VNL: DVV-Männer feiern furioses Comeback gegen Serbien
Nach einem schwachen ersten Satz und einem knapp verlorenen zweiten Durchgang steigerten sich die DVV-Männer im Anschluss deutlich. Mit druckvolleren Aufschlägen, konsequenten Angriffen und einer starken Block- und Feldabwehr dominierten sie die Sätze drei und vier. Im Tiebreak entwickelte sich schließlich ein offener Schlagabtausch mit ständig wechselnder Führung, in dem Deutschland die besseren Nerven behielt. Die erfolgreichsten Punktesammler im deutschen Team waren Erik Röhrs (22 Punkte) sowie Tobias Brand und Anton Brehme (je 20 Punkte).
„Es fühlt sich richtig gut an, dieses Spiel noch zu drehen und mit einem positiven Ergebnis vom Feld zu gehen. Wir hatten uns schon im Vorfeld auf eine lange Partie eingestellt. Gerade in so einer hitzigen Atmosphäre war es wichtig, ruhig zu bleiben und fokussiert zu spielen. Im Tiebreak entscheiden oft Kleinigkeiten – wir haben kluge Entscheidungen getroffen, vielleicht auch das nötige Quäntchen Glück gehabt“, sagte Zuspieler Eric Burggräf.
Bundestrainer Massimo Botti sah zwei sehr unterschiedliche Gesichter seiner Mannschaft: „Das Spiel hatte zwei Seiten. Wir sind zu langsam gestartet, haben dann aber eine starke Reaktion gezeigt und Lösungen gefunden. Wir können nicht ohne Leidenschaft und Energie spielen – genau das hat die Mannschaft im weiteren Verlauf gezeigt. Nach einem 0:2-Rückstand noch zurückzukommen, damit müssen wir zufrieden sein.“
Spielbericht
Botti startete mit folgender Starting Seven: Jan Zimmermann, Yann Böhme, Erik Röhrs, Tobias Brand, Florian Krage-Brewitz, Simon Torwie und Lenny Graven. Die Partie begann ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Serben. Röhrs punktete noch zum 6:6, dann ließen die Deutschen mehrere Chancen liegen (6:9). Krage-Brewitz verkürzte mit einem Block auf 8:9, scheiterte kurz darauf aber selbst zweimal am Block (8:14). Botti brachte Eric Burggräf für Zimmermann und Anton Brehme für Krage-Brewitz. Schließlich durchbrach Böhme den Fünf-Punkte-Lauf der Serben und servierte anschließend ein Ass (10:14). Brand verkürzte mit einem Block auf 15:16. Doch insgesamt war der deutsche Angriff nicht effektiv genug – auch weil der serbische Block gut stand. Bezeichnend für den ersten Satz waren zwei spektakuläre Ballwechsel mit starken Abwehraktionen auf beiden Seiten, in denen Serbien letztlich konsequenter agierte (18:21). Dann war der serbische Block sowohl für Röhrs als auch für Brehme nicht zu überwinden, sodass die Serben fünf Satzbälle hatten. Beim ersten unterlief ihnen ein Netzfehler, den zweiten wehrte Röhrs noch mit einem Ass ab, ehe sein nächster Aufschlag im Netz landete und den Satzverlust besiegelte.
Burggräf und Brehme blieben auf dem Feld. Doch es lief nicht rund bei den Deutschen und so lagen sie direkt wieder mit 2:5 hinten. Die DVV-Männer blieben zwar dran, konnten den Rückstand aber zunächst nicht wirklich verkürzen. Böhme, Brand, Brehme und Torwie punkteten für Deutschland. Wieder stand der serbische Block gut und packte gegen Röhrs und Böhme zu (11:15). Theo Mohwinkel kam für Böhme. Mit einer Aufschlagserie von Brehme und einem Block von Torwie gelang den Deutschen der 15:15-Ausgleich. Den Serben gelang wieder das Break, doch die Deutschen blieben diesmal dran und glichen mit zwei starken Angriffen von Röhrs zum 23:23 aus. Die Serben erspielten sich den ersten Satzball, den sie jedoch mit einem Aufschlagfehler vergaben. Beim zweiten Satzball hatten die Deutschen Glück, als der Angriff im Aus landete. Röhrs wehrte den dritten Satzball ab, dann nutzten die Serben ihren vierten Satzball zur 2:0-Führung.
Mohwinkel spielte weiter für Böhme. Nach der Satzpause steigerten sich die Deutschen deutlich und fegten quasi über Serbien hinweg. Brand punktete im Angriff und Block, Burggräf servierte ein Ass und Brehme packte im Block zu, sodass die DVV-Männer mit 7:1 in Führung gingen. Nach einem weiteren Ass von Brand stand es 9:3. Mit einem guten Aufschlag und zwei Blocks gegen Torwie und Mohwinkel verkürzten die Serben nochmal auf 11:8, doch die Deutschen spielten nun druckvoll und konsequent und ließen die Serben nicht mehr herankommen. Röhrs punktete verlässlich und nun ging auch mal ein langer, spektakulärer Ballwechsel an die Deutschen (15:10). Brehme, Mohwinkel und Röhrs brachten ihre Angriffe durch (21:14), zudem verteidigte Graven stark. Mit zwei Assen beendete Röhrs den Satz.
Der vierte Durchgang begann direkt mit einem spektakulären Ballwechsel, an dessen Ende Brehme kurzen Prozess machte. Und es ging so weiter, nach einer überragenden Abwehr von Graven und einer starken Rettungsaktion von Brand packte Brehme im Block zu (4:1). An Brehme war nun kein Vorbeikommen mehr – bis zum 7:3 blockte er zwei weitere Male. Graven verteidigte weiter stark. Den Deutschen gelang nun alles, während Serbien zunehmend verzweifelte (9:4). Die serbischen Fans sorgten bei jedem deutschen Aufschlag für ein Pfeifkonzert, doch die DVV-Männer zeigten sich davon unbeeindruckt. Röhrs punktete zum 12:8, Brehme zum 14:10 und 16:12. Torwie und Röhrs erhöhten auf 18:12. Brand punktete aus dem Hinterfeld (19:13), scheiterte allerdings kurz darauf am Block (21:16). Nach einem Angriffsfehler der Serben hatten die Deutschen sechs Satzbälle, direkt den ersten verwandelte Brand und beendete damit die Träume der Serben von der Teilnahme am Finalturnier.
Im Tiebreak entwickelte sich ein packender Schlagabtausch. Burggräf startete mit einem zweiten Ball, Mohwinkel und Torwie packten im Block zu und sorgten für den ersten kleinen Vorsprung der Deutschen (4:2). Mit einem Block gegen Torwie glichen die Serben jedoch umgehend wieder aus (5:5) und gingen mit einem Ass anschließend selbst in Führung (7:8). Nach zwei Fehlern der Serben wechselte die Führung wieder (9:8). Die Serben servierten erneut stark und erhöhten mit einem weiteren Break auf 9:11. Brand punktete verlässlich, mit einem Ass glich Brehme wieder aus (12:12) und nach einem Fehler der Serben führten die Deutschen erneut (13:12). Röhrs sorgte für den ersten Matchball und verwandelte diesen direkt selbst.
Spielplan VNL Woche 3
Mittwoch, 15. Juli, 13 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Slowenien | 1:3 (17:25, 17:25, 25:23, 26:28) |
Donnerstag, 16. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Iran | 2:3 (22:25, 28:26, 25:18, 20:25, 12:15) |
Samstag, 18. Juli, 20:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Serbien | 3:2 (21:25, 26:28, 25:16, 25:18, 15:13) |
Sonntag, 19. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ukraine |