Saisonvorschau VBL Frauen: Stuttgart und Vilsbiburg bestreiten erstes Free-TV Spiel

Foto Sebastian Wells: Krystal Rivers startet mit Stuttgart am Sonntag, SPORT1 überträgt live. Foto Sebastian Wells: Krystal Rivers startet mit Stuttgart am Sonntag, SPORT1 überträgt live. Am Wochenende (3./4. Oktober) meldet sich die Volleyball Bundesliga zurück. Mit fünf Spielen machen die Teams der Frauen den Anfang nach der knapp sechsmonatigen Pause. Sporttotal.TV überträgt live im Stream. SPORT1 zeigt die Partie zwischen Stuttgart und Vilsbiburg am Sonntag ab 17:10 Uhr live im Free-TV.

So, 04.10.20, 17:15 Uhr: Allianz MTV Stuttgart vs. Rote Raben Vilsbiburg | TV-Spiel - Live im Free-TV auf SPORT1

„Es freut uns, endlich mal wieder unseren Traumjob ausüben zu können. Wir möchten allen zeigen, wie schön wir es finden, wieder spielen zu können“, sagt Myrthe Schoot von den Roten Raben Vilsbiburg über den nahenden Saisonstart. Dabei sollen sich „unsere Emotionen entweder in der Halle oder über den Bildschirm auf alle Fans übertragen“, so Schoot. Auch Stuttgarts Neuzugang Dora Grozer freut sich „am meisten darüber, wieder unseren geliebten Sport ausführen zu dürfen und das hoffentlich vor möglichst vielen Zuschauern“.

Die Auftaktbegegnung ist für den Raben-Coach Florian Völker „ein perfekter Gradmesser direkt zum Beginn der Saison“. Auch Erik Reitsma, Co-Trainer von Allianz MTV Stuttgart, ist gespannt auf die neue Vilsbiburger Mannschaft: „Das, was wir von Vilsbiburg gesehen haben lässt uns vermuten, dass sie eine starke Mannschaft haben und wir auf jeden Fall direkt richtig gefordert sein werden.“

Diesen Eindruck seines Kaders bestätigt Völker, denn „auf allen Positionen gibt es einen ordentlichen Konkurrenzkampf. Ich denke, wir werden schwer auszurechnen sein.“ Danielle Brisebois, Alexis Conaway, Simona Dammer, Kayla Haneline, Luisa Keller und Jazmine White verstärken dafür den Kader.

Nach Stuttgart sind Michaela Mlejnková, Lena Große-Scharmann und Athina Papafotiou zurückgekehrt. Mlejnková und Papafotiou haben bereits für den Allianz MTV Stuttgart gespielt und kommen nun gereift aus dem Ausland zurück ins Ländle. AMTV-Eigengewächs Große-Scharrmann wechselt von NawaRo Straubing zurück nach Stuttgart.

Neben den drei Rückkehrerinnen kommen mit „Hester Jasper, die ihr großes Potenzial schon beim VfB Suhl LOTTO Thüringen angedeutet hat“ und Grozer eine „weitere deutsche Spielerin mit besonderem Talent“, wie Stuttgarts Sportdirektorin Kim Renkema die Neuzugänge beschreibt. „Wir haben erfahrene Spielerinnen nach Stuttgart geholt, die aufgrund ihrer bisherigen Stationen Stabilität in die Mannschaft bringen sollen“, ergänzt Renkema mit Blick auf die Transfers von Maria Segura Palleres und Mira Todorova.

Nach Renkemas Einschätzung ist die große Stärke ihrer Mannschaft, „dass wir sehr breit aufgestellt sind und auf allen Positionen wechseln können“. So will Allianz MTV Stuttgart „natürlich auch in dieser Saison wieder um Titel zu spielen“, sagt Renkema. Für Raben-Chefcoach Völker ist es eine erfolgreiche Saison, „wenn wir sie bis zum Ende spielen können und wir sportlich - wie auch die letzten Jahre - im Kampf um das Play-Off-Halbfinale dabei sind“.

Foto Nicol Marschall: Antonia Stautz rettet für den SC Potsdam. Foto Nicol Marschall: Antonia Stautz rettet für den SC Potsdam.

Sa, 03.10.20, 19:00 Uhr: SC Potsdam vs. Dresdner SC | Livestream

Den 4. März hat Monique Strubbe vom Dresdner SC noch ganz genau im Gedächtnis: „Ich erinnere mich gern an das Rückspiel gegen Santorini, als wir das Spiel doch noch gewinnen konnten und somit in die nächste Runde gekommen sind.“ Nach dem DVV-Pokalsieg im Februar stand der DSC damit im Halbfinale des CEV Cups und hätte gegen THY Istanbul spielen sollen.

