Sieg zum Saisonauftakt: DVV-Frauen bezwingen Niederlande vor ausverkaufter Heimkulisse
Nach einem nervösen Start steigerte sich die deutsche Mannschaft im Verlauf der Partie deutlich und fand vor allem über Aufschlag und Block immer besser ins Spiel. Besonders im dritten Satz zeigte das Team starke Moral, als es nach einem zwischenzeitlichen Rückstand zurückkam und sich die erneute Satzführung sicherte. Im vierten Durchgang kontrollierten die DVV-Frauen die Partie schließlich souverän und feierten vor der beeindruckenden Kulisse in Münster einen gelungenen Auftakt in den Länderspielsommer. MVP der Partie wurde Zuspielern Hannah Kohn, beste Scorerin war Romy Jatzko mit 20 Punkten. Ein besonderer Abend war es für Mittelblockerin Marie Schölzel, die ihr 200. Länderspiel für Deutschland absolvierte.
Stimmen zum Spiel:
Antonia Stautz:
„Am Anfang waren wir alle etwas nervös, aber es war richtig cool hier – volle Halle, ausverkauft, die Stimmung war super. Deshalb hatten wir vielleicht ein bisschen Probleme, reinzufinden. Aber als es dann ins Laufen kam, hat es extrem viel Spaß gemacht. Man knüpft direkt da an, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Ich freue mich extrem auf den Sommer. Morgen erwarte ich ein gutes, engeres Spiel und hoffe, dass wir zuhause wieder gewinnen.“
Romy Jatzko:
„Es hat richtig viel Spaß gemacht. Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel zu genießen und Freude daran zu haben – das hat gut geklappt. Es gab ein paar Aufs und Abs, aber dann haben wir durchgezogen und können alle zufrieden sein. Man spürt die Energie von den Zuschauern, gerade bei den langen Rallys. Das pusht einen nochmal richtig.“
Bundestrainer Giulio Bregoli:
„Es war das erste Spiel der Saison, deshalb ist es natürlich noch zu früh, um zu erwarten, dass schon alles perfekt läuft. Und das wäre auch nicht gut. Wir haben in den vergangenen zwei Wochen sehr intensiv trainiert und müssen in einigen Bereichen noch arbeiten – etwa im Zusammenspiel, im Block oder bei Entscheidungen im Angriff. Aber ich schätze die Einstellung der Mannschaft sehr. Wir haben uns nach dem schwierigen Start gut ins Spiel gearbeitet und insgesamt viele Dinge gut umgesetzt, an denen wir zuletzt gearbeitet haben. Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber ich bin zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat.“
Spielbericht
Bregoli startete mit Hannah Kohn, Lena Kindermann, Antonia Stautz, Romy Jatzko, Marie Schölzel, Laura Berger und Emma Sambale. Die Deutschen wirkten zu Beginn jedoch noch etwas nervös und fanden zunächst nicht ins Spiel. So lagen sie schnell mit 3:8 hinten. Doch die DVV-Frauen kämpften sich rein und glichen mit einer starken Serie mit Angriffen von Stautz, Schölzel und Jatzko sowie einem Ass von Kindermann zum 9:9 aus. Bei den Niederländerinnen schlichen sich nun auch Fehler ein, sodass Deutschland erstmals mit 13:12 in Führung ging. Nach einer starken Abwehr erhöhte Jatzko auf 16:12. Mit zwei Blocks kamen die Niederländerinnen wieder auf 16:15 heran. Aber auch Jatzko packte im Block zu (18:15). Bregoli brachte Patricia Nestler in der Annahme und Abwehr für Jatzko sowie Sarah Straube im Zuspiel und Emilia Weske auf der Diagonalposition. Die Deutschen hielten den Vorsprung und feierten nach zwei Fehlern der Niederländerinnen den Satzgewinn.
Bregoli vertraute in Durchgang zwei seiner Startaufstellung und diesmal waren die Deutschen von Beginn an präsent. Kindermann packte im Block zu, Stautz servierte ein Ass, Schölzel punktete im Angriff (6:6). Mit zwie Blocks gegen Kindermann und Stautz setzten sich die Niederländerinnen etwas ab (9:13). Die eingewechselte Leana Grozer punktete zum 12:15. Bregoli brachte wieder Straube und Weske. Jatzko punktete im Angriff, doch die DVV-Frauen konnten den Rückstand nicht verkleinern. Stautz wehrte den ersten Satzball noch ab, ehe die Niederländerinnen den zweiten zum verdienten Satzausgleich nutzten.
Im dritten Durchgang startete Weske für Kindermann. Jatzko und Schölzel servierten stark, Berger packte im Block zu (10: 6). Doch dann kamen die Deutschen im Angriff nicht mehr durch, sodass die Niederländerinnen den Spielstand drehten (12:14). Weske glich direkt mit zwei Angriffen wieder aus (14:14). Straube und Kindermann kamen wieder aufs Feld, ebenso wie Annie Cesar. Bis zum 19:19 ging es ausgeglichen hin und her, dann unterliefen den Niederländerinnen zwei Fehler. Mit einem Block von Weske und einem Ass von Kohn erspielten sich die DVV-Frauen fünf Satzbälle, wovon Jatzko den zweiten verwandelte.
Im vierten Durchgang brachte Bregoli Leana Grozer für Stautz, zudem blieb Strubbe auf dem Feld. Kohn startete mit einem Ass und nach guten Blocktouches packte Strubbe zum 4:1 zu. Mit einem Ass verkürzten die Niederländerinnen auf 5:4, doch Leana erhöhte mit drei Punkten in Folge direkt wieder auf 8:4. Die Niederländerinnen kamen mit einem guten Aufschlag wieder auf einen Punkt heran, doch die Deutschen spielten konzentriert und druckvoll weiter. Weske und Jatzko punkteten im Angriff, Grozer und Schölzel im Block (17:11). Grozer sorgte schließlich für sieben Matchbälle, doch erst den vierten verwandelte die 19-jährige Außenangreiferin.