VNL: Deutschland verliert auch gegen Italien
„Es war ähnlich wie die anderen Spiele: wir spielen guten Volleyball, aber wir nutzen unsere Chancen nicht und können den Satz nicht zu machen“, sagte Bundestrainer Michal Winiarski. Nach dem verlorenen ersten Durchgang habe sein Team das Selbstbewusstsein verloren. „In unseren Köpfen waren die vergebenen Chancen – gegen Brasilien, gegen die Niederlande und heute erneut gegen Italien“, so der Bundestrainer. Es sei viel Arbeit zu tun, auch wenn das während des straffen Zeiplans der VNL schwierig sei. „Aber wir müssen diese Spiele nutzen, um unser Team vorzubereiten und zu stärken.“
Winiarski änderte seine Aufstellung im Vergleich zu den ersten Spielen und brachte neben Lukas Kampa, Linus Weber, Anton Brehme und Moritz Reichert diesmal Denys Kaliberda und Lukas Maase von Beginn an. Sein Team erwischte einen guten Start. Mit einem Break sorgte Brehme für den ersten Punkt der Deutschen und auch der zweite Punkt ging nach einem Angriff von Weber an das DVV-Team. Mit starken Aufschlägen konterte Italien und ging mit 6:5 in Führung. Bis zum 16:16 war es ein ausgeglichenes Spiel, dann konnte sich Deutschland mit drei Punkten in Folge absetzen und hielt die Führung bis zum 22:19. Mit zwei Block gegen Weber und Reichert gelang Italien der Ausgleich (22:22) und mit zwei weiteren Punkten hatte der Weltmeister plötzlich Satzbälle. Den ersten vergaben die Italiener noch, ehe sie mit dem zweiten in Führung gingen.
Im zweiten Durchgang lag das DVV-Team schnell mit 5:10 hinten. Italien baute die Führung mit starken Aufschlägen aus (8:14). Die deutschen Männer kämpften sich auf 13:16 heran, nur um die Italiener erneut auf 13:20 davon ziehen zu lassen. Der eingewechselte Yann Böhme wehrte den ersten Satzball noch ab, doch Kaliberda berührte anschließend bei seinem Angriff das Netz, sodass auch Durchgang zwei an die Italiener ging.
„Bis zum 21:18 im ersten Satz war ich zufrieden, aber dann haben wir wieder im entscheidenden Moment unsere Chancen nicht genutzt“, ärgerte sich Winiarski in der Satzpause. „Natürlich ist es mental schwierig, wenn wir immer verlieren, aber wir müssen positiv bleiben und weiter versuchen und versuchen. Ich will das Team jetzt kämpfen sehen“, forderte der Bundestrainer eine Reaktion seiner Spieler. „Wir müssen Charakter zeigen und nicht schlafen.“
Doch sein Team verpasste auch den Start in Durchgang drei und lag nach zwei Assen von Italien schnell mit 0:3 hinten. Winiarski reagierte und fand in seiner Auszeit klare Worte: „Es ist genauso, wie wir den Satz beendet haben – mit Stille. Übernehmt Verantwortung und kämpft!“ Doch es waren weiterhin die Italiener, die unter anderem mit einem Ass und Block punkteten (2:9). Mit einem Block von Kaliberda und einem Ass von Reichert zwangen die deutschen die Italiener zur Auszeit (5:9). Allerdings kamen die DVV-Männer nicht wirklich näher ran, zu viele Aufschlagfehler machten es den Gegnern leicht. Beim 13:19 schien das Spiel bereits verloren. Doch dann starteten die Deutschen ihre Aufholjagd. Nach zwei Punkten von Brehme und einem Block von Weber stand es plötzlich 19:20. Mit einem Netzroller-Ass von Kaliberda gelang der Ausgleich zum 20:20. Nun entwickelte sich wie schon am Tag zuvor eine Nervenschlacht. Nach einem Zuspielfehler der Italiener hatte Deutschland den ersten Satzball (24:23). Der Aufschlag von Röhrs landete jedoch im Netz. Kaliberda sorgte für den zweiten Satzball, den Tille/Brehme mit einem Block verwandelten – allerdings zeigte die Challenge eine Netzberührung, sodass es noch weiter ging (25:25). Die DVV-Männer behielten die Nerven, Weber verwandelte zum 26:25 und sorgte nach einem starken Aufschlag von Tille mit einem Block für den Satzanschluss.