Drei Tage später trat der SC Potsdam gegen den Rekordmeister aus Schwerin an. Teammanager Eugen Benzel erinnert sich: „Der Sieg im Tie-Break gegen den SSC Palmberg Schwerin vor ausverkaufter Kulisse war einfach großartig.“

Wenige Tage später war die Saison 2019/20 unerwartet schon Geschichte.

Nach sechs Monaten Sommerpause startet die 1. Volleyball Bundesliga der Frauen mit voller Kraft in die neue Spielzeit. Den Auftakt macht der SC Potsdam gegen der Dresdner SC - eine „Top-Mannschaft“, wie Benzel den DVV-Pokalsieger beschreibt.

In diese Partie geht die Mannschaft von SCP-Chef-Coach Guillermo Hernández mit der Erfahrung von sechs Testspielen im September und vorangegangenen „Teambuildingaktionen, wie Floss bauen und Lasertag spielen“, so Benzel.

Lena Stigrot und ihr DSC-Team konnte sich „bis auf einige Besonderheiten, wie die Quarantänephase relativ normal vorbereiten. Wir haben viele Stunden in der Halle, im Kraftraum und in Videokonferenzen zur Taktikweiterbildung verbracht“, erinnert sich Stigrot.

Sieben Abgängen stehen beim SCP sechs neue Teammitglieder gegenüber. Vanessa Agbortabi kehrt von den Ladies in Black Aachen zurück an die Havel. Lindsey Ruddins konnte mit 43 Punkten in einem Spiel der puerto-ricanischen Liga die Aufmerksamkeit der SCP-Verantwortlichen auf sich lenken und ist ein weiterer Neuling im Team. Symone Speech und Kelsey Veltman kommen beide von Mellenium Brescia und sind ein eingespieltes Duo auf und neben dem Feld. In der italienischen Serie A1 standen beide an Platz 14 und 15 der Blockstatistik. Auf der Zuspielposition wechselt Lindsay Flory von Schwarz-Weiß Erfurt und Ana Tiemi Takagui von Vasas Obuda in die Landeshauptstadt.

Auch beim DSC werden sieben neue Spielerinnen in den Kader integriert. Allein von der Standford University sind Jenna Gray, Morgan Hentz und Madeleine Gates an die Elbe gewechselt. Darüber hinaus konnte der DVV-Pokalsieger Nationalspielerin Jennifer Janiska (früher Geerties) vom italienischen Spitzenverein Imoco Volley Conegliano verpflichten. Lina-Marie Lieb und Naya Crittenden vervollständigen den DSC-Kader für die Spielzeit 2020/21.

Der „direkte Einzug in die Play-Offs und versuchen verletzungsfrei ins Halbfinale zu kommen", sind die zwei wichtigsten Ziele für die Potsdamerinnen, so Benzel. Dann soll versucht werden, „an die Leistungen der zwei vergangenen Saisons anzuknüpfen und die Top-3 zu ärgern“.

Foto Eckhard Mai: Gréta Szakmáry vom SSC Palmberg Schwerin blockt gegen eine Spielerin des VfB Suhl LOTTO Thüringen. Foto Eckhard Mai: Gréta Szakmáry vom SSC Palmberg Schwerin blockt gegen eine Spielerin des VfB Suhl LOTTO Thüringen.

Sa, 03.10.20, 19:00 Uhr: VfB Suhl LOTTO Thüringen vs. SSC Palmberg Schwerin | Livestream

Schwerin gegen Suhl – so lautete die letzte Partie der vergangenen Bundesliga-Saison vor ihrem Abbruch. Nach dem unfreiwilligen Saisonabschluss treten nun beide Mannschaften zum Saisonauftakt von 2020/21 wieder gegeneinander an.

„Der Rekordmeister und Topklub SSC Palmberg Schwerin kommt nach Suhl, allein diese Tatsache verspricht hochkarätige Spielerinnen und Volleyball der Extraklasse“, freut sich Tim Berks, Geschäftsstellenleiter des VfB Suhl LOTTO Thüringen, schon auf den ersten Gegner in der Wolfsgrube. Mit dem SSC-Trio aus Cheftrainer Felix Koslowski, Athletiktrainer Michael Döring und Scout Olaf Garbe kommt es auch „zu einem Wiedersehen mit bekannten Gesichtern“ mit Suhler Vergangenheit, wie Berks anmerkt.

