Starke Reaktion nach Fehlstart: DVV-Männer unterliegen Slowenien knapp mit 1:3
Nach einem schwachen Start und zwei deutlichen Satzverlusten fand die deutsche Mannschaft immer besser ins Spiel. Mit deutlich mehr Energie und einer verbesserten Körpersprache kämpfte sie sich zurück, verkürzte auf 1:2 und lieferte sich mit Slowenien im vierten Satz einen offenen Schlagabtausch. In der spannenden Schlussphase setzte sich der Tabellenvierte jedoch knapp durch.
Ausschlaggebend für den Spielverlauf waren unter anderem die Aufschlag- und Blockqualitäten der Slowenen: zehn Asse sowie zehn direkte Blockpunkte standen am Ende gerade mal zwei Assen und einem Block auf deutscher Seite gegenüber. Topscorer der DVV-Männer war Erik Röhrs mit herausragenden 22 Punkten. Tobias Brand steuerte elf Zähler bei, Moritz Reichert kam auf zehn Punkte. Ein gelungenes Länderspiel-Debüt feierte zudem Simon Kohn, der Ende des dritten Satzes eingewechselt wurde und mit einem Ass und einem weiteren starken Aufschlag entscheidenden Anteil am Satzgewinn hatte.
Erik Röhrs haderte nach dem Spiel vor allem mit dem verpassten Tiebreak, zog aus der Leistungssteigerung aber auch Positives: „Es war stark, wie wir nach den ersten beiden Sätzen zurückgekommen sind. Im ersten Satz haben wir dem Gegner zu viele Geschenke gemacht. Darauf kann man gegen ein Team wie Slowenien kaum reagieren. Umso stolzer können wir darauf sein, dass wir das Momentum auf unsere Seite gezogen haben. Am Ende fühlt es sich trotzdem so an, als hätten wir etwas mehr verdient gehabt – besonders im vierten Satz, in dem wir lange mit zwei Punkten geführt haben. Das tut natürlich weh.“
Auch Bundestrainer Massimo Botti hob die Reaktion seiner Mannschaft hervor: „Nach den ersten beiden Sätzen haben wir bis zum Ende gekämpft. Der Beginn war nicht gut, deshalb haben wir versucht, mit Wechseln etwas zu verändern. In den letzten beiden Sätzen war unsere Leistung deutlich besser. Wir müssen aber verstehen und daraus lernen, wie wir uns von Beginn an auf dieses Niveau bringen können. Slowenien schafft es, sein Level über das gesamte Spiel hinweg konstant hochzuhalten – auch in schwierigen Situationen. Genau das müssen wir ebenfalls lernen.“
Viel Zeit zum Analysieren bleibt nicht: Bereits am Donnerstag trifft Deutschland um 16.30 Uhr auf den Iran. „Wir können die Aggressivität und die Energie aus den letzten beiden Sätzen mitnehmen. Unser Ziel war es, alle vier Spiele in dieser Woche zu gewinnen. Das ist jetzt nicht mehr möglich, also lautet das Ziel nun drei Siege aus vier Spielen“, gibt sich Erik Röhrs kämpferisch.
Spielbericht
Botti startete mit Jan Zimmermann, Yann Böhme, Erik Röhrs, Tobias Brand, Tobias Krick, Simon Torwie und Lenny Graven. Die DVV-Männer erwischten keinen guten Start und scheiterten gleich dreimal am slowenischen Block. So lagen sie schnell mit 1:7 zurück. Die Deutschen verteidigten zwar gut und waren mutig im Angriff, doch die Effizienz fehlte. Zudem war der slowenische Block sehr gut auf die deutschen Angriffe eingestellt und entschärfte diese regelmäßig. So hielten die Slowenen souverän ihren Vorsprung (6:13, 10:17, 13:22). Erik Burggräf kam zwischenzeitlich für Zimmermann. Die Punkte fürs DVV-Team erzielte vor allem Röhrs. Letztlich hatten die Slowenen dann acht Satzbälle. Den ersten wehrte Torwie noch mit dem ersten deutschen Block ab, dann landete Böhmes Aufschlag im Aus.
Im zweiten Durchgang begann Florian Krage-Brewitz für Torwie. Die Deutschen waren nun zwar besser im Spiel und erspielten sich mit einem Block von Krick die erste Führung des Spiels (2:1), doch die Slowenen waren druckvoller und konsequenter. Mit einem Ass und einem Block gegen Brand drehten sie den Spielstand auf 6:9. Die DVV-Männer fanden keine Lösungen im Angriff. Botti brachte Moritz Reichert für Böhme (9:13). Nach zwei Fehlern der Slowenen kamen die Deutschen kurzzeitig auf zwei Punkte heran (11:13). Doch wieder servierten die Tabellenvierten zwei Asse und blockten Röhrs, sodass sie den Vorsprung wieder ausbauten (12:17). Die Slowenen ließen nichts mehr anbrennen und holten mit vier Punkten in Folge souverän den Satzgewinn.
Zu Beginn des dritten Durchgangs steigerten sich die DVV-Männer deutlich. Brand servierte ein Netzroller-Ass, Reichert packte im Block zu und Röhrs punktete im Angriff zum 3:0. Mit einem Ass glichen die Slowenen zum 7:7 aus. Brand blockte erneut (9:7), Slowenien glich mit einem Block gegen Röhrs wieder aus und ging nach einem Fehler der deutschen sogar in Führung (11:12). Doch diesmal zogen sie nicht davon. Nach zwei Fehlern der Slowenen sowie einem starken Aufschlag von Reichert verwandelte Röhrs zum 14:12. Krick punktete noch zum 16:14, dann erhöhten die Slowenen den Druck. Mit einem weiteren Ass glichen sie zunächst aus (16:16), um kurz darauf mit einem weiteren Aufschlagwinner auf 18:20 zu stellen. Botti brachte Kohn zum Aufschlag, der bei seiner Premiere im Natio-Trikot direkt ein Ass und einen weiteren guten Aufschlag servierte, sodass die Deutschen wieder führten (21:20). Nach einem guten Aufschlag von Reichert punktete Röhrs zum 23:21. Der beste deutsche Angreifer bescherte seinem Team dann auch zwei Satzbälle. Den ersten vergab Röhrs mit einem knappen Fehlaufschlag, dann verwandelte Krick zum 1:2-Satzanschluss.
Im vierten Durchgang waren beide Teams auf Augenhöhe, kein Team konnte sich entscheidend absetzen (10:10). Slowenien blockte zum 10:12, Reichert glich umgehend wieder aus (12:12) und nach einem Fehler der Slowenen führte Deutschland mit zwei Punkten (15:13). Nun ging es hin und her. Erst glichen die Slowenen aus (18:18), dann gingen die Deutschen wieder in Führung (20:18), dann glichen die Slowenen wieder mit einem guten Aufschlag aus (22:22). Während der Deutsche Aufschlag im Netz landete, servierte Slowenien ein Ass und hatte somit Matchball (23:24). Brand wehrte diesen ab, beim zweiten unterlief den Slowenen ein Netzfehler, den dritten wehrte Reichert ab. Beim vierten Matchball verfehlte Röhrs die Finger des slowenischen Blocks.
Spielplan VNL Woche 3
Mittwoch, 15. Juli, 13 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Slowenien | 1:3 (17:25, 17:25, 25:23, 26:28) |
Donnerstag, 16. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Iran | |
Samstag, 18. Juli, 20:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Serbien | |
Sonntag, 19. Juli, 16:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ukraine |