USA zu mächtig: DVV-Frauen beenden erste VNL-Woche mit klarer Niederlage
Dabei startete das deutsche Team gut in die Partie und lag sogar mit 17:12 in Führung. Doch wie schon in den vergangenen Partien konnten sie ihr Niveau nicht halten und gaben den Satz noch ab – der Knackpunkt des Spiels. Im Anschluss hatten die DVV-Frauen überhaupt keinen Zugriff mehr aufs Spiel. Die Fehler häuften sich, im Angriff fanden sie keine Lösungen und vergaben zu viele Chancen. Gleichzeitig setzten die Olympiasiegerinnen von 2021 und Olympia-Silbermedaillengewinnerinnen von 2024 Deutschland mit druckvollen Aufschlägen, einer starken Blockarbeit und hoher Angriffseffizienz unter Druck. Besonders in den Sätzen zwei und drei demonstrierten die USA ihre Klasse und ließen dem deutschen Team keine Chance mehr.
Die Statistiken unterstrichen die Überlegenheit der Amerikanerinnen deutlich. Beste Punktesammlerin auf deutscher Seite war Emilia Weske mit zwölf Zählern. Camilla Weitzel steuerte acht Punkte bei. Leana Grozer musste bereits im ersten Satz angeschlagen ausgewechselt werden. Positiv aus deutscher Sicht: Mette Pfeffer feierte im zweiten Durchgang ihr Debüt in der Volleyball Nations League.
Libera Annie Cesar zeigte sich nach der Partie selbstkritisch: „Die USA sind ein sehr physisches Team und waren besonders am Block extrem präsent. Wir haben nur wenige Lösungen gefunden. Ich hatte das Gefühl, dass wir gut ins Spiel gestartet sind, aber dann den Faden verloren haben. Sie haben uns mit ihren Angriffen enorm unter Druck gesetzt.“
Auch Giulio Bregoli analysierte die Niederlage nüchtern: „Die USA sind ein sehr starkes Team. Wir waren heute nicht in unserer besten Verfassung und haben viele Details, an denen wir arbeiten müssen. Die Amerikanerinnen haben sehr gut gespielt, aber wir haben es ihnen auch nicht schwer genug gemacht. Das liegt an uns und das müssen wir analysieren.“ Das Fazit des Bundestrainers zur ersten VNL-Woche fiel ähnlich aus: „Das erste Spiel der Woche war sehr gut, das zweite in Ordnung, danach haben wir deutlich nachgelassen. Mit den letzten beiden Partien sind wir natürlich nicht zufrieden. Gleichzeitig liegen noch viele Spiele vor uns. Wir sind eine junge Mannschaft und müssen unseren Entwicklungsprozess Tag für Tag weitergehen. Es waren harte Lektionen, aber wir machen weiter und werden gestärkt zurückkommen.“
Annie Cesar nimmt auch etwas Positives aus der ersten Woche mit: „Es gab immer wieder Phasen, in denen wir uns gut gefühlt haben, aber wir konnten dieses Niveau nicht halten. Daraus müssen wir lernen. Im ersten Spiel gegen Kanada haben wir sehr frei und unbeschwert aufgespielt – an dieses Gefühl müssen wir uns wieder erinnern.“
Spielbericht
Bregoli begann mit Sarah Straube, Emilia Weske, Lina Alsmeier, Leana Grozer, Monique Strubbe, Camilla Weitzel und Annie Cesar. Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Vor allem Weske punktete in der Anfangsphase und brachte das deutsche Team mit einem Block erstmals mit zwei Punkten in Führung (9:7). Auch Strubbe packte im Block zu und erhöhte auf 12:8. Bregoli machte den gewohnten Doppelwechsel und brachte Hannah Kohn und Mia Kirchhoff. Eine zwischenzeitliche Fünf-Punkte-Führung (17:12) schenkten die DVV-Frauen allerdings wieder her (17:17). Romy Jatzko kam für Grozer und durchbrach die Serie der US-Amerikanerinnen, doch die Deutschen schienen den Faden verloren zu haben. Mit einem Ass und einem Block gingen die Amerikanerinnen mit 20:18 in Führung und erspielten sich anschließend fünf Satzbälle. Den ersten vergaben sie selbst mit einem Fehlaufschlag, dann packte Weske im Block zu und Straube servierte ein Ass. Alsmeier hatte die Chance zum 23:24, scheiterte jedoch am Block.
Auch in Durchgang zwei, in dem Antonia Stautz für Grozer begann, war der deutsche Angriff nicht effektiv genug, zudem schwächelte die Annahme. Zwar gaben die DVV-Frauen keinen Ball verloren, doch der Einsatz wurde nur selten belohnt. Schnell lagen sie mit 3:6 zurück. Mit einem Ass von Weitzel verkürzten sie auf 5:6 und erzielten nach einem weiteren starken Aufschlag von Alsmeier den 8:8-Ausgleich. Die Amerikanerinnen machten weiter Druck im Aufschlag und standen gut im Block, sodass sie wieder auf 17:11 davonzogen. Erneut kamen Kohn und Kirchhoff. Mit einem Block von Jatzko und zwei Assen von Weitzel verkürzten die DVV-Frauen noch einmal auf 15:17, doch dann gelang kein einziger Punkt mehr. Bregoli brachte noch Mette Pfeffer, die ihr VNL-Debüt gab. Doch auch das durchbrach den Lauf der Amerikanerinnen nicht, deren Block in der Endphase des Satzes nicht mehr zu überwinden war.
Bregoli gab in der Satzpause die Marschroute vor: „Wir müssen taktisch ein bisschen etwas anpassen. Wir müssen im Zuspiel mehr variieren und vor allem im Spiel bleiben und dürfen sie nicht immer davonziehen lassen.“
Doch genau das passierte zu Beginn des dritten Satzes. Die Deutschen kassierten ein Ass und fanden keine Lösungen im Angriff – die Folge war ein 0:5-Rückstand. Kurz bäumten sich die DVV-Frauen auf und kamen mit einem Ass von Weitzel noch einmal auf 5:7 heran, doch dann ging nichts mehr. Leichte Fehler und viele vergebene Chancen auf deutscher Seite, andererseits lief bei den Amerikanerinnen nahezu alles zusammen. Bregoli wechselte durch und brachte unter anderem Marie Schölzel und Emma Sambale. Doch nach dem 12:18 sollte seinem Team kein einziger Punkt mehr gelingen.
Spielplan VNL-Woche 1
Donnerstag, 4. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Kanada | 3:1 (28:26, 22:25, 25:18, 25:18) |
Donnerstag, 4. Juni, 22:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Ukraine | 2:3 (21:25, 28:30, 25:14, 25:19, 13:15) |
Sonntag, 7. Juni, 2 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. Japan | 0:3 (20:25, 15:25, 24:26) |
Sonntag, 7. Juni, 20:30 Uhr (dt. Zeit) | Deutschland vs. USA | 0:3 (22:25, 15:25, 12:25) |