Karla Borger beendet Karriere - Emotionale Verabschiedung bei Beach-DM in Dortmund

Karla Borger beendet Karriere - Emotionale Verabschiedung bei Beach-DM in Dortmund Foto: Justus Stegemann Karla Borger ist am Freitag bei den Deutschen Beach-Volleyball-Meisterschaften in Dortmund vor tausenden Fans emotional verabschiedet worden. DVV-Präsident Markus Dieckmann und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigten die langjährige Nationalspielerin und zweifache Olympiateilnehmerin, die den deutschen Beach-Volleyball über viele Jahre geprägt hat.

„18 Jahre lang war Beach-Volleyball mein Leben – eine unvorstellbar wertvolle Zeit für mich. Ich habe mehr dabei erreicht, als ich es mir jemals hätte denken können“, sagte Borger bei ihrer Verabschiedung. „Ich habe über 50 Länder gesehen, Freundschaften überall auf der Welt geschlossen und die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen erlebt. Ich bin oft an meine Grenzen gebracht worden, hatte aber auf diesem Weg unheimlich viel Unterstützung. Diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar.“

72 Medaillen in 18 Jahren

Mit 37 Jahren beendet Borger eine außergewöhnliche Karriere. Seit 2008 war sie auf der höchsten nationalen und internationalen Ebene aktiv und nahm an rund 250 Turnieren teil. Dabei gewann sie 72 Medaillen – darunter sechs Siege bei FIVB-Turnieren, drei CEV-Turniersiege und zwei deutsche Meisterschaften. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Vize-Weltmeisterschaft 2013, der Gewinn der World-Tour-Finals 2021 sowie die Teilnahmen an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und 2021 in Tokio.

Besonders erfolgreich war Borger an der Seite von Britta Büthe, mit der sie unter anderem WM-Silber 2013 gewann. 2021 feierte sie gemeinsam mit Julia Sude den Sieg bei den World-Tour-Finals.

„Karla Borger hat den deutschen Beach-Volleyball über viele Jahre mitgeprägt – sportlich, aber auch mit ihrer Persönlichkeit und ihrer klaren Haltung. Sie hat Verantwortung übernommen und sich immer für ihre Mitspielerinnen und für ihren Sport eingesetzt“, sagt DVV-Präsident Markus Dieckmann. „Wir sind sehr dankbar für das, was Karla für den deutschen Volleyball geleistet hat, und freuen uns, dass sie dem Beach-Volleyball weiterhin verbunden bleibt.“

Erfahrung weitergeben

Bereits während ihrer letzten aktiven Jahre engagierte sich Borger verstärkt als Mentorin und gab ihre Erfahrung an jüngere Spielerinnen weiter. Unter anderem begleitete sie Svenja Müller auf ihrem Weg an die Weltspitze und unterstützte zuletzt junge Talente am Bundesstützpunkt Stuttgart.

Auch über den Sport hinaus setzte sich Borger für Athletinnen und Athleten ein. Als Gründungsmitglied von Athleten Deutschland war sie von 2021 bis 2025 Präsidentin der Organisation. Ihre Stimme will sie auch künftig einbringen und gleichzeitig ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben.

„Ich habe viel Freude daran, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben“, sagt Borger. „Diese Karriere war das Größte, was mir passieren konnte. Dafür bin ich extrem dankbar. Ich nehme jeden Moment und jede Begegnung für immer mit.“

Die aktive Karriere im Sand ist damit beendet – ihre Verbindung zum Beach-Volleyball bleibt bestehen.