Vier Duelle im BOUNCE HOUSE: Sportlicher und medialer Saisonstart in der 1. Volleyball Bundesliga der Männer

Foto Florian Zons: Marcin Ernastowicz freut sich auf die neue Saison! Foto Florian Zons: Marcin Ernastowicz freut sich auf die neue Saison! Nur vier Tage nach dem Supercup am vergangenen Samstag starten die Clubs der 1. Volleyball Bundesliga (VBL) der Männer am heutigen Mittwoch in ihre 47. Saison. Dabei feiert nach dem erfolgreichen Start beim Duell Meister gegen Pokalsieger auch das neue interaktive Medienerlebnis BOUNCE HOUSE seine Ligapremiere.

Schon um 18 Uhr beginnt die Vorberichterstattung im Kanal von SPONTENT auf der weltgrößten Streaming-Plattform Twitch. Dort läuft ab 19 Uhr auch die Partie VfB Friedrichshafen gegen SVG Lüneburg aus der Ulmer ratiopharm Arena. Die weiteren Begegnungen BERLIN RECYCLING Volleys – Helios GRIZZLYS Giesen (SPONTENT_ONE), SWD powervolleys Düren – WWK Volleys Herrsching (SPONTENT_TWO) und Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee – United Volleys Frankfurt (SPONTENT_THREE) sind ab 19.30 Uhr auf den weiteren SPONTENT-Kanälen sowie bei Sportdeutschland.TV, der Web-TV-Plattform des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), zu sehen – allesamt kostenfrei.

VfB Friedrichshafen – SVG Lüneburg (19:00 Uhr)

Die Auftaktbegegnung kann direkt mit einigen Neuerungen und Besonderheiten aufwarten. Für den Bundesliga-Rekordmeister VfB Friedrichshafen, der sich in der zweiten Saison hintereinander kurzfristig eine neue Spielstätte suchen musste, ist es der erste Auftritt in der ratiopharm Arena Ulm – rund 100 Kilometer entfernt vom heimischen Bodensee. Lüneburg feiert hingegen ein Wiedersehen mit der Mannschaft, gegen die man 2020/21 das letzte Playoff-Halbfinalmatch verlor. Und einer hat sogar die Seiten gewechselt: Zuspieler Joe Worsley trat vergangene Saison noch für Friedrichshafen an und ist jetzt nach Norddeutschland gewechselt.

Mit solcherlei Vorgeschichten verspricht die Partie spannend zu werden. Die Vorbereitung der SVG war durch zahlreiche Testspiele und gemeinsame BBQ-Events geprägt. Friedrichshafen konnte hingegen erst nach der EM mit einem kompletten Kader in die Vorbereitung starten. Dazu wurden Tests zuhause, in der nahen Schweiz und bei einem Turnier in Serbien gegen Paris Volley, PAOK Thessaloniki und Vojvodina Novi Sad absolviert. Klares Saisonziel beim VfB: „Es ist unser Anspruch, in die Finals der Bundesliga und des DVV-Pokals einzuziehen“, so Headcoach Mark Lebedew. Für Lüneburgs Trainer Stefan Hübner steht im Vordergrund: „No regrets am Ende der Saison!“

Der SVG-Kader wurde mit fünf Neuen verstärkt. Davon haben Joe Worsley (USA), Pearson Eshenko (Kanada) und der Ex-Bühler Tim Stöhr Bundesliga-Erfahrung. Mit dem brasilianischen Riesentalent Artur Nath und Auke van de Kamp (Niederlande) sollen gleich zwei neue Gesichter für Belebung auf der Außenposition sorgen. Und nicht zuletzt sorgt die neuerrichtete Lüneburger Arena für bis zu 3.500 Zuschauer schon vor ihrer Einweihung für Vorfreude. Bei den Häflern zählen neben dem deutschen Nationalspieler Simon Hirsch im Diagonalangriff unter anderem Vojin Cacic (Montenegro), Daniel Muniz (Brasilien), Luciano Vicentin (Argentinien) sowie die Kanadier Blair Bann und Lucas Van Berkel zu den Neuzugängen.

BERLIN RECYCLING Volleys – Helios GRIZZLYS Giesen (19:30 Uhr)

„Wir wollen endlich mal ein Heimauftaktspiel gewinnen. Egal gegen welchen Gegner“, zeigt sich GRIZZLYS-Geschäftsführer Sascha Kucera vor dem Duell mit dem amtierenden Meister und Supercup-Sieger ambitioniert. Auch mit längerfristigem Blick wissen er und Headcoach Itamar Stein, wohin die Reise gehen soll - in die Play-Offs und das Viertelfinale des DVV-Pokals. Die erfolgsverwöhnten BR Volleys wollen „beginnend mit dem Supercup um jeden nationalen Titel spielen“. Giesen sieht Geschäftsführer Kaweh Niroomand dabei als attraktiver Gast zur Saisoneröffnung.

