DVV-Männern scheitern im EM-Viertelfinale an Polen
Deutschland hielt im ersten Satz lange dagegen, konnte den knappen Rückstand aber nicht mehr drehen. Nach einem deutlich schwächeren zweiten Durchgang kamen die DVV-Männer im dritten Satz – wie schon im Achtelfinale gegen Bulgarien – noch einmal stark zurück und führten zwischenzeitlich mit 8:4 und 13:10. Polen blieb jedoch ruhig, übernahm in der Schlussphase wieder die Kontrolle und machte mit sechs Punkten in Folge den Halbfinaleinzug perfekt. Erik Röhrs war mit zwölf Punkten bester deutscher Scorer, Tobias Brand steuerte elf Punkte bei.
„Die Enttäuschung ist schon groß. Ich denke, wir hätten heute besser spielen können, vor allem im Aufschlag. Wir haben es nicht geschafft, konstant Druck zu erzeugen. Gegen Polen ist das natürlich bitter, wenn man mit 0:3 ausscheidet. Wir hatten uns zumindest erhofft, ein bisschen länger mitzuspielen", sagte Kapitän Jan Zimmermann nach der Niederlage. Den entscheidenden Unterschied sah der Zuspieler ebenfalls im Service: „Sie haben sehr konstant aufgeschlagen, während wir zu viele Fehler gemacht haben. Gegen so eine Mannschaft wird es dadurch einfach schwer.“
Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale zog Zimmermann insgesamt ein positives Fazit: „Wir sind sehr gut aus der Gruppe herausgekommen. Natürlich hätte uns ein Sieg gegen Frankreich und der erste Platz einen anderen Weg im Turnier eröffnet. So war es ein bisschen bitter, im Achtelfinale auf Bulgarien als bester Gruppendritter zu treffen und dann Polen zu bekommen. Wir müssen trotzdem positiv aus dem Turnier gehen und die Dinge mitnehmen, die wir gut gemacht haben. Jetzt gilt es, weiter daran zu arbeiten und in die Saison zu gehen, damit wir nächstes Jahr hoffentlich direkt auf diesem Level anfangen.“
Spielbericht
Im Viertelfinale starteten Jan Zimmermann, Erik Röhrs, Tobias Brand, Moritz Reichert, Anton Brehme, Tobias Krick und Ruben Schott. Die Partie begann ausgeglichen, ehe sich die Polen mit vier Punkten in Folge auf 6:10 absetzten. Röhrs durchbrach die polnische Serie, Reichert verkürzte nach einem langen Ballwechsel zum 10:12. Krick packte im Block zu (11:13), doch nach Annahmeproblemen erhöhte Polen wieder auf 11:15. Nach einer weiteren langen Rally belohnte sich Röhrs mit dem Punkt zum 15:17. Nach einem guten Aufschlag brachte Reichert sein Team auf einen Punkt heran (18:19). Doch die Polen spielten solide, sodass den Deutschen kein Break zum Ausgleich gelang. Stattdessen hatten die Titelverteidiger zwei Satzbälle. Den ersten wehrte Brand noch ab, dann landete der Aufschlag von Röhrs im Aus.
Die Polen erwischten den besseren Start in den zweiten Durchgang und führten schnell mit 1:4. Brehme und Krick punkteten über die Mitte (3:5), doch die Weltranglistenersten wirkten nun entschlossener und nutzten ihre Chancen konsequent. Über 3:7 und 4:9 zogen sie auf 9:15 davon. Deutschland war bei vielen Bällen dran und erarbeitete sich Möglichkeiten, nutzte diese jedoch nicht. Zudem unterliefen den Deutschen zu viele Aufschlagfehler, während die Polen stark servierten und mit einem Ass auf 11:19 davonzogen. Die Titelverteidiger ließen nichts mehr anbrennen, erspielten sich neun Satzbälle und nutzten den dritten zum deutlichen Satzgewinn.
Wie schon gegen Bulgarien kamen die Deutschen nach der Satzpause mit deutlich mehr Schwung zurück aufs Feld. Röhrs punktete doppelt im Angriff und servierte zwei Asse zum 6:3. Krick und Röhrs erhöhten auf 8:4. Doch die Polen kämpften sich mit starken Abwehraktionen zurück und glichen mit einem Block gegen Röhrs zum 10:10 aus. Erst servierte Reichert gut, dann wehrte er stark ab, sodass Brand mit zwei Punkten erneut für eine Führung sorgen konnte (13:10). Die Deutschen kämpften um jeden Ball, doch die Polen blieben ruhig und glichen erneut aus (15:15). Nun waren die VNL-Sieger am Drücker und stellten die DVV-Männer mit wuchtigen Aufschlägen vor Probleme. Röhrs punktete noch zum 17:19, dann ging es ganz schnell. Polen hielt den Druck hoch, den Deutschen unterliefen Fehler und so holten sich die Titelverteidiger mit sechs Punkten in Folge den Sieg.