Ittlinger/van de Velde feiern DM-Titel bei Dortmunder Premiere

Ittlinger/van de Velde feiern DM-Titel bei Dortmunder Premiere Foto: Justus Stegeman Sandra Ittlinger und Kim van de Velde haben bei der Premiere der Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften in Dortmund den Titel gewonnen. In einem hochklassigen und spannenden Finale setzte sich das Duo am Sonntagnachmittag im ausverkauften Stadion im Revierpark Wischlingen mit 2:1 (21:16, 19:21, 15:12) gegen Louisa Lippmann und Melanie Paul durch. Für Ittlinger/van de Velde ist es der erste gemeinsame DM-Titel. Bronze sicherten sich Nele Barber und Melanie Gernert.

Von Beginn an entwickelte sich vor 6.500 begeisterten Fans ein Duell auf Augenhöhe. Ittlinger/van de Velde erwischten den etwas besseren Start und behaupteten ihren Vorsprung bis zum 21:16. Im zweiten Satz waren zunächst Lippmann/Paul das führende Team, ehe Ittlinger/van de Velde beim 10:8 die Führung übernahmen. Doch Lippmann und Paul kämpften sich zurück und drehten den Satz erneut. Nach einem Ass von Lippmann zum 19:17 glichen Ittlinger/van de Velde noch einmal aus, ehe Melanie Paul mit dem 21:19 den Tiebreak erzwang.

Auch dort blieb es bis zum Schluss eng. Lippmann/Paul führten zwischenzeitlich mit 10:7, ehe Ittlinger/van de Velde aufdrehten. Kim van de Velde sorgte mit einem Ass für zwei Matchbälle. Den ersten nutzten die neuen Deutschen Meisterinnen: Der Angriff von Paul landete im Aus – und Ittlinger/van de Velde konnten jubeln.

„Für mich ist es wahnsinnig geil. Ich stand so oft auf dem Podest, aber nie ganz oben. Es gab Momente, in denen ich dachte, dass ich hier vielleicht gar nicht mehr teilnehmen werde. Deshalb ist es unglaublich schön, dass es heute so ausgegangen ist“, sagte Kim van de Velde.

Für die 34-Jährige ist der Titel der Höhepunkt eines besonderen Comebacks. Im vergangenen Jahr wurde sie zum zweiten Mal Mutter. Erst anschließend entschied sie sich, noch einmal auf die große Beach-Volleyball-Bühne zurückzukehren. „Nach Baby Nummer zwei dachte ich wirklich, dass es das gewesen sein könnte. Dann kam Christoph Dieckmann zu mir und hat gesagt: ,Kim, wenn du noch einmal willst, hast du meine Unterstützung.‘ Das hat mir richtig Wind in die Segel gegeben“, erzählt van de Velde.

Dass es nun zum Titel reichte, macht den Erfolg für das Duo besonders emotional. Ittlinger und van de Velde waren bereits 2018 gemeinsam Vize-Meisterinnen und hatten 2021 sowie 2024 jeweils Bronze gewonnen. Seit Mitte dieser Saison spielen sie wieder zusammen und komplettierten nun ihren Medaillensatz.

„Vor zwei Jahren hat Kim nach dem Bronze-Medaillen-Spiel gesagt, dass sie wahrscheinlich zum letzten Mal auf dieser großen Bühne steht. Als wir auf dem Weg hierher waren, hat sie gesagt: ,Ich will das so sehr.‘ Deshalb freue ich mich wahnsinnig, dass wir das jetzt zusammen geschafft haben“, sagte Ittlinger, die bereits 2020 mit Chantal Laboureur Deutsche Meisterin war.

Dabei mussten die späteren Meisterinnen im Turnierverlauf einen Umweg nehmen. Bereits im Viertelfinale hatten sie gegen Lippmann/Paul mit 1:2 verloren und rutschten dadurch in den Loser-Baum. Dort bezwangen sie zunächst Behlen/Schulz in einem Viertelfinal-Krimi mit 2:0, wobei der erste Satz erst mit 35:33 entschieden wurde. Im Halbfinale folgte ein souveränes 2:0 gegen Grüne/Uhl.

Lippmann/Paul hatten sich ebenfalls mit zwei Siegen das Finalticket gesichert. Für Louisa Lippmann war es erst die zweite DM-Teilnahme. Die ehemalige Hallen-Nationalspielerin war 2024 an der Seite von Laura Ludwig Vizemeisterin geworden. Melanie Paul nahm bereits zum sechsten Mal an einer DM teil und verbesserte mit Silber ihr bislang bestes Ergebnis von Platz vier aus dem Vorjahr. „Melanie und Louisa haben uns alles abverlangt. Kim hat ein absolut klasse Spiel abgeliefert“, sagte Ittlinger und van de Velde ergänzte: „Kim hat zum richtigen Zeitpunkt noch einmal einen Gang hochgeschaltet. Das haben wir gebraucht.“

Auch die Atmosphäre in Dortmund sorgte bei den neuen Deutschen Meisterinnen für Begeisterung. Nach mehr als drei Jahrzehnten in Timmendorfer Strand fand die DM erstmals im Ruhrgebiet statt – und die Premiere vor ausverkauftem Haus überzeugte die Spielerinnen. „Ich war immer ein Fan von Timmendorfer Strand. Die 4.000 Leute dort waren genauso geil wie die, die jetzt hier sind. Aber hier ist es noch einen Tick lauter und hat noch mehr Festivalcharakter. Je mehr Menschen wir für Beach-Volleyball begeistern können, desto besser. Deshalb sind wir happy“, sagte Ittlinger. Van de Velde ergänzte: „Die Stimmung ist super. Alle haben Bock auf Beach-Volleyball und alle Spielerinnen und Spieler werden gefeiert. Wir haben Timmendorf gut in Dortmund eingepflegt.“

Barber/Gernert erneut Dritte

Bronze ging wie im Vorjahr an Nele Barber und Melanie Gernert. Die DM-Dritten aus dem letzten Jahr führten im kleinen Finale gegen Anna Grüne/Janne Uhl mit 21:16 und 11:7, ehe Grüne die Partie verletzungsbedingt nicht fortsetzen konnte. „Ich bin sprachlos. Back to Back DM-Dritte. Das muss ich erst einmal eine Weile sacken lassen“, sagte Gernert.