DVV-Männer verpassen VNL-Finalrunde nach Niederlage gegen den Iran

DVV-Männer verpassen VNL-Finalrunde nach Niederlage gegen den Iran Foto: volleyballworld Die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat in der Volleyball Nations League (VNL) eine bittere Niederlage kassiert. Gegen den abstiegsgefährdeten Iran unterlag das Team von Bundestrainer Massimo Botti mit 2:3 (22:25, 28:26, 25:18, 20:25, 12:15) und hat damit keine Chancen mehr aufs Finalturnier.

Deutschland zeigte über weite Strecken eine starke Leistung, ließ jedoch die nötige Konstanz vermissen. Nach einem guten Start im ersten Satz gab die Mannschaft die Führung noch aus der Hand, kämpfte sich anschließend eindrucksvoll zurück, drehte den zweiten Durchgang nach Abwehr mehrerer Satzbälle und dominierte den dritten Durchgang. Im Tiebreak fehlte schließlich die letzte Konsequenz.

Insgesamt verhinderten zu viele Schwankungen und eine hohe Fehlerquote den möglichen Sieg. Allein mit mehr als 20 Aufschlagfehlern machte sich das deutsche Team das Leben immer wieder selbst schwer. Bester Scorer im deutschen Team war Erik Röhrs.

Kapitän Jan Zimmermann haderte vor allem mit den verpassten Chancen: "Wir hatten das Spiel in der eigenen Hand. Besonders den ersten Satz hätten wir nach unserem guten Start gewinnen müssen. Auch im vierten Satz haben wir es versäumt, den Druck hochzuhalten und in den entscheidenden Situationen konsequenter zu sein. Im Tiebreak entscheiden oft Kleinigkeiten – Aufschlag, Annahme und manchmal auch das nötige Quäntchen Glück.“

Bundestrainer Massimo Botti sah ein Duell auf Augenhöhe: "Beide Mannschaften waren über die gesamte Partie hinweg auf Augenhöhe. Am Ende haben nur wenige Ballwechsel den Unterschied gemacht. Für uns ist es wichtig, weiter hart zu arbeiten. Die kommenden Spiele bleiben mit Blick auf die Weltrangliste bedeutend und bieten uns die Möglichkeit, weiter Erfahrungen zu sammeln und uns als Team zu verbessern."

Auch wenn die Finalrunde außer Reichweite ist, geht es für die DVV-Männer in den verbleibenden beiden Partien der VNL um wichtige Weltranglistenpunkte. Am Samstag (20 Uhr) trifft Deutschland auf Gastgeber Serbien, ehe am Sonntag (16.30 Uhr) zum Abschluss der Vorrunde die Ukraine wartet.

"Wir wollen die beiden Spiele unbedingt gewinnen und sie nutzen, um als Mannschaft weiter zusammenzuwachsen", blickte Jan Zimmermann auf die letzten beiden Begegnungen voraus.

