VNL: DVV-Frauen unterliegen Japan trotz Steigerung im dritten Satz
Die DVV-Frauen fanden zunächst nicht ins Spiel – vor allem im Aufschlag fehlte der Druck und im Angriff die Effektivität. Im dritten Satz steigerte sich das deutsche Team zwar deutlich, holte einen Rückstand auf und erspielte sich sogar einen Satzball, doch am Ende konnten sie sich nicht belohnen. Beste deutsche Punktesammlerin war Kapitänin Camilla Weitzel mit 13 Punkten, gefolgt von Lina Alsmeier (7). Auf japanischer Seite überzeugten Sato (20 Punkte) und Wada (16 Punkte). Zudem feierte Emma Sambale ihr Debüt in der Volleyball Nations League.
Kapitänin Camilla Weitzel zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht, blickte aber zugelich optimistisch nach vorn: „Es ist sehr frustrierend, gegen Japan zu spielen. Sie haben gut geblockt und unglaublich stark verteidigt. Erst im dritten Satz haben wir Lösungen gefunden. Deshalb ist es umso härter, dass wir den Satz nicht gewonnen haben, weil wir das Gefühl hatten, dass wir immer besser ins Spiel gekommen sind. Wir sind ein neues Team und müssen unseren Rhythmus und unser Selbstvertrauen noch finden. Ich weiß, dass wir das können und ich glaube an uns. Solche Momente sind hart, aber sie machen uns stärker.“
Auch Bundestrainer Bregoli haderte mit den vergebenen Chancen: „Natürlich bin ich nicht zufrieden. Positiv war, dass wir im dritten Satz endlich unseren Rhythmus gefunden haben. Aber wir haben wieder in den entscheidenden Momenten Fehler gemacht. Das war ähnlich wie schon gegen die Ukraine. Auf diesem Niveau darf man Führungen nicht aus der Hand geben und muss seine Chancen nutzen. Wir haben ein junges Team, da kann so etwas passieren, aber wir müssen lernen, schneller in unser Spiel zu finden.
Viel Zeit zum Analysieren bleibt den DVV-Frauen nicht. Bereits am Sonntagabend (20:30 Uhr dt. Zeit, ZDF-Livestream) wartet zum Abschluss der ersten VNL-Woche mit den USA die nächste Top-Nation. „Wir müssen das heutige Spiel analysieren und herausfinden, was wir morgen besser machen können. Die USA sind ein anderes Team und stellen uns vor andere Herausforderungen“, sagte Bregoli. Auch Weitzel richtete den Blick schnell nach vorne: „Wir werden das jetzt abhaken, regenerieren und morgen wieder alles geben.“
Spielbericht
Bregoli schickte Sarah Straube, Emilia Weske, Leana Grozer, Lina Alsmeier, Camilla Weitzel, Marie Schölzel und Annie Cesar in die Partie. Deutschland startete ausgeglichen in die Begegnung und hielt bis zum 6:6 mit. Anschließend setzte sich Japan erstmals ab (6:10), ehe ein Block von Emilia Weske den Rückstand wieder verkürzte (10:11). Die Asiatinnen überzeugten jedoch mit einer stabilen Annahme und einem variablen Angriffsspiel. Mehrere technische Unterbrechungen unterbrachen den Spielfluss, doch Deutschland kämpfte sich nach den Einwechslungen von Hannah Kohn, Mia Kirchhoff und Antonia Stautz noch einmal auf 18:19 heran. Die Chance zum Ausgleich blieb jedoch ungenutzt, Japan zog erneut davon und verwandelte direkt seinen ersten Satzball zum 25:20. Vor allem im Angriff fehlte dem deutschen Spiel die notwendige Durchschlagskraft, zudem waren die Aufschläge zu harmlos.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch (7:7), ehe Japan erneut die Kontrolle übernahm. Beim Stand von 10:10 schien Deutschland noch auf Augenhöhe, doch die Japanerinnen setzten sich mit ihrer starken Abwehr und nahezu fehlerfreien Aufschägen Stück für Stück ab. Emma Sambale, Hannah Kohn und Monique Strubbe kamen von der Bank, konnten den Lauf des Gegners aber nicht stoppen. Besonders die Zahlen verdeutlichten die Überlegenheit Japans: Deutschland gelangen lediglich neun Angriffspunkte, während die Asiatinnen mit hoher Effizienz agierten und bis zum Ende des zweiten Satzes insgesamt nur sieben Eigenfehler produzierten. Mit 25:15 sicherte sich Japan auch den zweiten Durchgang.
Bundestrainer Giulio Bregoli analysierte in der Satzpause die Probleme seiner Mannschaft: „Wir müssen besser aufschlagen, um Japan unter Druck zu setzen. Momentan machen wir es ihnen zu einfach. Außerdem müssen wir in Block und Abwehr besser arbeiten, um uns Gegenangriffe zu ermöglichen. Gegen dieses Team braucht man Geduld und oft mehrere Angriffe, um einen Punkt zu erzielen.“
Mit Hannah Kohn, Monique Strubbe und Mia Kirchhoff auf dem Feld steigerte sich Deutschland im dritten Satz deutlich. Trotz mehrfacher Rückstände kämpfte sich das Team immer wieder zurück und verkürzte von 15:19 auf 19:20. Ein Block von Camilla Weitzel brachte schließlich den Ausgleich zum 21:21. In der spannenden Schlussphase erspielte sich Deutschland durch einen Hinterfeldangriff von Leana Grozer sogar einen Satzball zum 24:23. Doch der Block landete knapp im Aus. Nach Problemen in der Annahme und im Zuspiel hatten die Japanerinnen Matchball – wieder nutzten die Deutschen ihre Angriffschancen nicht, sodass die Weltranglistenvierten den Sieg feiern konnten.
Spielplan VNL Woche 1
Donnerstag, 4. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Kanada | 3:1 (28:26, 22:25, 25:18, 25:18) |
Donnerstag, 4. Juni, 22:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ukraine | 2:3 (21:25, 28:30, 25:14, 25:19, 13:15) |
Sonntag, 7. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Japan | 0:3 (20:25, 15:25, 24:26) |
Sonntag, 7. Juni, 20:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. USA |