Auf Seiten der Südthüringer hat sich viel personell eine Menge verändert. „Nahezu alle sind neu. Nur Claudia Steger ist aus der Vorsaison erhalten geblieben“, fasst Teammanager Jens Haferkorn die Kadersituation zusammen. Neben den vielen neuen Spielerinnen wird es auch „im Bereich Staff einen Neuaufbau geben. Laszlo Hollosy wurde als Head of Sports und damit Projektleiter im Bereich 1. Bundesliga für drei Jahre verpflichtet“, so Haferkorn. Damit ist Hollosy gleichzeitig auch neuer Cheftrainer der Thüringerinnen.

Mit der Zusammenstellung seiner Mannschaft ist Hollosy zufrieden. Beim internationalen Vorbereitungsturnier in Suhl konnte er den „guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielerinnen“ erkennen und sah eine „Mannschaft, die harmoniert sich aber gleichzeitig immer wieder fordert und pusht das Bestmögliche zu erreichen“. Als Saisonziel ruft Hollosy für sein Team die Play-Offs aus.

Für den Schweriner Trainer Felix Koslowski lief die Saisonvorbereitung „natürlich etwas eingeschränkter als normalerweise“ ab. „Es gab keine weiten Reisen zu Turnieren oder Trainingslagern, stattdessen haben wir zum Trainingsstart eine Woche an der Ostsee verbracht und viel draußen trainiert“, fasst Koslowski zusammen. Aber auch Testspiele und Team-Nachmittage kamen in der Vorbereitung nicht zu kurz.

Um „unter die ersten drei Teams zu kommen und eine Weiterentwicklung der Mannschaft“ zu erreichen, wurde nach den Abgängen vieler Leistungsträgerinnen ein neuer Kader zusammengestellt. Auf der Zuspielposition kommen mit Denise Imoudu und Femke Stoltenborg zwei bekannte Gesichter aus der Bundesliga nach Schwerin. „Auf der Diagonalposition konnten wir die Amerikanerin Hayley Spelman verpflichten“, sagt SSC-Teammanager Peter Niepagen.

Die 2,02 Meter große Spielerin „verfügt über viel internationale Erfahrung und hat unter anderem bereits in Italien, Frankreich, Aserbaidschan und Korea gespielt“, ergänzt Niepagen. Darüber hinaus wechseln Lina Alsmeier – beim Sieg der Schwerinerinnen im comdirect Supercup schon zur wertvollsten Spielerin gewählt – vom USC Münster, Patricia Nestler vom VCO Dresden und Taylor Agost von Aris Thessaloniki (Griechenland) nach Mecklenburg.

Foto Andreas Geißer: NawaRo-Trainer Benedikt Frank gibt taktische Vorgaben. Foto Andreas Geißer: NawaRo-Trainer Benedikt Frank gibt taktische Vorgaben.

Sa, 03.10.20, 19:30 Uhr: NawaRo Straubing vs. Schwarz-Weiß Erfurt | Livestream

„Als kleine Standortbestimmung für beide Teams“, bezeichnet NawaRo-Medienkoordinator Georg Kettenbohrer die Partie. In der vergangenen Saison waren beide Mannschaften „auf Augenhöhe“ und auch 2020/21 „werden wir uns auf einem ähnlichen Level bewegen“, prophezeit Kettenbohrer.

Auf die neue Spielzeit konnten sich die Straubinger Spielerinnen laut Trainer Benedikt Frank „nach vielen Wochen im Home-Office seit August wieder im Mannschaftstraining vorbereiten“. Auch in Erfurt „haben wir uns unter den Corona-Bedingungen so normal wie möglich und umsichtig wie nötig vorbereitet“, sagt Schwarz-Weiß-Trainer Dirk Sauermann.

Erfurts Geschäftsführer Christian Beutler freut sich, „endlich wieder Spiele vor Publikum bestreiten zu dürfen“. Auch Ingrid Senft, Beutlers Pendant bei NawaRo Straubing, hat die „Volleyballspiele vor den eigenen Fans“ vermisst, die „das Salz in der Suppe unseres Sports sind. Dafür machen wir die ganze Arbeit im Jahr“, so Senft.

