Sieg gegen die Schweiz: DVV-Männer stehen im EM-Achtelfinale
Die DVV-Auswahl zeigte gegen die bislang sieglosen Schweizer über weite Strecken eine konzentrierte und souveräne Leistung. Nach einem sehr soliden ersten Satz ließ Deutschland auch im zweiten Durchgang kaum etwas zu und erspielte sich eine komfortable Führung. Im dritten Satz geriet das Team zunächst deutlich ins Hintertreffen und lag schnell mit sieben Punkten zurück. Doch die Deutschen kämpften sich anschließend Punkt für Punkt zurück und glichen sogar aus, konnten sich aber letztlich nicht für das starke Comeback belohnen. Denn in der Crunchtime waren die Schweizer entschlossener und verkürzten auf 1:2. Deutschland hakte den Satzverlust schnell ab, fand im vierten Durchgang wieder zu seiner Linie zurück und machte den vierten Sieg im vierten Spiel perfekt.
Überragender Spieler im deutschen Team war Tobias Brand mit 25 Punkten. Auch Erik Röhrs überzeugte mit 17 Punkten. Vor allem im Aufschlag und Block war die DVV-Auswahl den Schweizern überlegen: Deutschland erzielte zehn Asse und elf Blockpunkte, die Schweiz kam auf ein Ass und sieben Blocks.
Karlitzek fällt für den Rest der EM aus
Bereits vor dem Spiel hatten die DVV-Männer den Einzug ins Achtelfinale sicher. Durch die Niederlage Lettlands gegen Frankreich am Sonntag konnte Deutschland, das seine ersten drei Gruppenspiele allesamt gewonnen hatte, nicht mehr von einem der ersten vier Plätze in Gruppe D verdrängt werden.
Johannes Tille: „Nach dem dritten Satz haben wir unseren Fokus wieder auf uns selbst und unser Spiel gelegt. Jetzt haben wir vier Siege aus vier Spielen, das war unser Ziel. Wenn du Erster werden willst, musst du jeden schlagen – heute die Schweiz, morgen Frankreich.“
Bereits vor Spielbeginn stand fest, dass Moritz Karlitzek dem deutschen Team nicht weiter zur Verfügung steht. Der Außenangreifer fällt aufgrund von Oberschenkelproblemen für den Rest der Europameisterschaft aus und reiste am Montag bereits zurück nach Deutschland. Für ihn rückt Libero Lenny Graven in den Kader, der am Dienstag nach Rumänien reist.
Nach dem vierten Sieg im vierten Spiel geht es für die DVV-Männer im letzten Vorrundenspiel am Dienstag (19 Uhr deutscher Zeit, live bei Sporteurope.tv) gegen Olympiasieger Frankreich um den Gruppensieg und damit um eine gute Ausgangslage für die K.o.-Phase. Das Achtelfinale findet am Samstag oder Sonntag in Bulgarien statt. Dort trifft Deutschland auf einen Gegner aus Gruppe B.
Spielbericht
Gegen die Schweiz starteten Johannes Tille, Erik Röhrs, Moritz Reichert, Tobias Brand, Florian Krage-Brewitz, Tobias Krick und Ruben Schott. Die DVV-Männer begannen konzentriert und zogen nach dem 5:5 davon. Brand servierte ein Ass zum 7:5, zudem unterliefen den Schweizern einige Fehler (10:6). Nach einer starken Abwehr von Tille punktete Brand zum 13:8. Röhrs erhöhte mit einem Ass auf 18:11. Botti nutzte die komfortable Führung, um Jan Zimmermann, Yann Böhme und Simon Torwie Spielzeit zu geben. Böhme punktete im Angriff und Block zum 21:13. Krage-Brewitz sorgte für sieben Satzbälle. Die ersten beiden vergaben die Deutschen noch, dann landete der Schweizer Aufschlag im Aus.
Der zweite Durchgang verlief zunächst ausgeglichener. Für das deutsche Team punkteten Brand und Krick, Röhrs packte im Block zu und brachte auch seine Angriffe durch (9:8). Röhrs sorgte mit einem Ass für die erste Zwei-Punkte-Führung (12:10). Die Schweizer glichen zwar direkt wieder aus, doch anschließend packten Krick und Böhme zweimal im Block zu (15:12). Nun ließen die DVV-Männer nicht mehr viel zu. Nach einem weiteren Block von Reichert, starken Aufschlägen von Tille, einem Block von Röhrs und einem Angriff von Reichert zogen die Deutschen auf 23:14 davon. Krage-Brewitz sorgte für acht Satzbälle. Den ersten ließen die Deutschen liegen, dann landete der Aufschlag der Schweizer wie schon im Satz zuvor im Aus. Nicht nur das Satzergebnis sprach eine deutliche Sprache, sondern auch die Statistik: Fünfmal hatte der deutsche Block zugepackt, zudem standen drei Asse zu Buche.
Die Schweizer wehrten sich noch einmal gegen die drohende Niederlage, während sich die Deutschen zu Beginn des dritten Durchgangs eine kleine Schwächephase leisteten. Nach mehreren Fehlern der DVV-Männer und starken Aufschlägen der Schweizer lag Deutschland schnell mit 1:7 zurück. Beim 3:10 nahm Botti bereits seine zweite Auszeit und brachte kurz darauf Zimmermann und Böhme sowie Theo Mohwinkel für Moritz Reichert. Die Wechsel zeigten Wirkung: Die Deutschen blieben ruhig und kämpften sich Punkt für Punkt zurück. Krick packte im Block zu, Böhme punktete im Angriff, der eingewechselte Peter servierte ein Ass und auch Mohwinkel war im Block nicht zu überwinden. So verkürzte Deutschland auf 11:14. Die DVV-Männer agierten nun wieder deutlich konzentrierter und waren präsenter in Block und Abwehr. Brand drehte auf und stellte auf 15:16. Krick blockte, ehe Mohwinkel den 18:18-Ausgleich erzielte. Doch die Schweizer zeigten sich von der Aufholjagd unbeeindruckt, gingen wieder in Führung und nutzten den zweiten Satzball zum 25:22.
Die DVV-Auswahl konterte mit einem starken Beginn in den vierten Satz. Brand servierte drei Asse, zudem unterliefen den Schweizern Fehler, sodass Deutschland schnell mit 8:2 führte. Mohwinkel punktete verlässlich im Angriff, ebenso wie der eingewechselte Böhme (13:8). Die Schweizer verkürzten noch einmal auf 13:10 und mit einem Block gegen Röhrs auf 14:12. Doch die Deutschen behielten die Nerven, spielten weiter druckvoll und konsequent. Röhrs servierte ein Ass zum 17:13, Brand setzte weitere Akzente im Angriff (20:16 und 22:18). Nach einem Aufschlagfehler der Schweizer hatten die Deutschen fünf Matchbälle. Den dritten verwandelte Simon Torwie mit einem Block zum 25:21.
EM-Spielplan der DVV-Männer
Datum | Spiel | Livestream / Ergebnis |
|---|---|---|
Donnerstag, 10. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Türkei | 3:1 (23:25, 25:22, 25:21, 25:19) |
Freitag, 11. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Lettland | 3:0 (25:20, 25:20, 25:16) |
Samstag, 12. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Rumänien | 3:2 (25:22, 25:23, 22:25, 15:25, 15:13) |
Montag, 14. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Schweiz | 3:1 (25:19, 25:17, 22:25, 25:21) |
Dienstag, 15. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Frankreich |