Wer dachte, der Satzgewinn würde dem deutschen Team Aufwind geben, sah sich geirrt. Die Fehlerquote der Deutschen erhöhte sich wieder, Italien nutze die Chancen eiskalt, zog auf 5:11 davon und erhöhte mit einem Block gegen Weber sogar auf 6:14. Winarski musste bereits seine zweite Auszeit nehmen und versuchte, seine Spieler aufzubauen: „Kopf hoch, wir haben es schon einmal geschafft, wir können es nochmal schaffen, let’s go!“ Doch es half nichts. Die DVV-Männer scheiterten am italienischen Block und fanden kaum noch Lösungen im Angriff. Den ersten Matchball wehrte Röhrs zwar noch ab, Brehmes Aufschlag landete anschließend jedoch im Netz.
Zum Abschluss der ersten VNL-Woche trifft das deutsche Team am Montag (12. Juni) um 0 Uhr deutscher Zeit auf Gastgeber Kanada. „Morgen ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, wir wollen diesmal unsere Chancen nutzen“, sagt Winiarski.
Spielplan VNL Woche 1
Donnerstag, 8. Juni: Deutschland vs. Brasilien 1:3 (24:26, 16:25, 25:19, 15:25)
Freitag, 9. Juni: Deutschland vs. Niederlande 0:3 (20:25, 31:33, 21:25)
Samstag, 10. Juni: Deutschland Italien 1:3 (23:25, 18:25, 27:25, 19:25)
Montag, 12. Juni, 0 Uhr dt. Zeit: Deutschland vs. Kanada
Alle Spiele der VNL werden im kostenpflichtigen Livestream bei volleyballworld.tv gezeigt.
| Nr. | Name | Position | Verein |
|---|---|---|---|
| 11 | Lukas Kampa | Zuspiel | Trefl Gdánsk |
| 12 | Anton Brehme | Mittelblock | Berlin Recycling Volleys |
| 13 | Ruben Schott | Außenangriff | Berlin Recycling Volleys |
| 18 | Florian Krage | Mittelblock | Cuprum Lubin |
| 19 | Erik Röhrs | Außenangriff | SWD powervolleys Düren |
| 20 | Linus Weber | Diagonal | Projekt Warszawa |
| 21 | Tobias Krick | Mittelblock | Modena Volley |
| 22 | Tobias Brand | Außenangriff | SWD powervolleys Düren |
| 2 | Johannes Tille | Zuspiel | Berlin Recycling Volleys |
| 3 | Denys Kaliberda | Außenangriff | Top Volley Cisterna |
| 5 | Moritz Reichert | Außenangriff | Tourcoing Lille Métropole |
| 6 | Leonard Graven | Libero | WWK Volleys Herrsching |
| 25 | Lukas Maase | Mittelblock | SVG Lüneburg |
| 31 | Yann Böhme | Diagonal | SVG Lüneburg |
| Bundestrainer | Michal Winiarski |
| Co-Trainer | Thomas Ranner |
| Co-Trainer | Roberto Rotari |
| Athletiktrainer | Jakub Gniado |
| Physiotherapeutin | Marie Isabell Bender |
| Arzt | Kai Dragowsky |
| Scout | Dominik Posmyk |
| Teammanager | Hannes Willmer |
Infos zur VNL
Die Volleyball Nations League wurde 2018 vom Weltverband FIVB für Frauen und Männer eingeführt. Die jeweils besten 16 Teams der Welt spielen an jeweils drei Austragungsorten über insgesamt sechs Wochen den Titel aus. Jedes Team kommt so auf zwölf Saisonspiele (vier Spiele pro Woche). Männer und Frauen wechseln sich dabei wöchentlich ab. Die besten acht Teams schaffen den Sprung ins Finalturnier. Die deutschen Männer reisen in diesem Jahr nach Kanada, in die Niederlande und in die USA. Seit 2021 zählen die Spiele der VNL in die Weltrangliste. Aktuell belegt Deutschland Rang 17.