DVV-Frauen liefern Europameister Türkei großen Kampf – 2:3 nach 2:0-Führung
Nach der Tiebreak-Niederlage gegen China und dem überzeugenden 3:0-Erfolg gegen Belgien präsentierte sich die deutsche Mannschaft erneut in starker Verfassung. Dabei musste Bregoli kurzfristig auf Antonia Stautz verzichten, die sich beim Aufwärmen ohne Fremdeinwirkung verletzte. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Im Hexenkessel von Ankara, in der die deutschen Aufschläge regelmäßig von einem Pfeifkonzert begleitet wurden, ließ sich das DVV-Team zunächst nicht beeindrucken und spielte gegen die Favoriten befreit auf. Deutschland entschärfte die türkischen Aufschläge gut, agierte im Angriff deutlich zwingender als in der ersten VNL-Woche und profitierte zudem von einigen Fehlern der Gastgeberinnen. So dominierten die DVV-Frauen den ersten Satz, kämpften sich im zweiten Durchgang nach einem deutlichen Rückstand zurück, wehrten zwei Satzbälle ab und gingen schließlich überraschend mit 2:0 in Führung.
Ab dem dritten Satz erhöhte die Türkei den Druck, reduzierte die eigenen Fehler und fand immer besser ins Spiel. Deutschland hielt weiterhin stark dagegen und bewegte sich über weite Strecken auf Augenhöhe, musste die folgenden beiden Sätze jedoch knapp abgeben. Auch im Tiebreak lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Die DVV-Frauen führten zwischenzeitlich mit 12:11, ehe die Gastgeberinnen die entscheidenden Punkte für sich verbuchten.
Maßgeblichen Anteil an der starken deutschen Leistung hatte Lina Alsmeier. Die Außenangreiferin überzeugte mit 25 Punkten und war damit beste Scorerin ihres Teams. Pia Timmer steuerte starke 16 Punkte bei. Auf türkischer Seite ragte Melissa Vargas mit 32 Punkten heraus und war über weite Strecken kaum zu stoppen.
„Wir haben heute unglaubliches Volleyball gespielt und überragend gekämpft. Leider hat es sich am Ende nicht ausgezahlt. Es haben nur ein paar Prozent gefehlt, um so ein großes Team zu schlagen. Deshalb bleibt heute ein bittersüßer Geschmack zurück. Schade, dass wir uns nicht belohnen konnten.“
Bundestrainer Giulio Bregoli war mit der Leistung seines Teams zufrieden, sah aber auch weiterhin Potenzial: „Im Sport reicht es nicht, nah dran zu sein. Natürlich sind wir nicht glücklich. Es war ein wirklich gutes Spiel. Nach den ersten beiden Sätzen hat die Türkei ihr Niveau deutlich gesteigert und beide Teams haben bis zum Ende gekämpft. Leider haben wir erneut einen Tiebreak verloren. Uns fehlen in den entscheidenden Momenten noch die kleinen Details, die Entschlossenheit und auch die Cleverness, um die letzten Punkte zu machen. Daran müssen wir arbeiten, denn das ist uns nicht zum ersten Mal passiert.“
Zum Abschluss der zweiten VNL-Woche trifft Deutschland am Sonntag um 15 Uhr (ZDF-Livestream) auf Brasilien.