Spielbericht

Botti schickte zunächst Jan Zimmermann, Yann Böhme, Erik Röhrs, Tobias Brand, Anton Brehme, Tobias Krick und Lenny Graven aufs Feld. Die DVV-Männer erwischten einen guten Start: Brand und Röhrs punkteten im Angriff, Böhme im Block und Zimmermann mit einem Ass – so führten sie schnell mit 5:1. Doch dann wurden die Deutschen nachlässig und ließen die Iraner ins Spiel kommen, sodass diese mit vier Punkten in Folge in Führung gingen (7:8). Böhme durchbrach den Lauf der Iraner. Nach einem Fehler von Brand nahm Botti seine erste Auszeit (8:10). Zunächst hielten beide Teams ihr Sideout, ehe die Deutschen nach einem guten Aufschlag von Zimmermann den 17:17-Ausgleich erzielten. Der eingewechselte Simon Kohn servierte wie am Tag zuvor stark und ermöglichte somit Krick den Punkt zum 20:19. Dann verloren die Deutschen jedoch den Faden – mit vier Punkten in Folge setzten sich die Iraner vorentscheidend zum 20:23 ab. Den ersten Satzball vergaben die Iraner mit einem Aufschlagfehler, ehe sie den zweiten zur 1:0-Satzführung nutzten.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs lief es bei den DVV-Männern noch nicht rund. Nach zwei Assen in Folge der Iraner nahm Botti beim 2:6 seine erste Auszeit und forderte von seiner Mannschaft eine Reaktion und eine deutlich bessere Körpersprache. Die Ansprache zeigte Wirkung. Röhrs punktete im Angriff, Böhme servierte stark, der Block packte zu und nach einem Ass von Zimmermann lagen die Deutschen mit 10:9 vorne. Es ging hin und her, doch die Deutschen scheiterten zunehmend am iranischen Block (16:19). Botti brachte Moritz Reichert für Brand, der direkt punktete. Böhme packte erst im Block zu und erzielte dann den 20:20 Ausgleich. Doch nach einem Fehler des Diagonalangreifers lagen die Iraner wieder vorne (20:22). Kohn kam erneut zum Aufschlag und servierte ein Ass, dann packte Böhme im Block zu (23:22). Röhrs holte mit etwas Glück den ersten Satzball fürs deutsche Team, den die Iraner jedoch abwehrten. Die Deutschen ließen die Chance auf den nächsten Satzball liegen, Röhrs wehrte den Satzball der Iraner jedoch ab. Den zweiten wehrte Krick ab. Dann sorgte Reichert für den zweiten Satzball auf deutscher Seite. Diesmal landete der iranische Angriff im Aus, sodass Deutschland auf 1:1 verkürzte.

Der dritte Durchgang begann ausgeglichen (4:4). Mit zwei Punkten von Reichert im Angriff und Block erspielten sich die Deutschen den ersten kleinen Vorteil (7:5). Diesen hielten die DVV-Männer und bauten ihn anschließend aus – auch dank einiger Fehler der Iraner (14:11, 16:12). Der deutsche Block packte zu und Röhrs verwandelte nach einem spektakulärem Ballwechsel zum vorentscheidenden19:13. Reichert sorgte kurz darauf für sieben Satzbälle. Den ersten vergab Kohn noch mit einem Fehlaufschlag, dann landete auch der iranische Aufschlag im Netz.

Die Deutschen konnten den Schwung allerdings nicht mit in Durchgang vier nehmen. Die Iraner erspielten sich schnell einen Drei-Punkte-Vorsprung. Zimmermann verkürzte mit einem Block auf 4:5, doch mehr war nicht drin – auch, weil den Deutschen der Aufschlag abhandengekommen war und den Iranern so zahlreiche Punkte schenkten und keine Chance aufs Break hatten. Nach einem Ass waren die Iraner auf 11:16 davongezogen. Brehme verkürzte mit zwei Blocks auf 14:16, scheiterte dann aber selbst am Block (14:18). Die Iraner spielten nun druckvoller und konsequenter, hielten den Vorsprung (17:22) und nutzten direkt den ersten ihrer vier Satzbälle, um den Tiebreak zu erzwingen.

Die abstiegsgefährdeten Iraner hielten den Druck hoch und spielten sich in einen kleinen Rausch. Beim 1:4 nahm Botti seine erste Auszeit, beim 4:7 seine zweite. Durch Punkte von Röhrs und Brand kamen die Deutschen wieder auf 7:8 heran. Doch in der Schlussphase fehlte die nötige Konsequenz. Röhrs wurde geblockt (10:13) und beim 11:14 hatten die Iraner drei Matchbälle. Den ersten wehrte Krick noch ab, dann jubelten die Iraner über den Sieg – und gleichzeitig vermutlich über den Verbleib in der VNL.

Spielplan VNL Woche 3

Mittwoch, 15. Juli, 13 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Slowenien

1:3 (17:25, 17:25, 25:23, 26:28)

Donnerstag, 16. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Iran

2:3 (22:25, 28:26, 25:18, 20:25, 12:15)

Samstag, 18. Juli, 20:00 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Serbien

ZDF Livestream

Sonntag, 19. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Ukraine

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