Fröbel/Wüst mit Premierensieg in Hamburg - Behlen/Schulz mit viertem gemeinsamen Titel
Bei den Frauen gelang Anna Behlen/Sarah Schulz aus ihrer Rolle als Geheimfavoritinnen der Turniersieg. Nach konstant starken Leistungen über die gesamte Saison gelang ihnen damit erstmals seit 2024 wieder ein Erfolg auf der German Beach Tour. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. Im Viertelfinale unterlagen sie Chenoa Christ/Sophia Neuß in einem umkämpften Drei-Satz-Spiel und mussten sich anschließend ohne eine weitere Niederlage durch die Verliererrunde bis ins Finale kämpfen. Dort warteten Mareet Maidhof/Tabea Schwarz, die sich ebenfalls über die Verliererrunde ins Endspiel gespielt hatten. Für Mareet Maidhof war es das erste GBT-Finale ihrer Karriere, während Tabea Schwarz als „Most Improved Player 2025“ bereits letzte Saison einen Toursieg feiern konnte.
Anna Behlen (li.) und Sarah Schulz
Das Finale entwickelte sich zu einem intensiven Duell. Behlen/Schulz holten den ersten Satz mit 21:14, Maidhof/Schwarz antworteten mit einem deutlichen 21:11. Besonders bemerkenswert war dabei der Auftritt von Anna Behlen, die während der gesamten Saison immer wieder von Rückenproblemen geplagt war und auch im Tie-Break eine dreiminütige Behandlungspause benötigte. Danach kehrte sie mit viel Entschlossenheit auf den Court zurück und setzte unter anderem mit zwei Assen in Folge einen Schlussstrich unter die Partie. Damit krönte sie ihre schwierige Saison mit dem Turniersieg. „Diese Saison war wirklich ganz schön verhext. Wir konnten auch einige Turniere aus familiären, freundschaftlichen und auch traurigen Gründen nicht spielen“, sagte Anna Behlen. „Deshalb ist das ein Mega-Abschluss vor den Deutschen Meisterschaften. Dass wir uns noch einmal mit einem richtigen Kampf belohnen konnten und verdient ganz oben stehen, ist einfach nur richtig schön.“
Die dritten Plätze gingen an Barber/Gernert und Christ/Neuß. Barber/Gernert verpassten damit zwar ihren zweiten Toursieg der Saison, bestätigten aber ebenso wie Christ/Neuß mit dem erneuten Podestplatz ihre starke Form.
Tamo Wüst (li.) und Tristan Fröbel
Auch bei den Männern gab es zum Abschluss eine besondere Geschichte. Tristan Fröbel/Tamo Wüst waren mit viel Selbstvertrauen nach Hamburg gereist, nachdem sie erst eine Woche zuvor auf Borkum triumphiert hatten. Auf der Horner Rennbahn spielten sie sich erneut bis ins Finale, dort warteten mit Ole Sackermann/Benedikt Sagstetter allerdings die große Überraschung des Turniers. Die Paarung war erst kurzfristig entstanden, weil Jonas Sagstetter aufgrund der Europameisterschaft nicht zur Verfügung stand. Für Ole Sackermann war Hamburg zudem der erste Auftritt überhaupt auf der German Beach Tour. Von fehlender gemeinsamer Erfahrung war jedoch wenig zu spüren: Gleich drei Partien in Folge entschieden Sackermann/Sagstetter im Tiebreak für sich und zogen sensationell ins Finale ein. Dort fand ihr Lauf allerdings ein Ende. Fröbel/Wüst bestimmten beide Sätze deutlich. Vor allem Tristan Fröbel machte am Netz mit seinem starken Block immer wieder den Unterschied und ließ Sackermann/Sagstetter kaum Raum für ein Comeback. Mit 21:14 und 21:11 machten Fröbel/Wüst den Titel perfekt – für Tristan Fröbel und Tamo Wüst war es jeweils der erste Turniersieg auf der German Beach Tour.
„Ich brauche noch einen Moment, um das zu verarbeiten, aber ich bin gerade unfassbar glücklich“, sagte Tristan Fröbel nach dem Finale. Für beide war der Erfolg zugleich eine Bestätigung der Arbeit der vergangenen Monate: „Es ist eine unfassbare Bestätigung, dass man im Winter gut gearbeitet und ein paar richtige Entscheidungen getroffen hat. Es tut gut, dieses Feedback für die Leistungen zu bekommen, die man erbringt.“
Die dritten Plätze gingen an Henrichs/Moede und die topgesetzten Lorenz/Rietschel. Letztere hatten bereits den zweiten Tourstopp in Berlin gewonnen, mussten sich in Hamburg diesmal aber mit dem Podestplatz begnügen.
Damit ist die German Beach Tour 2026 beendet. Hamburg bot zum Abschluss noch einmal vieles von dem, was die Saison ausgezeichnet hatte: enge Spiele, überraschende Teamkonstellationen und Spielerinnen und Spieler, die ihre Chance nutzten. Für einen Teil des Feldes folgt nun Ende August mit der Deutschen Meisterschaft in Dortmund der nächste Höhepunkt der nationalen Beach-Volleyball-Saison.