Neue Trainer, neue Gesichter und ein bekannter Titelverteidiger: Saisonstart in der 1. Liga Männer
Der Jubel nach dem Ligacuptriumph bei Berlin war groß, doch für ausgelassenes Feiern bleibt für das Team von Trainer Andrea Anastasi keine Zeit. Bereits am Dienstag fliegt der Ball in der 1. Bundesliga Männer wieder und zahlreiche Veränderungen in den Clubs lassen eine spannende Spielzeit erwarten. Die Ausgangslagen könnten dabei allerdings kaum unterschiedlicher sein. In Giesen beginnt nach zehn Jahren eine neue Trainerära, bei den BR Volleys übernimmt mit Anastasi ebenfalls ein neues Gesicht die sportliche Führung. Auch Ludwigsburg setzt mit Patrick Steuerwald auf einen neuen Cheftrainer und bei den WWK Volleys München wurden nach der Zusammenführung zweier Strukturen zahlreiche Aufgaben neu verteilt. Andere Clubs setzen bewusst auf Kontinuität oder haben ihre Lehren aus einer langen, intensiven Vorsaison gezogen.
Was viele eint: Die Erwartungen sind gestiegen. Playoffs allein sind für manche längst nicht mehr genug, andernorts wäre genau deren Erreichen ein wichtiger Erfolg. Und bei der Frage nach dem großen Favoriten fällt auch diesmal ein Name besonders häufig.
Die Frage nach dem Titel: Berlin bleibt der Maßstab, Lüneburg klopft an
Die Favoritenrolle ist für die Teams klar besetzt. Die cerebricks VOLLEY GOATS Mitteldeutschland haben eine klare Meinung. Geschäftsführer Lukas Thielemann: „Für mich führt auch in dieser Saison kein Weg an den BR Volleys vorbei. Sie sind auf allen Positionen stark besetzt und wissen, wie man Titel gewinnt.“ Ähnlich fällt die Einschätzung in Giesen aus. „Da muss immer zuerst Berlin genannt werden. Der Verein arbeitet seit so vielen Jahren auf konstant hohem Niveau und hat immer den tiefsten Kader. Zur Tiefe kommt natürlich auch viel Erfahrung und absolute Topspieler. Diese Kombination macht es sehr schwer, sie zu schlagen“, sagt GRIZZLYS-Trainer Markus Steuerwald, der die Berliner noch im Mai zur Deutschen Meisterschaft führte und seinem Ex-Club im dramatischen Ligacup-Finale fast den Saisonauftakt verdorben hatte.
Auch für Ludwigsburg bleiben die Hauptstädter der Referenzpunkt. Cheftrainer Patrick Steuerwald sieht Berlin nach der durchwachsenen Hauptrunde und dem dennoch gewonnenen Meistertitel besonders gewarnt und hungrig. Zugleich sieht er Friedrichshafen und Düren als mögliche Geheimfavoriten. Für Rottenburgs Teammanager Timo Hensler ist der neue Trainer Andrea Anastasi ausschlaggebend: „Er wird der Mannschaft Stabilität geben und eine klare Marschroute vorgeben.“ Auch bei den WWK Volleys München führt nach eigener Einschätzung kein Weg an Berlin vorbei: „Aber Lüneburg hat gezeigt, dass sie überraschen können und so weit sind, den ganz Großen jetzt auch auf Augenhöhe zu begegnen.“
Genau diese SVG taucht gleich mehrfach als ernsthafter Gegenpol auf. Karlsruhe-Trainer Guido Görtzen tippt sogar auf die LüneHünen: „Ich denke an Lüneburg. Sie spielen seit Jahren konstant auf einem hohen Niveau und klopfen schon lange an die Tür. Irgendwann fällt es dann auch auf ihre Seite. Vielleicht ist dieses Jahr der richtige Moment.“ Auch beim VCO Berlin fällt die Wahl auf Lüneburg. Teammanager Gerold Rebsch begründet das mit dem Zuspiel und der Arbeit des Trainerteams.
Und bei Lüneburg, immerhin Hauptrundensieger des Vorjahres selbst? Dort hält sich Cheftrainer Stefan Hübner mit Prognosen zurück. „Wenn dafür jemand eine Formel zum Berechnen hat, dann gern her damit. Ich sehe vor allem einen ganzen Schwung Klubs, die richtig tolle Teams zusammengestellt haben: Friedrichshafen, Düren, Berlin - und wir hoffen, wir auch.“ Die tägliche Arbeit werde von solchen Favoritenrollen ohnehin nicht bestimmt, gibt Hübner mit traditionellem Understatement zu Protokoll.
