Die deutschen Stars im Ausland
"Ich gehe in das dritte Spiel, als wenn es 0:0 steht“
China
Georg Grozer steht nach den Meisterschaften in Deutschland, Russland und Polen erneut vor dem Titelgewinn. Dieses Mal in China mit seinem Verein Schanghai. Nach zwei Partien in der Best of Five-Serie heißt es 2:0 (3:2 und 3:0) gegen Peking, d.h. bereits am 16. März kann der Titel perfekt gemacht werden. „Das 2:0 ist natürlich bombastisch, beide Spiele waren sehr eng. Es macht Spaß, wieder ein Finale zu spielen, aber wir sind noch nicht Meister. Ich gehe in das dritte Spiel, als wenn es 0:0 steht“, so der „Hammerschorsch“. In Spiel eins siegte Schanghai im fünften Satz 15-12 in Peking (Grozer machte 20 Punkte), das zweite Spiel ging 25-23, 31-29, 29-27 (Grozer mit 9 Punkten) aus.
Georg Grozer (Fudan University Shanghai)
Italien
Denys Kaliberda steht mit seinem Verein Civitanova im Halbfinale um die Meisterschaft. Der Klub hatte souverän die Normalrunde gewonnen und siegte auch in den Viertelfinals gegen Valentia ungefährdet 3:0 und 3:0. Kaliberda kam jedoch nicht zum Einsatz, dies könnte sich im Halbfinale gegen Modena (Best of Five) ändern. Dagegen ist die Saison für Christian Fromm und Simon Hirsch beendet. Das DVV-Duo schied mit Monza im Viertelfinale erwartungsgemäß gegen Trento (0:3 und 0:3) aus, Fromm überzeugte dennoch mit Angriffsquoten von über 50%, Hirsch wurde in der zweiten Partie eingewechselt und lieferte dort ebenfalls gute Werte ab.
Christian Fromm, Simon Hirsch (Volley Monza)
Denis Kaliberda (Cucine Lube Civitanova)
Polen
27 von 30 Normalspieltagen sind in der polnischen Männerliga absolviert, und es sieht so aus, dass mehrere DVV-Nationalspieler nach dem Titel greifen. Jochen Schöps (Rzeszow) liegt auf Platz zwei, Lukas Kampa, Sebastian Schwarz und Salvador Hidalgo (Wegiel) sind Dritte. Rzeszow hat sieben Punkte Vorsprung auf Platz fünf, Wegiel fünf. Zur Erläuterung: Um die Meisterschaft spielen in dieser Saison nur die ersten vier Teams der Normalrunde. Schöps kommt in seinem Verein immer besser zum Zug und punktet regelmäßig mit einer Quote von über 50% im Angriff. Marcus Böhme (Lubin) wird die Normalrunde aller Voraussicht nach als Sechster beenden und im Anschluss um einen Europapokalplatz kämpfen.
Die polnische Frauenliga spielt nach dem gleichen Modus, und Heike Beier (Lodz) hat sich vorzeitig die Halbfinal-Teilnahme gesichert. Spätestens durch den 3:1-Sieg gegen Police – es war die erste Niederlage des Tabellenführers – muss Lodz ernsthaft als Titelanwärter gehandelt werden. Kathleen Weiß und Dabrowa Gornicza haben bei sechs Punkten Rückstand auf Platz vier nur noch theoretische Chancen, das Halbfinale zu erreichen. Mannschaft der Stunde ist Bielsko-Biala, das sich mit Zuspielerin Magdalena Gryka vom letzten Tabellenplatz bis auf Platz zehn hochgespielt hat. Am Wochenende gelang ein 3:2-Sieg gegen den Vierten Rzeszow.
