Zu viele Schwankungen: DVV-Männer starten mit knapper Niederlage in die zweite VNL-Woche
Zum Auftakt der zweiten VNL-Woche in Gliwice entwickelte sich ein Spiel mit vielen Höhen und Tiefen auf beiden Seiten. Während Argentinien konzentriert und effektiv in die Partie startete, fanden die Deutschen im zweiten Satz deutlich besser zu ihrem Spiel und dominierten den Durchgang souverän. Nach dem Satzausgleich verlor das DVV-Team jedoch völlig den Faden, leistete sich zahlreiche Fehler und musste den dritten Satz deutlich abgeben.
Doch die Mannschaft zeigte Moral. Im vierten Durchgang erhöhte sie den Druck, agierte stabiler in Aufschlag und Block und erzwang mit einer überzeugenden Leistung den Tiebreak. Dort entwickelte sich ein umkämpfter Schlagabtausch, in dem die Deutschen zwischenzeitlich mit 13:12 führten. Am Ende entschieden jedoch zwei der insgesamt elf Blocks die Partie zugunsten der Südamerikaner. Beste deutsche Punktesammler waren Erik Röhrs mit 21 Punkten, Yann Böhme mit 18 Zählern und Tobias Brand mit 16 Punkten.
„Argentinien hatte einen sehr guten Tag. Sie haben stark geblockt und verteidigt“, sagte Außenangreifer Erik Röhrs. „Uns hat die Konstanz gefehlt, wir hatten viele Up and Downs mit einigen guten Momenten, aber auch vielen schlechten. Daran müssen wir arbeiten. Wenn wir konstanter spielen, gewinnen wir das Spiel. Aber so hat es nicht gereicht.“
Positiv bewertete Röhrs die Reaktion seiner Mannschaft nach dem deutlichen Satzverlust im dritten Durchgang: „Wir sind gut zurückgekommen und haben gezeigt, dass wir das Momentum wieder auf unsere Seite ziehen können. Das nehmen wir für das nächste Spiel gegen Belgien mit.“
Auch Bundestrainer Massimo Botti sah die fehlende Konstanz als entscheidenden Faktor: „Glückwunsch an Argentinien. Sie brauchten diesen Sieg und haben auch entsprechend gespielt. Wir waren über das gesamte Match hinweg nicht konstant und haben in schwierigen Situationen keine Lösungen gefunden.“ Besonders im Tiebreak habe sein Team die sich bietenden Möglichkeiten nicht genutzt. Trotz der Niederlage sieht Botti die Entwicklung seiner Mannschaft positiv: „Mein Team kann mit fast jeder Mannschaft mithalten. Für das allerhöchste Niveau müssen wir uns aber in einigen Elementen noch verbessern. Daran werden wir weiterarbeiten.“
Das deutsche Team hat nun einen Tag Pause, bevor es am Freitag um 20 Uhr (ZDF Livestream) gegen Belgien weitergeht. Dann geht es Schlagt auf Schlag, am Samstag folgt die Partie gegen Gastgeber Polen, am Sonntag wartet zum Abschluss der zweiten Woche China.
Spielbericht
Massimo Botti startete mit Jan Zimmermann, Filip John, Tobias Brand, Erik Röhrs, Simon Torwie, Florian Krage-Brewitz und Ruben Schott. Die Argentinier erwischten den besseren Start in die Partie und erspielten sich mit starken Aufschlägen direkt die erste Führung. Beim 2:7 nahm Botti bereits seine erste Auszeit. Mit Punkten im Angriff und Aufschlag verkürzte Röhrs auf 5:8. Nach zwei Fehlern der Argentinier stand es 8:10. Doch die Südamerikaner machten weiter Druck und erhöhten wieder auf 10:15. Mit zwei Punkten von Röhrs und einem Ass von John kamen die DVV-Männer wieder ran (13:15). Botti brachte Eric Burggräf und Yann Böhme. Torwie servierte ein Ass zum 16:17. In der Schlussphase agierten die Argentinier jedoch deutlich konsequenter als die Deutschen, packten gleich zweimal im Block zu und erspielten sich so vier Satzbälle. Den ersten wehrte Brand noch ab, dann landete Johns Aufschlag im Netz.
Im zweiten Durchgang fanden die Deutschen deutlich besser in ihr Spiel und erspielten sich mit einem Block von Brand sowie Punkten von John und Röhrs schnell eine 5:2-Führung. Brand machte Druck im Aufschlag (11:8), Röhrs war im Angriff nicht zu stoppen (17:11). Die DVV-Männer spielten nun souverän, verteidigten gut und nutzten ihre Angriffschancen konsequent. Krage sorgte schließlich für neun Satzbälle. Direkt den ersten verwandelte Brand mit einem Ass.
Nach der Satzpause verloren die Deutschen allerdings völlig den Faden. Nach dem 4:3 scheiterten Röhrs und John am Block, zudem schlichen sich Fehler in Annahme und Angriff ein, sodass Botti beim 4:9 bereits seine zweite Auszeit nahm und anschließend Burggräf und Böhme brachte. Torwie durchbrach schließlich die argentinische Serie zum 5:10. Röhrs und Torwie servierten Asse (9:13), doch die Argentinier spielten konzentriert und konsequent weiter und bauten den Vorsprung wieder aus (10:18). Botti brachte Moritz Reichert und Tobias Krick, doch der Satz war bereits verloren. Argentinien erspielte sich zehn Satzbälle. Böhme, der zu diesem Zeitpunkt eine 100-prozentige Angriffsquote hatte, wehrte den ersten noch ab, dann landete Torwies Aufschlag im Aus.
Auch die ersten beiden Punkte im vierten Durchgang gingen an die Argentinier, doch die DVV-Männer drehten den Spielstand mit Punkten von Brand und Röhrs auf 3:2. Nun ging es ausgeglichen weiter (8:8). Mit einem Block von Krage gelang den Deutschen das erste Break zur Zwei-Punkte-Führung (11:9). Böhme erhöhte kurz darauf nach einer guten Abwehr erst auf 13:10 und dann auf 16:11. Mit einem Block gegen Brand kamen die Argentinier nochmal auf 17:14 heran. Doch auch der deutsche Block stand gut und mit zwei Assen von Böhme zogen sie wieder auf 23:17 davon. Röhrs bescherte dem DVV-Team sechs Satzbälle, direkt beim ersten landete der argentinische Angriff im Aus.
Der Tiebreak war eng und ausgeglichen, für Deutschland punkteten Röhrs, Krage, Brand, Krick und Böhme. Der eingewechselte Tim Peter sorgte mit einem Ass für den ersten kleinen Vorsprung (9:7). Nach einem Fehler der Deutschen und Annahmeproblemen war jedoch Argentinien direkt wieder vorne (10:11). Böhme hatte die Chance aufs 12:11, scheiterte aber am Block. Dann packten Brand und Krick im Block zu und sorgten für die knappe Führung (13:12). Argentinien glich erneut aus und holte sich mit einem Block gegen Böhme den ersten Matchball und machte mit einem weiteren Block gegen Brand den Sack zu.
Spielplan VNL Woche 2
Mittwoch, 24. Juni, 16:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Argentinien | 2:3 (21:25, 25:15, 15:25, 25:18, 13:15) |
Freitag, 26. Juni, 20:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Belgien | |
Samstag, 27. Juni, 17:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Polen | |
Sonntag, 28. Juni, 13:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. China |