Umbrüche in den Strukturen, auf dem Feld und auf dem Trainerstuhl
Dass sich die Kräfteverhältnisse verändern könnten, liegt auch an einem Sommer voller personeller Bewegung. Besonders prominent fällt der Wechsel auf der Berliner Bank aus.
„Nach einer turbulenten letzten Saison wollen wir der Mannschaft wieder mehr Ruhe und Stabilität geben“, erklärt Kaweh Niroomand. „Dabei spielt die Verpflichtung von Andrea Anastasi als Trainer natürlich eine zentrale Rolle. Mit seiner Erfahrung, seinem Renommee und seiner Spielphilosophie wird er die klare Führungsfigur sein“, so der Berliner Geschäftsführer weiter.
Auch in Giesen bestimmt der Wechsel auf der Trainerposition die neue Spielzeit. Nach zehn erfolgreichen Spielzeiten mit Itamar Stein hat Markus Steuerwald den Trainerposten übernommen. „Markus weiß, wie man Titel gewinnt und was ein Team leisten muss, um in der nationalen Spitze zu spielen“, sagt Geschäftsführer Sascha Kucera. Der Anspruch ist entsprechend formuliert: Die GRIZZLYS wollen an den überzeugenden Ligacup-Auftritt anknüpfen und näher an die Top vier heranrücken und aus ihnen eine Top fünf machen. Ludwigsburg setzt ebenfalls auf einen Steuerwald. Patrick Steuerwald, vom ASV Dachau kommend, coacht nun die Barock Volleys und soll die sportliche Entwicklung weiter vorantreiben. Gleichzeitig ist der Kader breiter geworden, acht Spieler der Vorsaison sind geblieben. „Im Umfeld entwickeln wir professionelle Strukturen weiter als Ergänzung unserer vielen ehrenamtlichen Helfer. Dazu haben wir uns im Teammanagement mit Roosa Koskelo und in den Bereichen Trainerstaff und Scouting verstärkt“, beschreibt Sportdirektor Michael Dornheim die Ludwigsburger Entwicklung.
In München geht der Umbruch noch tiefer. „So ziemlich alles“, lautet Max Hausers Antwort auf die Frage, was sich verändert habe. Aus den WWK Volleys Herrsching und dem TSV Unterhaching München wurden die WWK Volleys München. Strukturen und Verantwortlichkeiten wurden neu geordnet, Tomasz Wasilkowski übernimmt als Headcoach. Gleichzeitig kommt mit Stijn van Schie viel Erfahrung auf der Diagonalposition hinzu, während Josh Schellinger direkt vom College den Schritt in die Bundesliga wagt. Dazu setzen die Münchner auf junge deutsche Eigengewächse wie Oliver Wachtel, Laurenz Welsch, Mika Takano, Joshua Huber und Bastian Korreck.
Hannes Gerken, Zuspieler und Kapitän der Netzhoppers, spricht ebenfalls einen größeren Umbruch an: „Wir haben einen neuen Chefcoach und einige neue Gesichter im Team. Dementsprechend muss man sich natürlich erstmal aneinander gewöhnen und auch Abläufe müssen neu gelernt werden. Neue Spieler müssen in gewisse Rollen reinwachsen, aber das bringt auch immer frischen Wind und neue Chancen.“
Auch die cerebricks VOLLEY GOATS Mitteldeutschland haben ihren Kader deutlich verändert. In der Vorbereitung folgte der Rückschlag. Zuspieler Paul Stommel wird fehlen: „Pauls verletzungsbedingtes Saisonaus ist für uns alle unglaublich bitter. Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft und unseres Vereins – weit über das Spielfeld hinaus“, sagt Geschäftsführer Thielemann. Für ihn wurde der US-Amerikaner Island Doty verpflichtet. Düren hat ebenfalls einen umfassenden personellen Umbruch vollzogen. Umso zufriedener zeigt sich Teammanagerin Annika Blaeser darüber, wie schnell sich die neue Mannschaft gefunden hat. Die zahlreichen Veränderungen seien im Alltag inzwischen kaum noch zu spüren.
