3:2-Sieg gegen Rumänien: DVV-Männer machen großen Schritt Richtung EM-Achtelfinale
In der gut gefüllten Arena in Cluj-Napoca entwickelte sich von Beginn an eine umkämpfte Partie. Deutschland agierte in den ersten beiden Sätzen stabil, hatte den zweiten Durchgang aber nach einer zwischenzeitlichen Führung der Rumänen mit 19:22 schon fast aus der Hand gegeben, drehte ihn aber noch einmal. Angeführt von einem überragenden Erik Röhrs, der fünf der letzten sechs deutschen Punkte machte, holte sich die DVV-Auswahl auch diesen Satz. Anschließend fand Rumänien besser ins Spiel, setzte Deutschland mit starken Aufschlägen und einer guten Block-Feldabwehr zunehmend unter Druck und dominierte den vierten Satz deutlich. Im Tiebreak lieferten sich beide Teams einen Krimi, den Deutschland nach mehr als zwei Stunden Spielzeit knapp für sich entschied. Röhrs war mit 23 Punkten bester deutscher Scorer, Tobias Brand steuerte 15 und Anton Brehme elf Punkte zum Sieg bei. Auffällig waren zudem die vielen Aufschlagfehler auf beiden Seiten: Deutschland leistete sich 29 bei lediglich drei Assen, Rumänien 26 bei neun direkten Punkten. Auch im Block hatte die DVV-Auswahl das Nachsehen und kam nur auf sieben direkte Blockpunkte, während Rumänien 13 erzielte.
Krick: „Wir haben bis zum Ende gekämpft“
„Wir haben heute Abend viel gelernt. Es war ein harter Kampf, aber am Ende haben wir gewonnen. Nach den ersten beiden Sätzen haben wir nicht mehr unser bestes Volleyball gespielt und etwas nachgelassen. Aber wir haben bis zum Ende weitergekämpft“, sagte Tobias Krick und ergänzte: „Am Ende war sicher auch ein bisschen Glück dabei.“
Nach dem Sieg gegen Rumänien hat das deutsche Team nun einen freien Tag. Zum Abschluss der Vorrunde warten am Montag (16 Uhr dt. Zeit) die Schweiz und am Dienstag (19 Uhr dt. Zeit) Olympiasieger Frankreich. Beide Spiele werden bei sporteurope.tv übertragen.
Spielbericht
Massimo Botti veränderte seine Startaufstellung der ersten beiden Spiele nur auf der Zuspielposition: Jan Zimmermann startete für den angeschlagenen Johannes Tille. Zudem begannen Erik Röhrs, Moritz Reichert, Tobias Brand, Tobias Krick, Anton Brehme und Ruben Schott. Die Partie war zunächst ausgeglichen, ehe sich die Rumänen den ersten kleinen Vorteil erspielten (6:9). Nach einem starken Aufschlag von Röhrs erzielte Brand mit einem spektakulären Angriff den 12:12-Ausgleich. Krick sorgte im Angriff und Block für die 14:13-Führung. Brehme erhöhte mit zwei Angriffen und einem Block auf 19:16. Nach einem langen Ballwechsel mit starken Abwehraktionen scheiterte Brand am Block, sodass Rumänien auf 20:19 herankam. Die Deutschen blieben ruhig und spielten den Satz souverän zu Ende. Krick packte im Block zu (22:19), Röhrs verwandelte blockfrei zum 24:21. Den ersten Satzball ließen die DVV-Männer zwar noch liegen, anschließend landete der rumänische Aufschlag jedoch im Aus.