Mit Testspielen und -turnieren in Polen für die nötige „Wettkampfhärte“ fühlen sich die Berliner, trotz langer Wartezeit auf Nationalspieler und Cheftrainer, gut vorbereitet. „Unsere größten Stärken sind die Erfahrung und die Siegermentalität im Team“, so Niroomand. Mit gezielt zusammengestellten Führungspersönlichkeiten und Spielern, die zuvor in verschiedenen Top-Ligen gespielt haben, hofft er, „dass auch in diesem Jahr die Breite unseres Kaders ein Pfund sein wird, mit dem wir wuchern können.“ GRIZZLYS-Cheftrainer Stein empfand „diese Saisonvorbereitung als viel einfacher im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Spieler waren im Sommer viel aktiver, und das macht alles etwas besser.“

Zu den Neuzugängen in der Hauptstadt zählen der argentinische Weltklasse-Libero Santiago Danani, Rückkehrer und Nationalspieler Ruben Schott, Jeffrey Jendryk und Matt West (USA), Nehemiah Mote (Australien) sowie Marek Sotola (Tschechien). Diagonal-Linkshänder Sotola ist mit 2,08 Metern der „neue Riese“ im Team. Bei den GRIZZLYS findet Stein, dass „jeder etwas Besonderes und vor allem Qualität mitbringt.“ Zu den neuen Spieler gehören hier Jean-Philippe Sol (Frankreich), der Spanier Augusto, Renato Colito, Last-Minute-Zugang Romans Sauss aus Lettland und das nach einem Gastspiel in Liga zwei ins Profigeschäft zurückgekehrte deutsche Nachwuchstalent Lorenz Karlitzek.

Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee - United Volleys Frankfurt (19:30 Uhr)

Die Neuauflage des Pokalfinales 2021 gleich zum Start in die Saison 2021/22 sorgt von vornherein für Brisanz. Zudem haben mehrere Spieler die Seiten gewechselt: Zuspieler Byron Keturakis (Kanada) und Mittelblocker James Weir (Australien) sind aus Brandenburg nach Hessen gegangen. Den umgekehrten Weg hat der neue KW-Regisseur und -Kapitän Mario Schmidgall gewählt. Auch United-Trainer Christophe Achten (Belgien) stand vor wenigen Monaten noch bei den Netzhoppers an der Seitenlinie. Das Spiel verspricht „hohes Niveau“ sowie „tollen und fairen Volleyball“, sind sich Achten und Merle Hano aus dem PR-Bereich von KW einig.

„Auf jeden Fall der Moment, als wir den Pokal in Mannheim in die Höhe strecken durften“, beschreibt Diagonalangreifer Jochen Schöps seine schönste Erinnerung an die zurückliegende Spielzeit. Trotz schwieriger Phasen und verletzungsbedingter Rückschläge konnten sich die Frankfurter mit dem Gewinn des DVV-Pokals belohnen. Netzhoppers-Teammanagerin Britta Wersinger ist ein anderes Erlebnis ebenso gut im Gedächtnis geblieben: „Der Einzug ins Pokal-Finale beim Halbfinale gegen WWK Volleys Herrsching, eine Gefühlsachterbahn mit dem Sieg im fünften Satz mit 26:24.“ Die Randberliner bekamen dadurch viel mediale Aufmerksamkeit. „Es war für uns die erfolgreichste Saison seit der Vereinsgründung“, so Wersinger.

Der Kader der United Volleys wurde zusätzlich mit der deutsch-schweizerischen Nachwuchshoffnung Robin Baghdady und dem Schweden Viktor Lindberg, vergangenes Jahr noch in Lüneburg, verstärkt. Jedoch ist Trainer Achten vor allem froh, „wichtige Spieler aus der Vorsaison gehalten zu haben.“ Großes Pech hatte der Este Karli Allik, der sich bei der Europameisterschaft im eigenen Land das Kreuzband riss und auf Außen durch Max Staples (Australien) ersetzt werden musste. Die Mannschaft setzt sich als Saisonziel, „so viele Spiele wie möglich zu gewinnen.“ Das Erreichen der Playoff-Halbfinalspiele sowie die Möglichkeit, ein weiteres Mal im Pokalfinale zu stehen, um den Titel zu verteidigen, wäre, so Achten, „schon eine tolle Sache.“

