Tiebreak-Sieg gegen Belgien: DVV-Frauen ziehen ins EM-Viertelfinale ein

Tiebreak-Sieg gegen Belgien: DVV-Frauen ziehen ins EM-Viertelfinale ein Foto: CEV Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft steht bei der Volleyball-Europameisterschaft erstmals seit 2019 im Viertelfinale. Das Team von Bundestrainer Giulio Bregoli gewann das Achtelfinale in Istanbul nach großem Kampf gegen Belgien mit 3:2 (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8). Im Viertelfinale treffen die DVV-Frauen am Donnerstag voraussichtlich erneut auf Gastgeber Türkei.

Deutschland steht damit unter den besten acht Teams Europas und hat das vor der Europameisterschaft ausgegebene Minimalziel Viertelfinale erreicht. Die DVV-Frauen zeigten gegen Belgien vor allem große Moral: Nach zwei nicht genutzten Matchbällen im vierten Satz ließ sich das DVV-Team nicht aus der Ruhe bringen und dominierte den entscheidenden Tiebreak. Leana Grozer verwandelte schließlich den insgesamt vierten deutschen Matchball zum Viertelfinaleinzug. Die 19-jährige zeigte bei ihrer EM-Premiere einmal mehr ein überragendes Spiel und war mit 28 Punkten beste Scorerin der Partie. Emila Weske (14), Lina Alsmeier (13) und Camilla Weitzel (11) punkteten ebenfalls zweistellig.

„Wir haben an uns geglaubt“

„Es war ein verrücktes Spiel mit vielen Höhen und Tiefen. Es war wichtig für uns, dass wir kämpfen und an uns glauben – und genau das haben wir getan. Belgien hat sehr gut gespielt und stark abgewehrt. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben“, sagte Leana Grozer. Auch nach der bitteren Wendung im vierten Satz habe das Team weiter an sich geglaubt: „Wir lagen schon deutlich zurück, konnten aber nochmal rankommen und viel Emotionen aufs Feld bringen. Das haben wir mit in den Tiebreak genommen, unabhängig davon, wie der vierte Satz ausgegangen ist. Wir wollten im Tiebreak fokussiert bleiben und mit Emotionen spielen – und das hat funktioniert.“

Foto: CEV
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Der Gegner im Viertelfinale wird am Dienstagabend im Achtelfinale zwischen Gastgeber Türkei und Aserbaidschan ermittelt. Die Türkei geht als klarer Favorit in die Partie, sodass die DVV-Frauen am Donnerstag voraussichtlich erneut auf das Gastgeberland treffen würden. In der Vorrunde hatte Deutschland gegen die Türkei mit 1:3 verloren.

Spielbericht

Im Achtelfinale gegen Belgien fand Deutschland zunächst nur schwer in die Partie. Im Angriff fehlte es zu Beginn an der nötigen Konsequenz, während Belgien in Abwehr und Offensive sehr präsent agierte. Beim 1:5 nahm Giulio Bregoli bereits früh eine Auszeit. Deutschland kämpfte sich anschließend, angeführt von Camilla Weitzel, die im Block, Angriff und mit zwei Assen wichtige Akzente setzte, auf 10:11 heran. Die Chance zur Führung blieb jedoch ungenutzt. Belgien spielte stabil und konsequent, zog wieder davon und sicherte sich den ersten Satz mit 25:20.

Deutschland hakte den Satzverlust jedoch schnell ab und zeigte im zweiten Durchgang eine deutlich entschlossenere Körpersprache. Die DVV-Frauen erspielten sich eine 7:3-Führung, ließen Belgien aber durch einige Unaufmerksamkeiten wieder zum 10:10-Ausgleich kommen. Anschließend setzte sich Deutschland erneut ab. Emilia Weske drehte auf, Anastasia Cekulaev punktete im Block und beim 16:11 schien der Vorsprung komfortabel. Belgien ließ sich jedoch nicht abschütteln und glich mit einer starken Aufschlagserie zum 19:19 aus. Camilla Weitzel durchbrach den belgischen Lauf, ein Ass von Lina Alsmeier und ein Block von Leana Grozer brachten Deutschland wieder auf die Siegerstraße. Emilia Weske sorgte für Satzbälle, ehe Leana Grozer den ersten direkt zum 25:21 verwandelte.

