VNL: DVV-Männer unterliegen Weltmeister Italien nach großem Kampf
Deutschland zeigte gegen den Weltmeister über weite Strecken eine starke Leistung und begegnete den Italienern auf Augenhöhe. Nach einem verlorenen ersten Satz steigerte sich die DVV-Auswahl deutlich, setzte den Gegner im Aufschlag unter Druck und glich verdient zum 1:1 aus. Auch im dritten Durchgang lagen die Deutschen lange in Führung, ehe Italien in der Schlussphase konsequenter agierte. Im vierten Satz kämpfte sich das Team nach einem frühen Rückstand eindrucksvoll zurück und lieferte sich mit dem Weltmeister eine hochklassige Nervenschlacht, die erst mit zwei italienischen Assen in der Verlängerung entschieden wurde.
Die Statistiken unterstrichen die Ausgeglichenheit der Partie. Deutschland verbuchte fünf Asse, sieben Blocks und 51 Angriffspunkte, Italien kam auf sechs Asse, acht Blocks und 60 Angriffspunkte. Beste deutsche Punktesammler waren Tobias Brand (17 Punkte) und Erik Röhrs (12).
Entsprechend überwog nach Spielende trotz der Enttäuschung auch der Stolz auf die gezeigte Leistung. Mittelblocker Simon Torwie sagte: „Natürlich sind wir enttäuscht. Am Ende hat uns auch ein bisschen das Glück gefehlt. Aber wir haben sehr gut gespielt. Darauf können wir stolz sein. Italien ist aktuell das beste Team der Welt, gegen so eine Mannschaft ist es extrem schwer zu spielen. Wir haben alles gegeben und können stolz darauf sein, wie wir dieses Spiel bestritten haben.“
Auch Bundestrainer Massimo Botti zog ein positives Fazit, obwohl die verpassten Chancen schmerzten: „Zufrieden kann ich nicht sein, aber ich bin stolz auf mein Team. Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Gegen ein so starkes Team wie Italien muss man seine Chancen nutzen, wenn sie sich bieten. Aus solchen Spielen lernen wir. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir auf diesem Niveau mithalten können.“
Bereits am Freitag (22.00 Uhr deutscher Zeit, ZDF Livestream) wartet mit den USA der nächste Top-Gegner. Die Amerikaner belegen aktuell Rang fünf der Weltrangliste. Torwie blickt trotz der kurzen Regenerationszeit optimistisch voraus: „In 22 Stunden geht es schon gegen die USA weiter. Wir werden wieder alles geben. Auf dem Papier ist die Aufgabe vielleicht etwas machbarer als gegen Italien, aber wir werden sehen. Die USA hatten etwas mehr Pause als wir. Ich freue mich auf das Spiel.“
Spielbericht
Botti startete mit Jan Zimmermann, Filip John, Tobias Brand, Erik Röhrs, Simon Torwie, Tobias Krick und Ruben Schott als Libero. Krick punktete zweimal in Folge im Angriff (3:3), dann zogen die Italiener mit einem Ass erstmals leicht davon (3:6). Doch die Deutschen verteidigten stark, ließen keinen Ball auf den Boden fallen und belohnten sich im Angriff. So gelang John mit zwei Punkten direkt wieder der Ausgleich (6:6). Bis zum 9:9 ging es ausgeglichen weiter, dann taten sich die DVV-Männer im Angriff schwer. Die Italiener setzten sich mit 9:13 ab und zogen kurz darauf auf 11:17 davon. Botti brachte Burggräf und Böhme, und der Doppelwechsel zeigte Wirkung. Brand punktete im Angriff und Aufschlag (14:17), Böhme setzte nach einem überragenden Ballwechsel einen Monsterblock und servierte anschließend ein Ass, sodass Deutschland wieder bis auf einen Punkt herankam (18:19). Doch in der Schlussphase trumpften die Italiener wieder auf. Böhme scheiterte am Block, zudem wackelte die Annahme unter den starken Aufschlägen. Schließlich verwandelte Italien seinen ersten Satzball mit einem Ass.
