Allianz MTV Stuttgart holt den Titel

Allianz MTV Stuttgart holt den Titel Foto Conny Kurth: DVV-Pokalsieger 2017 - Allianz MTV Stuttgart. Der Allianz MTV Stuttgart hat in einem dramatischen Spiel den DVV-Pokal 2017 gewonnen: Die Stuttgarterinnen setzten sich nach einem 0:2-Satzrückstand und einer Spielzeit von 132 Minuten vor 10.143 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena 3:2 (22-25, 21-25, 25-23, 25-15, 15-12) gegen den SSC Palmberg Schwerin durch. Für die Stuttgarterinnen war es nach 2011 und 2015 der dritte Erfolg im DVV-Pokal. Punktbeste Spielerinnen waren Michaela Mlejnkova (20) und Renata Sandor (19) bei Stuttgart sowie Louisa Lippmann (23) und Jennifer Geerties (16) bei Schwerin.
Foto Conny Kurth: Packende Duelle am Netz lieferten sich die Frauen-Teams.
Foto Conny Kurth: Packende Duelle am Netz lieferten sich die Frauen-Teams.

Schwerin zwei Sätze dominant

Stuttgart erwischte gegen Schwerin den besseren Start, machte den ersten Punkt. Doch dann verlief das Spiel zunächst recht ausgeglichen. Kein Team konnte sich im ersten Satz entscheidend absetzen. Nachdem Stuttgart lange in Führung gelegen hatte, erkämpfte sich Palmberg Schwerin durch zwei Punkte von Jennifer Geerties plötzlich die 24:22-Führung. Ariel Gebhardt entschied schließlich den ersten Durchgang zu Gunsten des Bundesliga-Tabellenführers. Stuttgarts Libera Wanna Buakaew hechtete dem Ball zwar hinterher, konnte ihn aber nicht im Spiel halten.

Der SSC Palmberg nahm den Schwung mit in den zweiten Durchgang. Das Team von Trainer Felix Koslowski erarbeitete sich zu den technischen Auszeiten einen 8:3- und 16:10-Vorsprung. Besonders Louisa Lippmann und Jennifer Geerties blieben dabei aus Sicht der Volleyballerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern Punktegaranten. Die Entscheidung im zweiten Satz ließ dennoch etwas auf sich warten. Denn Palmberg Schwerin benötigte gleich acht Satzbälle, bis Geerties den Durchgang mit 25:21 abschloss.

Mit Kocar kam die Wende

Stuttgart steckte nicht auf. In Abschnitt drei gelang beim Stand von 8:7 zur technischen Auszeit die Führung. Karmen Kocar agierte jetzt als Zuspielerin und Diagonalangreiferin Deborah van Daelen spielte sich in einen regelrechten Rausch, sodass ihr Team auf 17:9 davonzog. Es wurde noch einmal knapp, aber die Allianz-Volleyballerinnen entschieden den dritten Satz mit einem Angriff über Jennifer Pettke mit 25:23 für sich.

Das Selbstbewusstsein beim Allianz MTV war jetzt zurück. Die Spielerinnen des Supercup-Gewinners kamen im vierten Durchgang durch Renata Sandor und Michaela Mlejnkova (die Außenangreiferin steuerte 20 Punkte bei) immer häufiger zum Erfolg. Der zweite Satzball führte schließlich zum 25:15. Tiebreak!

„Die Spielerinnen von der Bank haben das Spiel gedreht. Wir machen jetzt Party im Bus und in Stuttgart!“

Valerie Nichol (Spielerin Stuttgart)

Stuttgart biegt sofort auf Siegerstraße

Jetzt war der Allianz MTV Stuttgart nicht mehr zu bremsen. Über 6:1, 10:5, 14:10 dominierte die Mannschaft den entscheidenden Satz, vor allem im Aufschlag-Annahmebereich hatten die Stuttgarterinnen Vorteile und kam zum Matchball, den Außenangreiferin Sandor verwandelte.

Stimmen zum Spiel

Stuttgart

Guillermo Hernandez (Trainer): „Wir sind sehr glücklich, das entspannt die Saison. Das Fünfsatzspiel war ein anderes als in der Liga, weil wir jetzt von einem 0:2-Satzrückstand zurückgekommen sind. Das hat uns enorm gepusht. Der Schlüssel war, dass wir die Rotation geändert haben und zwei neue Spielerinnen gebracht haben. Kiki (Karmen Kocar, Anm. d. Red.) hat super gespielt, Schwerin hatte keine Informationen über sie, weil sie diese Saison quasi noch gar nicht gespielt hat.“

Jennifer Pettke: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt daran gedacht, zum zweiten Mal das Finale in Mannheim zu verlieren. Als ich reinkam, habe ich gesagt: Wir können das drehen!“

Karmen Kocar: „Der Schlüssel war: Teamwork!“

Schwerin

Felix Koslowski (Trainer): „Wir haben zwei Sätze sehr gut gespielt und waren deutlich überlegen im Bereich Aufschlag-Annahme und damit auch im Block. Wir hätten auch 3:0 gewinnen können, dann hat sich im dritten Satz und in der Folge das Momentum gedreht. Stuttgart ist aggressiver und risikoreicher geworden, mit ihrer erfahrenen Zuspiel Kocar haben sie den Rhythmus des Spiels geändert.“ 

Maren Brinker: „Das ist eine sehr bittere Niederlage, weil es danach aussah, dass wir die Katze im Sack hatten. Wir haben zwei Sätze dominiert, aber bereits am Ende des zweiten Satzes kam Stuttgart in einen Flow. Wir haben zu spät realisiert, dass wir mehr riskieren müssen!“

Denise Hanke: „Das muss ich erst einmal sacken lassen, das ist extrem schwierig. Stuttgart hat den Rhythmus gewechselt und sehr viel Druck im Aufschlag gemacht. Die Qualität dort ist vorhanden, und wenn zwei Teams so eng beieinander sind, kann alles passieren!“