DVV-Frauen: Auftakt gegen Favoriten
Es gibt mit Sicherheit einfacherer Auftaktbegegnungen in eine Europameisterschaft als gegen den Titelverteidiger und einer der Turnier-Favoriten antreten zu müssen. Heute um 17 Uhr starten die deutschen Frauen in Breslau gegen Italien in die EM und zeigen sich, trotzt der schwierigen Aufgabe, optimistisch.
Auch wenn die letzte Partie bei einem bedeutenden Turnier, der Grand Prix-Qualifikation 2008 in Omsk, 3:0 an die Italienerinnen ging, so spricht die Gesamtstatistik für das deutsche Team. 97 Partien spielten die DVV-Frauen bislang in ihrer Historie gegen Italien und gewannen davon 61 Matches. Aber nicht nur die Zahlen machen optimistisch, dass heute für die deutsche Auswahl ein Erfolg herausspringen könnte. Vor allem die Leistungen der DVV-Frauen in diesem Sommer haben einige Hoffnungen und Erwartungen geweckt. Während die Italienerinnen, die in Omsk die Grand Prix-Qualifikation verpassten, dieses Jahr nur bei der WM-Qualifikation im eigenen Land in Erscheinung traten – und dort das Turnier problemlos gewannen – haben die deutschen Frauen einen ereignisreiche Saison hinter sich. Neben einer beeindruckenden Leistung bei der WM-Qualifikation in Almere/Niederlande, wo das deutsche Team alle drei Spielen gewinnen konnte, so auch 3:0 gegen den Gastgeber, imponierte vor allem die Ergebnisse der DVV-Frauen beim diesjährigen Grand Prix. Nach guten Resultaten in den Vorrunden gelang der deutschen Auswahl der Sprung in die Finalrunde und am Ende sogar der dritte Platz als ‚Krönung’.
Trotz diesen Erfolgen bleibt die heutige Partie gegen Italien aber eine große Herausforderung für das DVV-Team. „Italien ist mit Sicherheit die Mannschaft mit der größten Erfahrung bei der EM. Es gibt viele Spielerinnen, die vor zwei Jahren die EM gewonnen haben und sogar noch einige, die bei der WM in Berlin Gold holten. Das spricht, neben der hohen Qualität, die dieses Team besitzt, ganz klar für die Italienerinnen“, so Bundestrainer Giovanni Guidetti, der aber sogleich anfügt: „Wir hatten bislang ein sehr erfolgreiches, aber auch sehr schweres Jahr, vor allem der Grand Prix war körperlich und mental sehr hart. Aber meine Spielerinnen haben in diesem Jahr immer dann sehr gut gespielt, wenn es wichtig war. Deshalb bin ich für das Spiel gegen Italien und für die EM insgesamt optimistisch.“
Der deutsche EM-Kader:
Lisa Thomsen (Schweriner SC), Kerstin Tzscherlich (Dresdner SC), Anne Matthes (Forli/ITA), Sabrina Roß (Allianz Volley Stuttgart), Maren Brinker (USC Münster), Corina Ssuschke (Prostejov/CZE), Margareta Kozuch (Novara/ITA), Heike Beier (Piacenza/ITA), Kathleen Weiß (z.Zt. ohne Verein), Christiane Fürst (Bergamo/ITA), Lenka Dürr, Sarah Petrausch, Lena Möllers (Rote Raben Vilsbiburg), Kathy Radzuweit (VT Aurubis Hamburg)
Delegationsleiter: Han Abbing
Bundestrainer: Giovanni Guidetti
Co-Trainer: Felix Koslowski
Co-Trainer: Alessandro Beltrami
Teamarzt: Dr. Tobias Gotterbarm
Physiotherapeut: Götz von Richthofen
Scout: Carmelo Borruto
Team-Journalist: Matthias Willnat