Theo Mohwinkel blieb im zweiten Satz für Reichert im Spiel. Die Deutschen hielten den Druck hoch, Röhrs punktete im Angriff und Aufschlag (7:4). Krick erhöhte mit einem Block auf 10:5. Mit einem Ass und einem Block gegen Brehme verkürzten die Rumänen auf 12:10. Brand punktete zum 14:11, 15:12 und 17:13. Die Rumänen gaben sich jedoch nicht geschlagen und kämpften sich mit starken Aufschlägen und guter Block-Feldabwehr zurück, glichen zum 17:17 aus und gingen anschließend mit einem Ass in Führung (18:19). Angefeuert von mehr als 4000 Zuschauern drehte der Gastgeber weiter auf und erhöhte mit einem weiteren Ass auf 19:22. Doch die DVV-Männer blieben fokussiert und drehten den Satz, angeführt von Röhrs: Der Außenangreifer verkürzte zunächst mit zwei Punkten in Folge auf 21:22 und erzielte nach einem starken Aufschlag von Brehme den 23:23-Ausgleich. Nach einem weiteren guten Aufschlag von Brehme wurde der Angriff von Brand von den Rumänen noch irgendwie verteidigt, doch Röhrs war erneut zur Stelle (24:23). Nach einer starken Abwehr von Zimmermann war es ebenfalls Röhrs, der den ersten Satzball verwandelte.
Die Rumänen hakten den bitteren Satzverlust jedoch schnell ab. Sie servierten weiterhin stark (5:5) und waren an vielen Bällen dran. Es ging ausgeglichen weiter, auf deutscher Seite punkteten Brand, Reichert und Brehme ebenso wie Röhrs im Angriff (12:12). Mit zwei Blocks gegen Brehme und Röhrs erspielten sich die Rumänen den ersten Vorsprung (13:15) und erhöhten mit einem Ass auf 15:18. Auch Brehme packte im Block zu (16:18), doch Krick scheiterte anschließend am Block (19:22). Durch ein Ass des eingewechselten Tim Peter kamen die DVV-Männer auf 21:22 heran, doch die Rumänen blieben stabil, erspielten sich zwei Satzbälle und verwandelten direkt den ersten mit einem weiteren Block gegen Reichert.
Die Rumänen nahmen den Schwung mit, während die Deutschen sich schwertaten und nicht mehr in ihr Spiel fanden. Der Druck im Aufschlag fehlte, während die Rumänen weiterhin stark servierten. Auch der deutsche Block bekam kaum Zugriff auf die rumänischen Angreifer, und im Angriff fanden die DVV-Männer keine Lösungen gegen den starken rumänischen Block. Beim 3:6 nahm Botti seine erste Auszeit, doch die DVV-Männer liefen dem Rückstand weiter hinterher (5:9). Die Rumänen dominierten nun das Spielgeschehen und zogen weiter davon (11:17). Botti brachte Mohwinkel, Krage-Brewitz und Böhme. Doch bei Rumänien lief jetzt alles. Nach dem 15:20 gelang dem deutschen Team kein Punkt mehr. Mit zwei Assen holten sich die Rumänen vier Satzbälle. Passend zum Satzverlauf landete der Angriff von Mohwinkel anschließend im Aus, sodass die Entscheidung im Tiebreak fallen musste.
Der Tiebreak war nichts für schwache Nerven. Zunächst gingen die Rumänen mit einem Block und dank eines Fehlers von Röhrs in Führung (1:3), dann glich Reichert mit einem Ass aus (3:3). Nach einem Fehler von Krick lag Rumänien wieder vorne (4:6). Deutschland hatte die Chance auf den Ausgleich, doch Brand scheiterte am Block (5:7). Dank zweier Fehler der Rumänen drehte sich der Spielstand wieder zugunsten der Deutschen (8:7), ehe die Rumänen nach einem Fehler von Brehme wieder vorne lagen (11:12). Doch endlich packte der deutsche Block wieder zu (13:12). Nach einem rumänischen Fehlaufschlag hatten die DVV-Männer Matchball, den Krick nach einem Netzroller-Aufschlag von Röhrs direkt verwandelte.
EM-Spielplan der DVV-Männer
Datum | Spiel | Livestream / Ergebnis |
|---|---|---|
Donnerstag, 10. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Türkei | 3:1 (23:25, 25:22, 25:21, 25:19) |
Freitag, 11. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Lettland | 3:0 (25:20, 25:20, 25:16) |
Samstag, 12. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Rumänien | |
Montag, 14. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Schweiz | |
Dienstag, 15. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Frankreich |