten dadurch Probleme im Sideout, was normalerweise eine unserer Stärken ist, und haben selbst nicht gut genug aufgeschlagen. Wir haben heute einfach nicht unser bestes Spiel gemacht. Natürlich war Frankreich durch den zusätzlichen Ruhetag vielleicht etwas frischer, aber das soll keine Ausrede sein", sagte Anton Brehme nach dem Spiel.

Nach vier Siegen gegen die Türkei, Lettland, Rumänien und die Schweiz aus fünf Vorrundenspielen beendet Deutschland die Gruppe auf Rang zwei. Für das Achtelfinale reist das DVV-Team nun nach Bulgarien. In Sofia treffen die Deutschen am Samstag oder Sonntag auf den Drittplatzierten der Gruppe B. "Wir haben vier Spiele gewonnen und können mit der Gruppenphase zufrieden sein. Jetzt müssen wir die Zeit zur Regeneration nutzen und mit positiver Energie ins Achtelfinale gehen. Dort wartet ein stärkerer Gegner, deshalb wollen wir uns gut vorbereiten und wieder so auftreten wie in den ersten vier Spielen – mit Spaß und positiver Energie", sagt Anton Brehme.

Spielbericht

Gegen den Olympiasieger starteten Johannes Tille, Erik Röhrs, Moritz Reichert, Tobias Brand, Anton Brehme, Tobias Krick und Ruben Schott. Das DVV-Team erwischte jedoch keinen guten Start. Die Annahme wackelte und im Angriff fehlte die Konsequenz. So nahm Botti beim 0:4 bereits seine erste Auszeit. Brehme sorgte schließlich für den ersten Punkt für Deutschland. Die Franzosen waren jedoch deutlich präsenter und machten Druck. Mit zwei Assen erhöhten sie auf 2:8. Die Deutschen fanden kein Mittel, sodass der Rückstand auf 3:11 anwuchs. Anschließend stabilisierten sich die DVV-Männer etwas. Mit einem Punkt von Krick, einem Fehler der Franzosen und einem Angriff von Röhrs kamen sie auf 6:11 heran. Doch erneut servierte der Olympiasieger stark und zog auf 10:17 davon. Brand packte kurz darauf im Block zu (12:18). In der Schlussphase ließen die Franzosen die Deutschen doch noch einmal herankommen. Nach zwei Fehlern und einem Block von Röhrs stand es nur noch 20:23. Doch die Franzosen blieben ruhig und holten sich den ersten Satz mit einem Block gegen Röhrs.

Der Olympiasieger machte im zweiten Durchgang dort weiter, wo er aufgehört hatte – mit einem Ass zum 1:3. Nach zwei Fehlern der Deutschen wuchs der Rückstand auf 5:9. Ein weiteres Ass der Franzosen brachte das 7:12. Die DVV-Männer fanden kein Mittel gegen die starken Aufschläge. Zudem verteidigten die Franzosen gut und nutzten ihre Breakchancen konsequent. Mit einem Block gegen den eingewechselten Yann Böhme zogen sie weiter auf 11:18 davon. Mit einem Ass sicherten sie sich acht Satzbälle. Brand wehrte den ersten noch ab, dann verwandelte Clevenot zum klaren Satzgewinn.

Die Deutschen gaben das Spiel jedoch nicht verloren und starteten gut in den dritten Durchgang. Nach zwei Blocks von Reichert und Brehme führten sie erstmals im Spiel (6:4). Doch die Franzosen glichen mit einem Tip aus, der für Aufregung im deutschen Team sorgte und schließlich zu einer roten Karte führte (9:10). Mit zwei starken Aufschlägen stellten die Franzosen direkt auf 9:12. Die DVV-Männer fingen sich aber schnell wieder. Tille antwortete mit einem Netzroller-Ass (13:14), ehe Brand den 15:15-Ausgleich erzielte. Nach einer überragenden Rally mit spektakulären Abwehraktionen punktete Röhrs zum 16:17. Die Franzosen spielten die Partie jedoch solide zu Ende. Mit starken Aufschlägen und zwei Blocks holten sie sich sechs Matchbälle und nutzten den zweiten zum deutlichen Sieg.

EM-Spielplan der DVV-Männer

Datum

Spiel

Livestream / Ergebnis

Donnerstag, 10. September, 19 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Türkei

3:1 (23:25, 25:22, 25:21, 25:19)

Freitag, 11. September, 16 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Lettland

3:0 (25:20, 25:20, 25:16)

Samstag, 12. September, 19 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Rumänien

3:2 (25:22, 25:23, 22:25, 15:25, 15:13)

Montag, 14. September, 16 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Schweiz

3:1 (25:19, 25:17, 22:25, 25:21)

Dienstag, 15. September, 19 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Frankreich

0:3 (21:25, 17:25, 19:25)