Am Bodensee hält man sich trotz Veränderungen mit Einzelprognosen für wichtige Spieler bewusst zurück. VfB-Sportdirektor Radomir Vemic erwartet stattdessen von der gesamten Mannschaft eine interessante Entwicklung: „Wir haben einen großen Umbruch gehabt, viele neue spannende Spieler dazubekommen. Insofern möchte ich dahingehend keinen Spieler herausheben, ich glaube, wir können vom gesamten Team sehr viele und spannende Dinge erwarten.“
Playoffs, Zoi DVV-Pokalfinale, früher Klassenerhalt – hohe Ziele in allen Clubs
Die Ziele spiegeln die unterschiedlichen Ausgangspositionen der Clubs wider. Bei den BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe geht es zunächst darum, wieder bis zum Schluss um die Playoffs mitzuspielen. „Wir waren letzte Saison ganz nah dran. Das zeigt, wie klein die Unterschiede sind. Im Leistungssport werden Fehler und schwächere Phasen schnell teuer. Wir haben Punkte gegen Gegner liegen gelassen, gegen die wir gewinnen mussten, und auch Punkte geholt, mit denen nicht jeder gerechnet hatte. Das hat uns lange im Rennen gehalten“, so Guido Görtzen. Für die Barock Volleys heißt das Ziel nach einer starken Premierensaison erneut Playoffs. Patrick Steuerwald hat ein größeres strategisches Bild: „Daneben wollen wir die Fans begeistern, Sponsoren überzeugen, Mitstreiter gewinnen und in die Weiterentwicklung der Organisation investieren. All das gelingt leichter, wenn wir es schaffen, uns auch sportlich Schritt für Schritt zu steigern.“
Düren schraubt den eigenen Anspruch noch etwas höher. Nach dem Erfolg aus 2025 soll möglichst auch das große Zoi DVV-Pokalfinale in der LANXESS arena erreicht werden. „Wir möchten gerne an den Erfolg der letzten Saison anknüpfen und uns natürlich auch für das Pokalfinale in Köln qualifizieren. Besonders Letzteres wäre ein Saisonhighlight in der neuen Location direkt vor unserer Haustür“, sagt Teammanagerin Annika Blaeser.
Am anderen Ende der Zielskala steht der SV Warnemünde, zumindest auf dem Papier. Nach der Premierensaison soll zunächst erneut der Klassenerhalt gesichert werden, diesmal möglichst früh. Teammanager Johannes Hofmeister weiß, dass die zweite Saison besonders herausfordernd werden kann, weil die Gegner den SVW inzwischen besser kennen. Gleichzeitig soll jedes Spiel zum Erlebnis werden und der Volleyball im Norden weiter wachsen. Und die Netzhoppers? „Wir wollen eine maximal erfolgreiche Saison bestreiten. Aber was den Erfolg letztlich definiert, ist mehr als nur Gewinnen oder Verlieren“, bleibt Hannes Gerken vage.
Beim VfB Friedrichshafen vermeidet man konkrete Platzierungsziele. „Wir möchten unser Bestmögliches leisten, an unser Leistungslimit kommen. Dann wird man sehen, zu was es reicht“, sagt Sportdirektor Radomir Vemic. Auch die SVG Lüneburg formuliert ihre Ziele ähnlich prozessorientiert. Eine „maximal erfolgreiche Saison“ soll es sein, doch Cheftrainer Stefan Hübner misst Erfolg ausdrücklich nicht ausschließlich an Siegen und Niederlagen. Zunächst gehe es darum, das Team auf ein gutes Niveau zu bringen, Standards zu setzen und erst dann konkrete Ziele zu entwickeln.
Die VOLLEY GOATS wollen ganz klar Abstand zum Tabellenende gewinnen. In der Liga werden die Playoffs anvisiert und im Zoi DVV-Pokal will man so weit wie möglich kommen. Mit dem 3:0 Sieg über Rottenburg in der Qualifikationsrunde ist dafür bereits der erste Schritt gemacht.