Im zweiten Durchgang schickte Botti wieder seine Starting Seven aufs Feld. Brand trumpfte zu Beginn groß auf und steuerte alle Punkte zur 4:1-Führung bei. Torwie packte im Block zu (7:4), Röhrs und John punkteten im Angriff (9:5). Zimmermann servierte stark, sodass Krick direkt verwandeln konnte (12:7). Bis zum 17:12 hielten die Deutschen den Vorsprung, dann servierten die Italiener ein Ass und profitierten von einem Fehler von Brand, sodass sie auf 18:16 verkürzen konnten. Röhrs punktete verlässlich (22:18), Torwie sorgte für fünf Satzbälle. Nach einer guten Abwehr verwandelte Böhme direkt den ersten zum Satzausgleich.
Botti zeigte sich in der Satzpause zufrieden: „Jetzt sind wir endlich auf Augenhöhe und bereit für den Kampf. Unsere Abwehr ist sehr gut, aber im Block müssen wir noch besser werden. Das Level ist sehr hoch.“
Im dritten Durchgang erspielten sich die Italiener die erste kleine Führung (2:4), doch die DVV-Männer zogen ihr Spiel weiter durch: Torwie punktete im Block und Aufschlag, John und Krick im Angriff, sodass sich die Deutschen mit 10:6 absetzen konnten. Doch die Italiener kamen mit wuchtigen Angriffen und einem Block wieder auf einen Punkt heran (13:12). Botti brachte erneut Burggräf und Böhme. Nach einem Block zum 16:16-Ausgleich nahm Botti seine erste Auszeit, doch die Italiener gingen anschließend in Führung (16:17). Nach dem Rückwechsel punkteten Krick und Röhrs aus dem Hinterfeld (18:18). Mit einem Ass erzielte der Weltmeister dann wieder einen kleinen Vorsprung (19:22). Trotz eines guten Blocks erspielte sich Italien drei Satzbälle und verwandelte nach einem starken Aufschlag direkt den ersten.
Den Start in den vierten Satz verschliefen die Deutschen etwas. Im Angriff fehlte zunächst die Durchschlagskraft, während die Italiener konsequent punkteten. So lief das Botti-Team schnell einem 3:7-Rückstand hinterher. Torwie verkürzte mit einem Monsterblock auf 5:7, doch mit Druck in Aufschlag und Angriff hielten die Italiener die Deutschen auf Abstand (5:9). Burggräf und Böhme kamen wieder aufs Feld. Brand und Krick punkteten im Angriff (8:11), Torwie und Röhrs verkürzten den Abstand mit zwei Blocks weiter (14:15). Torwie war es dann auch, der mit einem Ass den Ausgleich erzielte (16:16), Böhme sorgte mit einem weiteren Ass für die Führung (18:17). Mohwinkel kam zum Aufschlag ins Spiel. Torwie war erneut im Block nicht zu überwinden (21:20), und nach einer überragenden Abwehr war der italienische Block im Netz, sodass Deutschland in der Schlussphase erstmals mit zwei Punkten führte (22:20). Doch nach zwei unglücklichen Blockberührungen glichen die Italiener wieder aus (23:23).
Nach einem Fehlaufschlag hatten die Deutschen Satzball, den Italien abwehrte. Nach einem Block erspielte sich der Weltmeister selbst Matchball, doch Brand hielt Deutschland im Spiel. Auch den nächsten Matchball wehrte die DVV-Auswahl ab. Nach einem langen Ballwechsel schlug der italienische Angriff erneut im deutschen Feld ein. Schott verhinderte gerade noch ein Ass, und wieder war es Brand, der den Matchball abwehrte. John brachte Deutschland den zweiten Satzball, setzte seinen nächsten Angriff jedoch knapp über die Hände des italienischen Blocks. Der folgende Angriff von Röhrs landete zunächst im Aus, doch die Schiedsrichter-Challenge zeigte einen Blocktouch, sodass Deutschland statt eines Matchballs den dritten Satzball erhielt. Auch diesen wehrte Italien ab (29:29). Anschließend landeten vier Aufschläge im Aus, ehe Italien mit zwei Assen in Folge den vierten Matchball nutzte und die Partie nach 141 Minuten für sich entschied.
Spielplan VNL Woche 1
Donnerstag, 11. Juni, 1:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Kanada | 3:2 (24:26, 25:19, 20:25, 25:21, 15:13) |
Donnerstag, 11. Juni, 22:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Italien | 1:3 (20:25, 25:20, 21:25, 31:33) |
Freitag, 12. Juni, 22:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. USA | |
Sonntag, 14. Juni, 17:00 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Frankreich |