Der dritte Satz entwickelte sich anschließend zu einem engen Schlagabtausch. Deutschland setzte sich zunächst auf 12:9 ab, Belgien glich jedoch direkt wieder zum 15:15 aus. Die DVV-Frauen gingen erneut mit zwei Punkten in Führung (17:15), gerieten nach nicht genutzten Chancen jedoch mit 18:19 in Rückstand. Dann folgte die entscheidende Phase: Deutschland erzielte sechs Punkte in Folge, darunter zwei Asse von Lina Alsmeier, und erspielte sich beim 24:19 gleich fünf Satzbälle. Belgien wehrte den ersten ab, doch Leana Grozer verwandelte den zweiten zur 2:1-Satzführung.

Auch im vierten Durchgang blieb die Partie zunächst umkämpft. Nach einer ersten kleinen deutschen Führung setzte sich Belgien mit vier Punkten in Folge auf 5:3 ab und baute den Vorsprung anschließend weiter aus. Beim 8:12 und nach einem weiteren Ass zum 14:9 waren die Belgierinnen im Vorteil. Deutschland machte in dieser Phase zu viele Fehler und geriet nach einem Block gegen Emilia Weske mit 10:16 deutlich ins Hintertreffen. Doch die DVV-Frauen gaben nicht auf. Mit fünf Punkten in Folge, auch dank starker Aufschläge von Leana Grozer, kämpfte sich Deutschland auf 16:18 heran. Belgien stellte den alten Abstand jedoch noch einmal her und führte mit 20:16. Wieder zeigte Deutschland große Moral: Lena Kindermann punktete im Block und Angriff, ehe Leana Grozer zum 22:22 ausglich. Ein belgischer Fehler brachte Deutschland beim 24:23 den ersten Matchball, den Belgien jedoch abwehrte. Auch der zweite Matchball blieb ungenutzt. Stattdessen sicherten sich die Belgierinnen nach einem deutschen Fehler ihren ersten Satzball und nutzten diesen direkt mit einem Block gegen Grozer zum 27:25.

Vom Satzverlust ließen sich die DVV-Frauen jedoch nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Deutschland startete entschlossen in den Tiebreak und übernahm schnell die Kontrolle. Ein Ass von Monique Strubbe sowie ein Block von Camilla Weitzel und zwei belgische Fehler sorgten für die 9:5-Führung. Nach einem langen Ballwechsel mit starken Abwehraktionen auf beiden Seiten landete der belgische Angriff im Aus – beim 10:6 war das Momentum endgültig auf deutscher Seite. Ein Ass von Hannah Kohn und weitere erfolgreiche Angriffe von Alsmeier erhöhten den Vorsprung auf 12:6. Belgien fand nun keine Antwort mehr auf die entschlossene deutsche Mannschaft. Nach einem starken Aufschlag von Lina Alsmeier erzielte Leana Grozer beim 14:7 gleich sieben weitere Matchbälle. Belgien wehrte den ersten ab, ehe Leana Grozer schließlich den insgesamt vierten deutschen Matchball zum 15:8 und dem Einzug ins EM-Viertelfinale verwandelte.

Spielplan der DVV-Frauen

Samstag, 22. August, 15 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Slowenien

0:3 (22:25, 21:25, 20:25)

Sonntag, 23. August, 15 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Lettland

3:1 (25:15, 25:18, 13:25, 25:15)

Dienstag, 25. August, 15 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Ungarn

3:0 (25:17, 25:21, 25:14)

Mittwoch, 26. August, 18 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Türkei

1:3 (21:25, 27:25, 20:25, 19:25)

Donnerstag, 27. August, 15 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Polen

0:3 (19:25, 23:25, 24:26)

Dienstag, 01. September, 15 Uhr (dt. Zeit)

Deutschland vs. Belgien

3:2 (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8)