EM-Auftakt gegen die Türkei: DVV-Männer reisen selbstbewusst nach Rumänien
„Wir haben den ganzen Sommer auf die EM hingearbeitet, daher freuen wir uns, dass es endlich losgeht“, sagt Kapitän Jan Zimmermann. Den letzten Feinschliff für die kontinentalen Titelkämpfe holte sich die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti zunächst bei einem Vorbereitungsturnier in Italien mit Partien gegen Italien, Kuba und Brasilien, ehe zwei klare Siege gegen die Niederlande bei den Länderspielen in Potsdam folgten. „In Italien haben wir gegen drei starke Gegner sehr gut mitgespielt“, sagt Zimmermann. „Umso wichtiger war es, jetzt noch einmal zwei Spiele zu gewinnen und in einen positiven Wettkampfmodus zu kommen. Wir sind gut drauf und bereit für die EM.“
In Italien sorgte vor allem der erste Satz gegen Weltmeister Italien für einen historischen Moment: Deutschland gewann den Durchgang nach knapp anderthalb Stunden mit 66:64 – der längste Satz in der Geschichte eines offiziellen Länderspiels. Trotz der anschließenden 2:3-Niederlage nimmt Moritz Reichert viel Positives aus der Partie mit. „In so einem Satz hat man extrem viele Drucksituationen. Wir hatten viele Satzbälle gegen uns und haben es immer wieder geschafft, diese abzuwehren“, sagt Reichert. „Dass wir am Ende den Satz gewonnen haben und mit einem Gegner wie Italien auf diesem Niveau mithalten konnten, gibt uns auf jeden Fall Selbstvertrauen.“ Auch die beiden anschließenden deutlichen Siege gegen die Niederlande hätten dem Team ein gutes Gefühl für den EM-Start gegeben. „Wir haben alle Sätze gut durchgezogen und eine gute Leistung gezeigt“, so der Außenangreifer.
Anspruchsvolle Vorrundengruppe
Bei der EM warten in der Gruppe D mit der Türkei (Weltranglisten-Zehnter), Lettland (49.), Gastgeber Rumänien (35.), der Schweiz (28.) und Olympiasieger Frankreich (8.) anspruchsvolle Gegner auf Deutschland (12.). Die jeweils besten vier Teams der vier Vorrundengruppen ziehen ins Achtelfinale ein.
Für Zimmermann geht es zunächst darum, sich eine möglichst gute Ausgangsposition für die K.o.-Phase zu verschaffen. „Wir wollen bestmöglich aus der Gruppe herauskommen. Deshalb wird es wichtig sein, gegen eines der bessergesetzten Teams in der Gruppe zu gewinnen.“ Auch Reichert richtet den Blick zunächst auf die Vorrunde: „Natürlich ist unser Ziel das Viertelfinale und dann zu sehen, wie weit es gehen kann. Aber erst einmal müssen wir uns auf die Gruppenspiele konzentrieren. Wenn man sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet, kann sich in so einem Turnier auch viel entwickeln.“
Für Massimo Botti ist es die erste Europameisterschaft als Bundestrainer der deutschen Männer. Nach vier Monaten gemeinsamer Arbeit zieht der Italiener ein positives Zwischenfazit. „Die Mannschaft hat sich in dieser Zeit stark verändert und weiterentwickelt. Für mich war es wichtig, viele Spieler kennenzulernen und unterschiedliche Konstellationen auszuprobieren, um am Ende die bestmöglichen Entscheidungen für die Europameisterschaft zu treffen.“ Wichtig sei für ihn auch der Charakter der Mannschaft abseits des Feldes. „Ich habe eine gute Gruppe kennengelernt – Spieler und Menschen, die gerne zusammenarbeiten und auch gerne viel Zeit miteinander verbringen. Das ist für eine Nationalmannschaft sehr wichtig.“
Mit Blick auf die EM weiß Botti um die Stärke der Konkurrenz. „Wir sind nicht die Favoriten. Unsere Gegner haben ein sehr hohes Niveau. Aber ich glaube an das Potenzial dieser Mannschaft und an ihre Fähigkeit, im richtigen Moment ihre beste Leistung abzurufen.“ Sein Eindruck vor dem Turnierstart sei positiv: „Wir sind bereit. Jetzt müssen wir zeigen, wie wir uns im Wettbewerb gegen diese starken Gegner behaupten können.“
Der Bundestrainer hat nun auch seinen finalen EM-Kader nominiert. Mit Johannes Tille und Moritz Karlitzek sind zwei Spieler zurück, die während der VNL noch pausiert hatten. Georg Grozer wird die EM hingegen verpassen. Der 41-jährige Diagonalangreifer hatte zwar an der Vorbereitung teilgenommen, ist für das Turnier jedoch nicht fit und fehlt dem deutschen Team. Auch Lenny Graven und Carl Möller, die noch bei den Länderspielen in Potsdam dabei waren, fahren nicht mit zur Europameisterschaft.
EM-Kader
Nummer | Name | Position | Länderspiele |
|---|---|---|---|
5 | Moritz Reichert | Außenangriff | 175 |
6 | Johannes Tille | Zuspiel | 78 |
12 | Anton Brehme | Mittelblock | 90 |
13 | Ruben Schott | Libero | 174 |
14 | Moritz Karlitzek | Außenangriff | 64 |
16 | Tim Peter | Außenangriff | 58 |
17 | Jan Zimmermann | Zuspiel | 218 |
18 | Florian Krage-Brewitz | Mittelblock | 90 |
21 | Tobias Krick | Mittelblock | 165 |
22 | Tobias Brand | Außenangriff | 75 |
31 | Yann Böhme | Diagonalangriff | 49 |
32 | Theo Mohwinkel | Außenangriff | 28 |
33 | Simon Torwie | Mittelblock | 36 |
66 | Erik Röhrs | Außenangriff | 65 |
EM-Spielplan der DVV-Männer
Spalte 1 | Spalte 2 | Spalte 3 |
|---|---|---|
Donnerstag, 10. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Türkei | |
Freitag, 11. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Lettland | |
Samstag, 12. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Rumänien | |
Montag, 14. September, 16 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Schweiz | |
Dienstag, 15. September, 19 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Frankreich |