Auch in Brandenburg hat sich das Team durch Zu- und Abgänge verändert. Max Chamberlain (USA) als bester Mittelangreifer aus der griechischen Liga und sein Landsmann Brandon Rattray als punktbester Spieler in Spanien wecken hohe Erwartungen. Als dritter Amerikaner kommt Blake Leeson hinzu. Mit dem Portugiesen José Jardim und Stefan Kaibald aus Estland konnten auch andere Spieler schon Meistertitel in ihren heimischen Ligen feiern. Für Coach Tomasz Wasilkowski steht fest: Wir wollen in Top vier. Wir möchten unseren bestmöglichen Volleyball spielen und so weit kommen, wie wir nur können.“

SWD powervolleys Düren – WWK Volleys Herrsching (19:30 Uhr)

„In Düren gibt es immer Duelle auf Augenhöhe“, weiß Herrschings Stream-Kommentator Louis Kochendörfer. Für Routinier Michael Andrei von den Gastgebern sind „Spiele gegen Herrsching immer hart umkämpft“ und vor allem sehr emotional. Dafür sorgen auch die zahlreichen Fans in der eigenen Halle, auf die sich beide Mannschaften für die neue Saison am meisten freuen. Herrsching wird erstmals im Münchener Audi Dome spielen, wo 6.731 Zuschauer Platz haben. „Und wenn wir so spielen wie 2020/21, dann geht auch in unserer Arena die Post ab“, so Mittelblocker Andrei.

Die Vorbereitung verlief auf beiden Seiten gut. Neben Teambuildingmaßnahmen in der Weinregion Rheinhessen (Düren) beziehungsweise im Klosterbiergarten Andechs (Herrsching) konnten die powervolleys ein Turnier in Polen bestreiten. Die WWK Volleys waren auf Gran Canaria und in Genf zu Gast. Erich Peterhoff, Gesellschafter bei den powervolleys Düren, will im Pokal so weit wie möglich kommen und zudem „eine gute Playoff-Ausgangslage erreichen.“ Auch Herrsching sieht sich im Pokalfinale oder zumindest -Halbfinale. Vorgenommen hat man sich, „den Volleyball in München (wieder) populär zu machen“, so das Management des „Geilsten Clubs der Welt“.

Bei Düren bringen junge deutsche Neuzugänge wie Moritz Eckardt, Filip John, Erik Röhrs und Melf Urban „echt Dampf“. „Und unser Blocker David Pettersson aus Schweden springt schon ein bisschen höher als ich“, gibt Michael Andrei zu. Den Kader auf Herrschinger Seite komplettieren unter anderem der bundesligaerfahrene Kanadier Luke Herr im Zuspiel, Samuel Jeanlys (Frankreich) auf der Diagonalposition sowie der Spanier Jordi Ramòn Ferragut auf Außen. Alle Drei haben laut Co-Trainer Michael Mattes Fähigkeiten, die die WWK Volleys Herrsching weit bringen können. Auf die Frage nach der größten Stärke seiner Mannschaft nennt Headcoach Max Hauser: „Das Team, das Team um das Team, die Einheit mit der wir in den letzten Jahren aus Sch…rott Gold gemacht haben.“ Die Dürener setzen auf ihre starke Abwehr und „viele Waffen im Angriff.“

TSV Haching München

Für die im Durchschnitt jüngste Mannschaft der Volleyball Bundesliga der Männer geht es erst am Wochenende gegen die Helios GRIZZLYS Giesen los. „Die Spieler sind sehr motiviert und möchten viel lernen“, so Mihai Paduretu, Geschäftsführer des TSV. Durch die Kooperation mit 1860 München hat sich der Name des Vereins geändert. Gleichgeblieben ist jedoch die bodenständige Einstellung der Spieler und des Trainerteams. „Mehr Sätze als in der vergangenen Saison zu gewinnen“, lautet Paduretus Vorgabe.

Unter den Neuzugängen ist Diagonalangreifer Philipp Schumann hervorzuhaben, der in der zurückliegenden Runde noch für Düren aufschlug. Gleich mehrere Nachwuchstalente, die zum TSV gestoßen sind, kennen einen der Kontrahenten aus Giesen noch als Mitspieler: Lorenz Karlitzek, mit dem sie in der U20 für Haching zwei Mal deutscher Meister wurden. Unbedingt zu nennen ist auch der neue Cheftrainer Bogdan Tanase, der früher als Assistenzcoach beim großen VfB Friedrichshafen am Spielfeldrand stand. Auf die Frage, worauf sich am meisten gefreut wird, ist die Antwort wie bei allen anderen Mannschaften klar und deutlich: „Selbstverständlich auf viele Zuschauer!“

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