Sportlich streben beide Klubs die Weiterentwicklung der eigenen Mannschaft an. „Wir wollen uns über die gesamte Saison kontinuierlich als Team verbessern und unsere Spielerinnen auf das nächste Level heben“, sagt Kettenbohrer. SWE-Coach Sauermann geht mit ähnlichen Vorsätzen in die Saison: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und suchen in jedem unsere Chance zu gewinnen. Wir wollen uns als Team entwickeln und unsere Zuschauer mit unserem Spiel begeistern.“

Der Kader für diesen anvisierten Fortschritt wurde bei den Thüringern um Madelyn Cole, Sara Kovac, Agnes Victoria Michel Tosi, Meghan Barthel, Maddie Palmer und Jasmine Gross erweitert. In Straubing stehen Marie Hänle, Annegret Hölzig, Elisabeth Kettenbach, Claudia Provaroni, Iris Scholten, Janna Schweigmann und Sandra Szabóová neu im Team.

Foto Detlef Gottwald: Tanja Großer vom VC Wiesbaden jubelt mit ihrer Mannschaft. Foto Detlef Gottwald: Tanja Großer vom VC Wiesbaden jubelt mit ihrer Mannschaft.

So, 04.10.20, 14:30 Uhr: USC Münster vs. VC Wiesbaden | Livestream

In der vergangenen Saison konnte der VC Wiesbaden auf dem Berg Fidel mit 3:2 gewinnen. „Da haben wir zwei wichtige Punkte gesammelt“, erinnert sich VCW-Trainer Christian Sossenheimer. Barbara Wezorke vom USC Münster freut sich am Sonntag einfach auf: „Endlich wieder Volleyballspielen unter Wettkampfbedingungen! Im besten Fall natürlich vor Zuschauern.“

Der USC konnte seine Vorbereitung mit „hochwertigen Testspielen gegen Stuttgart, Schwerin oder Potsdam und vielen Workshops und Events neben dem Trainingsbetrieb“ gestalten, so Wezorke. Auch Wiesbaden konnte zu Beginn der Sommerpause „isoliert in kleinen Gruppen und ab August wieder gemeinsam trainieren“, sagt Coach Sossenheimer zur Trainingsorganisation.

„Wir haben den Großteil unserer Mannschaft der letzten Saison weiterhin an Bord“, beschreibt Ralph Bergmann, Sportlicher Leiter beim USC, die Kadersituation. Dabei wechseln drei Spielerinnen auf der Annahme/Außen-Position und die neue Diagonalspielerin Helo Lacerda Pereira ins Münsterland. Bundesligaerfahrung konnte die Brasilianerin in der Vergangenheit bereits beim VfB LOTTO Thüringen sammeln. „Ihre körperliche Präsenz gepaart mit brasilianischem Temperament wird uns hoffentlich gut tun“, sagt Bergmann.

Das neu verpflichtete Trio für Annahme/Außen besteht aus Anika Brinkmann, Nele Barber und Adeja Lambert. Mit Brinkmann kehrt eine alte Bekannte zurück nach Münster, die „mittlerweile eine gereifte Spielerpersönlichkeit ist und bei einem Top-Klub in Griechenland eine tragende Rolle gespielt hat“, sagt Bergmann über die 34-Jährige. Barber spielte vor ihrem Wechsel nach Münster in verschiedenen Colleges in den USA sowie beim VC Wiesbaden und dem SSC Palmberg Schwerin. „Bei uns hat sie die Chance, sich in den Fokus zu spielen“, sagt Bergmann.  Auch für Lambert, die Dritte im Bunde, sieht Bergmann eine „gute Zukunft beim USC. Noch ist Adeja dabei, sich an den doch anderen Spielstil in der Bundesliga zu gewöhnen.“ Ihre Athletik und gute Lernfähigkeit werden ihr dabei sicherlich helfen, so der Sportliche Leiter des USC.

VCW-Trainer Sossenheimer musste nach den Verletzungen von Lisa Stock und Julia Wenzel reagieren. Justine Wong-Orantes besetzt dabei die Libera-Position neu und Marijeta Runjic den Außenangriff. Mit Ashley Evans auf der Zuspiel-Position und Anna Wruck im Mittelblock ergänzen zwei US-Amerikanerinnen das Team. Pauline Schultz schafft den Sprung aus der zweiten Mannschaft und wird zweite Zuspielerin.

Als Saisonziel formuliert Sossenheimer für seine Mannschaft „die Play-Offs - und dann sehen wir weiter“. Beim USC wäre Bergmann froh, „wenn wir die ganze Saison vor Publikum spielen könnten und wenn in der Mannschaft und im Umfeld alle gesund bleiben!“ Auf der sportlichen Seite wünscht er sich, „dass wir möglichst schnell als Mannschaft zusammenwachsen und unser maximales Potential ausschöpfen können“.

Quelle VBL

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