BR Volleys bleiben beim Ligacup ungeschlagen und holen den ersten Saisontitel
Bevor die BR Volleys die erneute, aber ungewohnt knappe Titelverteidigung offiziell feiern konnten, wurde unter lautstarkem Jubel der Giesener Außenangreifer Lars Migge als MVP des Turniers geehrt. Kurz zuvor hatte sein Berliner Gegenüber Tom Koops die erstmals verliehene Auszeichnung als Newcomer des Turniers erhalten.
Der VfB Friedrichshafen komplettiert das Treppchen nach dem Fünf-Satz-Sieg (21:25, 26:24, 22:25, 29:27, 15:13) gegen die SVG Lüneburg. Den fünften Platz erreichte die FT 1844 Freiburg, die sich im Platzierungsspiel gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg 3:2 (21:25, 25:19, 14:25, 25:23, 15:13) durchsetzten. Das Spiel um Platz sieben am Vormittag hatten die SWD powervolleys Düren 3:1 (22:25, 25:15, 25:18, 25:22) gegen die Energiequelle Netzhoppers KW für sich entschieden.
Giesen gelingt Finale auf Augenhöhe
Angepeitscht von 2.040 Zuschauer:innen, die am Sonntag in die Halle gekommen waren, starteten die Gastgeber gut in die Partie. Auffälligster Spieler auf Giesener Seite war zu diesem Zeitpunkt Lars Migge, der sowohl im Angriff als auch im Block Akzente setzte. Auf der anderen Seite sorgte der Niederländer Tom Koops für Aufmerksamkeit. Erst kurz vor der Crunchtime gelang es den von Andrea Anastasi trainierten Berliner zu enteilen (20:17). Doch Giesen gab diesen Satz noch nicht auf und zwang Berlin in die Satzverlängerung. Erst der dritte Satzball, bei dem Berlin die Lufthoheit am Netz bewies, brachte die Satzführung.
Dass auch die Hauptstädter nicht ohne Fehl und Tadel sind, bewies der Start der GRIZZLYS in den zweiten Durchgang. Giesen ging hier nach einem Overpass 7:3 in Führung. Neuzugang Carl Möller hatte von der Aufschlaglinie für Druck gesorgt. Angeführt von einem weiter druckvoll spielenden Koops robbte sich der Titelverteidiger Punkt für Punkt heran, kam aber nicht vorbei. Ilja Ivanov zündete zum Start in die entscheidende Phase des Satzes von der Aufschlaglinie und brachte Giesen wieder drei Zähler vor (20:17). Ein Ass von Migge, ein Mittelangriff von Victor Méndez – bei 23:19 entflammte die Stimmung lichterloh und explodierte, als Kyle Hobus den fünften Satzball zum 25:23 verwandelte.
Weiterhin obenauf kamen die GRIZZLYS aus der Satzpause und stellten zwischenzeitlich auf 11:7. Doch Florian Krage-Brewitz nutzte eine missglückte Annahme der Giesener zum 11:12. Der Durchgang war wieder offen. Der im Anschluss wie entfesselt aufspielende Nolan Flexen brachte die GRIZZLYS zum Verzweifeln, drehte mit platzierten Angriffen und harten Aufschlägen den Satz, den Berlin letztlich 25:20 dank eines erfolgreichen Angriffs von Koops beendete. Der vierte Durchgang blieb ebenso lange offen, die Führung wogte hin und her, sodass auch dieser Satz in die Verlängerung ging. Zunächst musste Giesen einen Matchball abwehren und bekam dann zweimal die Chance, den Tiebreak zu erzwingen. Jakob Günthör sorgte mit einem krachenden Block für die nächste Lärmexplosion in der Giesener Heimarena. Im Entscheidungssatz gingen die Giesener mit einer Führung in den Seitenwechsel, doch am Ende war an Berlin kein Vorbeikommen. Alexandru Rata, der wie Flexen und Koops 22 Punkte erzielt hatte, setzte den Schlusspunkt unter ein wahres Volleyball-Spektakel.
Nach der Ehrung des Schiedsgerichts durch Karl-Heinz Gleitz, Geschäftsführer des Gleitz Verlags, ehrte die Giesener Vereinsikone Hauke Wagner den Turnier-Newcomer Tom Koops. Im Anschluss überreichte Sascha Kucera, Geschäftsführer der Helios GRIZZLYS Giesen, Lars Migge die MVP-Trophäe, bevor Marcel Stahl, Geschäftsführer von 1KOMMA5°, den jubelnden Berlinern die Siegertrophäe.
Florian Krage-Brewitz (Mittelblocker, BERLIN RECYCLING Volleys): „Erstmal sind wir natürlich froh, dass wir gewonnen haben, weil das ein richtig harter Kampf hier in dieser hitzigen Halle war. Wir wissen nun, was gut läuft. Das war, die Punkte aus der Annahme zu machen. Aber wir haben noch großes Verbesserungspotenzial in der Feldabwehr und im Aufschlagdruck.“
Andrea Anastasi (Trainer, BERLIN RECYCLING Volleys): „Drei Spiele hintereinander, das war wirklich schwierig. Die Jungs waren müde. Ich bin wirklich glücklich, dass wir das geschafft haben. Wir können einander vertrauen, das wissen wir nach dem Wettbewerb. Wir müssen uns jetzt auf die anstehende Saison konzentrieren. Heute haben wir hier einen Titel errungen und in ein paar Tagen starten wir hier in die Bundesliga-Saison. Das wird auch wieder ein hartes Match werden. Bis dahin müssen wir gut regenerieren.“
Julian Zenger (Libero, Helios GRIZZLYS Giesen): „Wir konnten an die Leistung, die wir gestern schon gezeigt haben, anknüpfen. Wir haben ein solides Spiel in allen Elementen gezeigt und konnten gut Druck ausüben auf Berlin. Wir haben es ihnen nicht einfach gemacht. Hintenraus waren es immer ein paar Kleinigkeiten, von daher hätte es vielleicht auch anders ausgehen können. Aber ich denke, für uns waren diese drei Tage sehr positiv. Wir haben eine Mannschaft, auf die man aufbauen kann, und wir können jetzt sehr positiv in die Saison gehen.“
Nach dem Ligacup ist vor der Saison
Am kommenden Dienstag steht bereits der erste Spieltag der 1. Bundesliga-Saison auf dem Plan. Nicht viel Zeit also für die Teams, um aus Fehlern zu lernen und an die Stärken zu glauben. Auch in diesem Jahr ist Dyn live und on demand dabei. Neben der Ausstrahlung ausgewählter Partien im frei empfangbaren Kanal „Dyn Sport Mix“ werden in der neuen Saison erstmals auch ausgewählte Begegnungen der Volleyball Bundesliga Männer kostenlos im Livestream auf bild.de und sportbild.de übertragen. Die zusätzliche Präsenz auf reichweitenstarken Digitalplattformen erhöht die Sichtbarkeit der Liga und ihrer Clubs deutlich und macht Spitzenvolleyball einem noch größeren Publikum zugänglich.