VNL Männer: Deutschland verliert gegen Argentinien
„Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht“, sagte Linus Weber, mit 13 Punkten bester Scorer im deutschen Team. Viele Bälle seien reingefallen, auch die Annahme war zu wackelig, sodass sie oft aus schwierigen Situationen angreifen mussten. „Und die Argentinier haben dann einen guten Job gemacht, sie standen gut in der Abwehr und haben konsequent die Chancen, die wir liegen gelassen haben, runtergespielt“, so der Diagonalangreifer. „Auch von der Energie waren sie von Anfang an da, während wir es ein bisschen verpasst haben, den Zug ins Rollen zu bringen.“ Sie seien immer Rückständen hinterhergelaufen und „haben in der Crunch Time ein bisschen die Nerven verloren – das ist nichts Neues, aber wir lernen daraus“. Nun richte sich der Blick auf das Spiel gegen Kuba.
Winarski änderte seine Startaufstellung im Vergleich zum Spiel gegen Bulgarien auf drei Positionen, es begannen Lukas Kampa, Linus Weber, Christian Fromm, Ruben Schott, Florian Krage, Tobias Krick sowie Lenny Graven. Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts, erst beim 12:15 konnte sich Argentinien erstmals mit mehr als zwei Punkten absetzen. Mit einem Block von Krage glich Deutschland wieder aus und ging anschließend selbst in Führung (17:16). Doch wie schon so oft in der Crunch Time nutzend die DVV-Männer ihre Chancen nicht und lagen plötzlich 19:21 zurück. Dank eines Netzfehlers der Argentinier gelant erneut der Ausgleich (21:21), doch mit einem Ass erspielten sich die Südamerikaner zwei Satzbälle. Erst landete der argentinische Aufschlag im Aus, dann jedoch auch der Deutsche, sodass der erste Durchgang knapp verloren ging.
Anschließend verlor das deutsche Team den Faden und lag schnell mit 4:9 hinten. Die DVV-Männer bäumten sich nur kurz auf und kamen auf 9:11 heran, nur um die Argentinier wieder ziehen zu lassen (10:16). Die Südamerikaner setzten die DVV-Männer immer wieder mit starken Aufschlägen unter Druck, während dem Team von Winiarski zu viele Fehler von der Grundlinie unterliefen (13:20, 17:24). Und so war es auch ein Aufschlagfehler von Brehme, der den Argentiniern die 2:0-Satzführung brachte.
„Wir müssen unsere Annahme verbessern“, sagte Winiarski in der Satzpause. Für technische Fehler habe er noch Verständnis, nicht jedoch für Bälle, die einfach auf den Boden fallen. Der starke, druckvolle Aufschlag der Argentinier habe im zweiten Satz den Unterschied gemacht. Im ersten Durchgang sei es ein enges, von beiden Seiten gutes Spiel gewesen. „Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du“, so der Bundestrainer, der hoffte, dass sein Team „mit einer guten Annahme und besseren Aufschlägen zurückkommt“.
Doch der dritte Satz begann erneut mit einem Aufschlagfehler und nach einem Block gegen Reichert nahm Winiarski beim 0:4 seine Auszeit. „Seid Selbstbewusst, mir ist das Ergebnis egal, aber mir ist wichtig, wie wir spielen“, machte er seinen Spielern Mut. Es half jedoch wenig, Reichert war nicht zwingend genug und Weber wurde geblockt (0:6). Die Deutschen ließen zu viele Chancen liegen und Argentinien verwandelte seinerseits die Angriffe eiskalt (10:18). Mit einem Netzroller-Ass von Kampa und einem Block von Reichert punkteten die DVV-Männer zum 15:20. Argentinien spielte den Satz jedoch souverän zu Ende und verwandelte schließlich den zweiten Matchball. Nicht nur das Ergebnis war eindeutig, sondern auch die Statistik: 2:7 Asse, 8:11 Blocks und 28:38 Angriffe sprachen für Argentinien.
Das Team von Winiarski muss die Niederlage nun schnell abhaken, denn es warten noch zwei Spiele auf die DVV-Männer, um wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln und Selbstvertrauen für die restliche Saison zu tanken. Als nächstes treffen die Deutschen am Samstagmorgen um 2 Uhr deutscher Zeit auf Kuba.
Spielplan VNL Woche 3
Donnerstag, 6. Juli: Deutschland vs. Bulgarien 3:0 (25:22, 25:18, 25:22)
Donnerstag, 6. Juli: Deutschland vs. Argentinien 0:3 (23:25, 18:25, 17:25)
Samstag, 8. Juli, 2 Uhr dt. Zeit: Deutschland vs. Kuba
Montag, 10. Juli, 2 Uhr dt. Zeit: Deutschland vs. Frankreich
Alle Spiele der VNL werden im kostenpflichtigen Livestream bei volleyballworld.tv gezeigt.
| Nr. | Name | Position | Verein |
|---|---|---|---|
| 1 | Christian Fromm | Außenangriff | Foinikas Syros Onex |
| 2 | Johannes Tille | Zuspiel | Berlin Recycling Volleys |
| 3 | Denys Kaliberda | Libero | Top Volley Cisterna |
| 5 | Moritz Reichert | Außenangriff | Tourcoing Lille Métropole |
| 6 | Leonard Graven | Libero | WWK Volleys Herrsching |
| 11 | Lukas Kampa (C) | Zuspiel | Trefl Gdánsk |
| 12 | Anton Brehme | Mittelblock | Berlin Recycling Volleys |
| 13 | Ruben Schott | Außenangriff | Berlin Recycling Volleys |
| 18 | Florian Krage | Mittelblock | Cuprum Lubin |
| 20 | Linus Weber | Diagonal | Projekt Warszawa |
| 21 | Tobias Krick | Mittelblock | Modena Volley |
| 22 | Tobias Brand | Außenangriff | SWD powervolleys Düren |
| 25 | Lukas Maase | Mittelblock | SVG Lüneburg |
| 31 | Yann Böhme | Diagonal | SVG Lüneburg |
| Bundestrainer | Michal Winiarski |
| Co-Trainer | Thomas Ranner |
| Co-Trainer | Roberto Rotari |
| Athletiktrainer | Jakub Gniado |
| Physiotherapeutin | Marie Isabell Bender |
| Arzt | Karsten Holland |
| Scout | Dominik Posmyk |
| Teammanager | Anna Schöps |
Infos zur VNL
Die Volleyball Nations League wurde 2018 vom Weltverband FIVB für Frauen und Männer eingeführt. Die jeweils besten 16 Teams der Welt spielen an jeweils drei Austragungsorten über insgesamt sechs Wochen den Titel aus. Jedes Team kommt so auf zwölf Saisonspiele (vier Spiele pro Woche). Männer und Frauen wechseln sich dabei wöchentlich ab. Die besten acht Teams schaffen den Sprung ins Finalturnier. Die deutschen Männer reisen in diesem Jahr nach Kanada, in die Niederlande und in die USA. Seit 2021 zählen die Spiele der VNL in die Weltrangliste.