EM-Aus im Viertelfinale: DVV-Frauen unterliegen nach großem Kampf Türkei
Vor mehr als 16.000 überwiegend türkischen Fans in der ausverkauften Halle bot Deutschland dem Favoriten lange Paroli und hielt mit großem Kampf dagegen. Nach einem starken zweiten Satz war die Türkei im dritten Durchgang wieder deutlich stabiler und zeigte ihre Klasse in allen Elementen. Im vierten Satz stemmten sich die DVV-Frauen mit aller Kraft gegen die Niederlage, kämpften sich immer wieder zurück und wehrten mehrere Matchbälle ab. Am Ende hatte der Favorit jedoch die entscheidenden Lösungen. Für die Türkei war es der sechste Halbfinaleinzug bei einer Europameisterschaft in Folge.
Beste deutsche Scorerinnen waren Lina Alsmeier mit 13 Punkten, Leana Grozer mit zwölf und Lena Kindermann mit zehn Zählern. Auf türkischer Seite ragte Melissa Vargas mit 26 Punkten heraus, darunter fünf Asse und vier Blocks.
„Das war eine absolut starke Teamleistung. Ich denke, wir haben guten Volleyball gezeigt und die Türkinnen sehr gut unter Druck gesetzt“, sagte Kapitänin Camilla Weitzel. „Gleichzeitig haben wir gesehen, dass sie in den entscheidenden Momenten noch ein bisschen besser sind.“
Trotz der Enttäuschung über das Ausscheiden zog die Mittelblockerin ein positives Fazit des Sommers und der Europameisterschaft: „Wir haben eine gute EM mit Höhen und Tiefen gespielt. Ich glaube, dass wir über den Sommer, aber auch über die vergangenen Jahre gewachsen sind und der Trend auf jeden Fall nach oben geht. Das macht große Hoffnung für das nächste Jahr und die kommenden Jahre.“
Camilla Weitzel weiter: „Wir freuen uns natürlich, dass wir ein Viertelfinale erreicht haben, was uns zuletzt vor sieben Jahren gelungen ist. Darauf können wir auf jeden Fall stolz sein. Das Halbfinale war jetzt zum Greifen nah – und deshalb überwiegt im Moment natürlich die Enttäuschung.“
Spielbericht
In der spektakulären Atmosphäre der ausverkauften Halle hielt Deutschland die Partie zunächst offen. Beim 8:10 war das DVV-Team noch in Schlagdistanz, ehe die Türkei vor allem mit ihrem druckvollen Aufschlagspiel davonzog. Besonders Melissa Vargas setzte die deutsche Annahme unter Druck und erhöhte mit zwei Assen in Folge auf 10:17. Deutschland kämpfte sich jedoch zurück. Leana Grozer durchbrach den türkischen Lauf. Ein Ass der eingewechselten Hannah Kohn verkürzte auf 14:17, und auch Lina Alsmeier brachte Deutschland beim 16:19 wieder näher heran. Die Chance, weiter zu verkürzen, nutzten die DVV-Frauen jedoch nicht. Stattdessen zog die Türkei wieder auf 17:22 davon und brachte den Satz trotz eines weiteren deutschen Aufbäumens sicher nach Hause.
Umso beeindruckender war die Reaktion im zweiten Durchgang. Deutschland erwischte einen nahezu perfekten Start. Ein Block von Anastasia Cekulaev gegen Vargas, starke Aktionen von Leana Grozer und ein Ass von Lena Kindermann sorgten für die 7:1-Führung. Während sich die Türkei ungewöhnlich viele Eigenfehler leistete, setzte Deutschland den Favoriten weiter unter Druck und führte beim 11:6, 13:9 und nach einem Block von Leana Grozer gegen Vargas mit 15:10. Beim 17:11 schien der Satz zunächst klar in deutsche Richtung zu laufen. Die Türkinnen kämpften sich jedoch auf 17:14 heran. Die DVV-Frauen hielten dagegen und bauten den Vorsprung durch starke Abwehraktionen und einen Punkt von Lene Kindermann wieder auf 21:16 aus. Auch beim 24:19 schien der Satz entschieden, doch die Türkei wehrte drei Satzbälle ab und verkürzte auf 24:22. Dann behielt Deutschland die Nerven: Monique Strubbe sorgte für den Satzausgleich.
Der dritte Durchgang begann zunächst ausgeglichen, ehe sich die Türkei absetzte. Ein Block gegen Monique Strubbe und ein Ass brachten den Titelverteidiger mit 6:3 in Führung. Auf deutscher Seite schlichen sich Fehler ein, sodass der Rückstand auf 6:12 wuchs. Deutschland kämpfte sich noch einmal zurück. Kindermann und Grozer verkürzten, ein Ass von Kohn brachte das 10:14. Doch die Türkei blieb stabil und zog wieder davon (13:19, 15:20). Bregoli wechselte in dieser Phase mehrfach und brachte unter anderem Hanna Orthmann, Romy Jatzko und Marie Schölzel. Ein Ass von Jatzko verkürzte auf 17:21, doch Deutschland nutzte anschließend zwei Chancen nicht, um weiter heranzukommen. Die Türkei entschied den Satz mit ihrer deutlich höheren Stabilität für sich.
Im vierten Satz warf Deutschland noch einmal alles in die Waagschale. Nach dem 4:7 kämpften sich die DVV-Frauen wieder heran (8:9). Eine Challenge und ein starker Block von Weitzel sorgten dafür, dass Deutschland in Schlagdistanz blieb. Die Türkei setzte sich dennoch erneut ab und führte nach einem Ass von Vargas mit 12:8. Doch Deutschland kämpfte weiter: Ein Ass von Orthmann verkürzte auf 12:13. Eine erfolgreiche Challenge und ein spektakulärer Ballwechsel führten schließlich zum 16:16-Ausgleich. Die Türkinnen fanden jedoch erneut die besseren Antworten und zogen direkt wieder auf 20:16 sowie später auf 23:17 davon. Deutschland gab sich nicht geschlagen: Orthmann verkürzte auf 19:23, nach dem ersten türkischen Matchball beim 19:24 zeigte eine Challenge einen Netzfehler der Türkei. Deutschland wehrte weitere Matchbälle ab und kam durch Orthmann und einen starken Block sogar auf 22:24 heran. Den nächsten langen Ballwechsel entschied die Türkei schließlich für sich und feierten somit den Halbfinaleinzug.
EM-Spielplan der DVV-Frauen
Samstag, 22. August, 15 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Slowenien | 0:3 (22:25, 21:25, 20:25) |
Sonntag, 23. August, 15 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Lettland | 3:1 (25:15, 25:18, 13:25, 25:15) |
Dienstag, 25. August, 15 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ungarn | 3:0 (25:17, 25:21, 25:14) |
Mittwoch, 26. August, 18 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Türkei | 1:3 (21:25, 27:25, 20:25, 19:25) |
Donnerstag, 27. August, 15 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Polen | 0:3 (19:25, 23:25, 24:26) |
Dienstag, 01. September, 15 Uhr (dt. Zeit) - Achtelfinale | Deutschland vs. Belgien | 3:2 (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8) |
Donnerstag, 03. September, 18 Uhr (dt. Zeit) - Viertelfinale | Deutschland vs. Türkei | 1:3 (18:25, 25:22, 18:25, 22:25) |