Von Affen, Bären, Ziegen und Mutanten
So unterschiedlich die sportlichen Ziele sind, so unterschiedlich präsentieren sich auch die Identitäten der Teams. Beim Rekordmeister BR Volleys taucht man ins Marvel-Universum ab. „Vielleicht sind wir so etwas wie der Wolverine der Bundesliga, einfach nicht kaputtzukriegen. Wir sind kämpferisch, tauchen immer wieder auf und spielen überall um alles mit. Wenn wir die Krallen ausfahren, wird’s gefährlich“, sagt Diagonalangreifer Daniel Malescha. In Freiburg nennt sich die Mannschaft dagegen traditionell „Affenbande“. Kapitän Charlie Figy beschreibt zwei zentrale Werte: Freude und Wettbewerb. Das Team wolle sichtbar und hörbar vermitteln, wie gern es Volleyball spielt, gleichzeitig aber um jeden Punkt arbeiten. So groß oder schlaggewaltig wie andere Clubs sei die Affenbande vielleicht nicht, dafür kreativ, clever und unangenehm für den Gegner. Oder wie es der Freiburger Mittelblocker ausdrückt: „Wir möchten ein Team sein, gegen das du es hasst, zu spielen.“
Auch die cerebricks VOLLEY GOATS Mitteldeutschland wollen es den Gegnern schwer machen. „Wir wollen ein unangenehm zu spielendes Team sein und es keinem Gegner leicht machen“, beschreibt Tom Borchert den Ansatz der Mannschaft. Zum Teamleben gehört dafür aber auch ein deutlich entspannteres Ritual: Einmal pro Woche geht es gemeinsam ins vietnamesische Restaurant. An der Küste wird dagegen vor allem ein sportliches Ritual zelebriert, wie Außenangreifer Sören Schröder vom SV Warnemünde verrät: „Bei jedem Frühtraining spielen die Jungen gegen die Alten Baggertennis. Das stärkt das Teambonding.“ Das übergeordnete Motto lautet nach der Premierensaison nun „#gekommenumzubleiben“. Aus dem Aufstieg soll dauerhaft 1. Bundesliga werden – sportlich, organisatorisch und mit einem weiter wachsenden Publikum in Rostock.
Die SWD powervolleys Düren stellen ihre Region ebenso konsequent in den Mittelpunkt. „Unser Motto lautet ‚Gemeinsam für Düren. Gemeinsam für die Region.‘ Wir möchten gemeinsam mit unseren Fans und Partnern aus Düren und der Region Erfolge feiern, den Zusammenhalt stärken und alle auf unserem gemeinsamen Weg mitnehmen“, erklärt Geschäftsführer Tomáš Kocian-Falkenbach. Die WWK Volleys München gehen mit „Zwei Wurzeln. Ein Wille.“ an den Start. Der gemeinsame Mannschaftssong gehört vor jedem Spiel fest dazu. Max Hauser beschreibt die neue Mannschaft als „zukunftsorientiert“ und sagt: „Wir vereinen zwei Kult und Tradition und schaffen etwas Großes.“ Bei den HELIOS GRIZZLYS Giesen steckt die Identität bereits im Namen. Man wolle gegen jeden Gegner kämpfen wie GRIZZLYS und sich nicht so leicht „das Fell über die Ohren ziehen“ lassen, erklärt Geschäftsführer Sascha Kucera. Wenn dann auch der Funke auf die Fans im HOME OF GRIZZLYS überspringe, sei vieles möglich. Das hat auch die Rekordkulisse beim Ligacup eindrucksvoll gezeigt.
Teamchemien und die Lehren der Vergangenheit
Kaum ein Thema steht so auf der Agenda der Clubs wie Entwicklung. Beim VCO Berlin ist sie selbstverständlich Kern des Projekts. Der Kader ist allerdings noch jünger geworden und besteht aus Spielern der Jahrgänge 2008 und 2009. Dazu kommt mit Moreno Traviglia ein neuer Trainer. „Wir wollen zeigen, dass unser junges Alter uns nicht davon abhält, in der Liga mitzuhalten“, sagt Teammanager Gerold Rebsch über die Ausrichtung. Die Barock Volleys MTV Ludwigsburg verfolgen ebenfalls einen klaren Entwicklungsansatz. „Die ‚Philosophie‘ ist recht einfach. Wir haben ein sehr junges und talentiertes Team, mit dem wir am Ende der Saison einen deutlichen Schritt in der Entwicklung jedes Einzelnen - und somit natürlich auch als Team – gemacht haben wollen“, sagt Trainer Patrick Steuerwald.
Freiburg wiederum verbindet Jugend mit Internationalität. Sechs Spieler sind neu im Team, vertreten sind Deutschland, Japan, die USA, die Niederlande und die Schweiz. Kapitän Charlie Figy beschreibt, dass diese Mischung aktuell gut zusammenfinde. Die Wertschätzung innerhalb der Liga zeigt bei der FT besonders in Richtung Lüneburg: offen im Umgang miteinander, hart in der Sache auf dem Court. Für den Freiburger Kapitän eine Haltung, an der sich das Team selbst orientieren möchte. Beim Nachbarn am Bodensee ist Entwicklung ebenfalls Teil des eigenen Anspruchs. Der Häfler Sportdirektor Radomir Vemic möchte die Spieler fördern, ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. „Und natürlich wollen wir den Standort Friedrichshafen weiter gut vertreten, unseren Fans attraktiven Volleyball bieten und gleichzeitig auch die Halle voll machen.“
Die Entwicklung von Talenten zu Leistungsträgern ist auch im hohen Norden Teil des Erfolgsrezepts. Vizemeister Lüneburg hat aus den Anforderungen der Vorsaison allerdings vor allem gelernt, flexibel zu bleiben. Die Kombination aus Champions League und Bundesliga zwinge das Trainerteam immer wieder dazu, Prioritäten bei Kraft, Balltraining und Belastungssteuerung neu zu setzen. Für Stefan Hübner gehört deshalb insbesondere der Umgang mit dem Unplanbaren zu den wiederkehrenden Lehren einer Saison auf internationalem Niveau.