Jochen Schöps (Asseco Resovia Rzeszow)
Lukas Kampa, Salvador Hidalgo, Sebastian Schwarz (Wegiel)
Marcus Böhme (Cuprum Lubin)
Magdalena Gryka (Bielsko-Biala)
Heike Beier (Budowlani Lodz)
Kathleen Weiß (MKS Dabrowa Gornicza)
Tschechische Republik
Nach dem mit 2:3 verlorenen Pokalfinale unterlag das bis dahin ungeschlagene Prostejov mit Laura Emonts und Mareike Hindriksen auch in der Liga zweimal. Nun hat sich der tschechische Abonnementmeister wieder gefangen und kann sich auf die Finalserie vorbereiten. Gegner dort ist aller Voraussicht nach Oloumuc, der Finalgegner im Pokal…
Mareike Hindriksen, Laura Emonts (Agel Prostejov)
Österreich
Seit dieser Saison spielt Leonhard Tille in Österreich für das Waldviertel Volleyball Team. Und die Kooperation passt hervorragend: Als Dritter schloss die Mannschaft die Normalrunde ab, das Playoff-Viertelfinale wurde souverän gewonnen. Nun geht es im Halbfinale (Best of Five) gegen Innsbruck, das erste Spiel steigt am 15. März.
Leonhard Tille (Waldviertel Volleyball Team)
"Es ist gesetzlich verankert, dass Olympiakos- und Panathinaikos-Fans nicht in einer Halle sein dürfen.“
Türkei/Griechenland
Bisher ist es eine ganz starke Saison für Saskia Hippe (Piräus). Pokalsieg, Tabellenführung und Halbfinal-Einzug im europäischen Challenge Cup lauten die Fakten. Im Europapokal geht es gegen Krasnnoyarsk (RUS), ein Finaleinzug wäre sicherlich eine Überraschung. In der Meisterschaft zählt nur der Titel, größter Konkurrent dürfte der Tabellen-2. Athen mit Jana-Franziska Poll sein. Die ersten Vier spielen das Halbfinale (Best of Three), das Finale geht maximal über fünf Spiele. Und sollten dort die Erz-Rivalen Piräus und Athen aufeinander treffen, gibt es klare Regeln: „Weil die Fans sich prügeln würden - einmal ist das passiert, das Spiel wurde abgebrochen - ist es gesetzlich verankert, dass Olympiakos und Panathinaikos Fans nicht in einer Halle sein dürfen“, weiß Poll zu berichten.
In Liga zwei der Türkei spielt Lisa Izquierdo mit ihrem Klub Anakent um den Aufstieg in die Eliteklasse. Anakent belegte nach der Normalrunde Platz drei in der der zweigeteilten 2. Liga, in der nun die jeweils besten vier Teams der zwei Ligen einen Aufsteiger in die starke türkische 1. Liga ermitteln.
Lisa Izquierdo (Samsun Anakent)
Saskia Hippe (Olympiakos Piräus)
Jana-Franziska Poll (Panathinaikos Athen)
Frankreich
Das war ein ganz, ganz bitterer Tag für Béziers Volley mit Lena Möllers und Berit Kauffeldt. Als Favorit reiste der Vierte der französischen Liga zum Pokalfinale nach Clermont-Ferrand gegen den Achten Venelles an, wo der erste Titel der Vereinsgeschichte geholt werden sollte. Als „geprügelte Hunde“ ging es nach einem 2:3 (25-12, 17-25, 25-22, 22-25, 15-17) zurück. Eine zweimalige Satzführung und sensationelle 46 Punkte von Außenangreiferin Isabelle Haak reichten nicht. Der Frust war riesengroß, wie Kauffeldt ganz offen in ihrem Blog schreibt. Bleibt die Konzentration auf die Playoffs, die bereits drei Spieltage vor Normalrundenende locker erreicht sind.
Die Meisterschaft ist das große Ziel von Philipp Collin und Tours. Drei Spieltage vor Normalrundenende liegt der Spitzenklub auf Platz drei, einen Zähler hinter dem Zweitplatzierten. Collin ist Stammspieler und will in Frankreich nach dem Double von 2014 wieder einen Titel holen.
Im Soll liegt weiterhin Rennes Volley mit Björn Höhne in der zweiten Liga. Auf Rang zwei sind die Playoffs bereits sicher, diese werden von den ersten acht Teams mit Viertel-, Halb- und Finale gespielt. Der große Sieger spielt dann 2017/18 in der ersten Liga.
Philipp Collin (Tours VB)
Björn Höhne (Rennes)
Lena Möllers, Berit Kauffeldt (Béziers Volley)