Alte Bekannte, neue Nachbarschaften
Bei aller sportlichen Konkurrenz lebt die Bundesliga auch von gewachsenen Beziehungen zwischen den Clubs. Die BR Volleys schätzen laut Daniel Malescha das Derby mit den Netzhoppers wegen der örtlichen Nähe, pflegen viele Kontakte nach Giesen und genießen besonders die Spiele in Lüneburg: „Halle und Stimmung sind klasse, dazu sind es einfach immer qualitativ sehr gute Duelle dort. So macht Volleyball Spaß.“
Für Rottenburg bekommen die Begegnungen mit Freiburg und Ludwigsburg eine besondere Bedeutung. Beide Clubs liegen geografisch nah, in beiden Teams spielen ehemalige Rottenburger und sportlich haben sie den TVR in den vergangenen Jahren überholt. Nun möchte Rottenburg wieder aufschließen. Gleichzeitig soll die Volksbank Arena künftig mit bis zu 1.500 Menschen gefüllt werden, als Grundlage für „große Volleyballfeste“ am traditionsreichen Standort. Die VOLLEY GOATS wiederum nennen Berlin und Lüneburg als Clubs, an denen man sich sportlich wie beim Erlebnis rund um die Spiele orientieren könne. „Ihre sportliche Entwicklung und das Erlebnis, das sie rund um ihre Spiele schaffen, sind wirklich beeindruckend“, sagt Geschäftsführer Lukas Thielemann.
Auch bei den WWK Volleys München schaut man interessiert nach Lüneburg. Beide Standorte seien einst ungefähr zur gleichen Zeit aufgestiegen, die SVG habe seitdem „einfach sehr viel richtig gemacht“. Der VCO Berlin reist besonders gerne nach Warnemünde, Lüneburg und Giesen, weil die Nachwuchsspieler dort nach eigener Aussage auch von den gegnerischen Fans Unterstützung erfahren.
Pure Volleyball-Spannung auf allen Kanälen
Dass der Weg zum Titel nicht allein über Namen führt, daran erinnert Friedrichshafens Radomir Vemic: „Es wird aber wahrscheinlich die Mannschaft sein, die es schafft, in dieser anspruchsvollen und intensiven Saison ihr Niveau und ihre Spieler fit zu halten.“ Und wie fit die Teams tatsächlich sind, zeigt sich ab Dienstag. Der Ligacup, der die eine oder andere Überraschung im Gepäck hatte, war nur ein Fingerzeig. Die Teams haben ihre Schlüsse gezogen. So weiß Tomáš Kocian-Falkenbach, Geschäftsführer in Düren: „Wir müssen hinten raus in den Sätzen konstanter werden und weniger Fehler machen. Vielleicht war das Risiko zu hoch. Wenn man führt, muss das Risiko vielleicht dann nicht so hoch sein. Wenn wir das abstellen, sind wir auf einem ganz guten Weg.“ Florian Schneider, Chef der Affenbande aus Freiburg, war zufriedener: „Gerade weil wir auch eins, zwei wichtige Ausfälle haben, haben die Jungs sich toll präsentiert. Wir haben den Stil gespielt, den wir spielen wollen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserer Performance.“
Wenn am Dienstag ab 18:30 Uhr bekannte Favoriten und neue Gesichter auf dem Feld zusammentreffen, werden aus Spekulationen endlich wieder zählbare Punkte. Auch in diesem Jahr ist Dyn live und on demand dabei. Neben der Ausstrahlung ausgewählter Partien im frei empfangbaren Kanal „Dyn Sport Mix“ werden in der neuen Saison erstmals auch ausgewählte Begegnungen der Volleyball Bundesliga Männer kostenlos im Livestream auf bild.de und sportbild.de übertragen. Die zusätzliche Präsenz auf reichweitenstarken Digitalplattformen erhöht die Sichtbarkeit der Liga und ihrer Clubs deutlich und macht Spitzenvolleyball einem noch größeren Publikum zugänglich.