DVV-Männer souverän ins Viertelfinale

DVV-Männer souverän ins Viertelfinale Foto CEV: Denis Kaliberda und die DVV-Männer zogen ohne Niederlage in das EM-Viertelfinale ein. Souverän zum Gruppensieg und ins Viertelfinale! Die DVV-Männer haben mit dem dritten Sieg im dritten Spiel bei der EM in Polen den Sprung unter die acht besten Teams erreicht, gegen die Slowakei hieß es in Stettin 3:0 (25-18, 26-24, 25-23). Punktbeste Spieler waren Christian Fromm (12), Marcus Böhme (10) und Simon Hirsch (8). Am 29. August erfolgt die Anreise in den Viertelfinalort Kattowitz, wo am 31. August (Uhrzeit noch offen, live bei SPORT1+, Gegner noch unklar) das Viertelfinale steigt.

"Wir können glücklich sein, 3:0 gewonnen zu haben und jetzt zwei Tage frei zu haben!“

Denis Kaliberda

Böhme sichert ersten Satz

Bundestrainer Andrea Giani veränderte seine Startformation aus den zwei vorangegangenen Partien auf zwei Positionen. Marcus Böhme und Simon Hirsch begannen anstelle von Tobias Krick und Georg Grozer und standen an der Seite von Lukas Kampa, Michael Andrei, Denis Kaliberda, Christian Fromm und Julian Zenger. Der Start verlief blendend, Kaliberda und Böhme blockten jeweils im Einerblock, ein Angriffsfehler der Slowaken bedeutete das 3-0. Zwar glichen diese kurze Zeit später aus (4-4), doch dann sorgten Andrei per Block und Kaliberda per Rückraum-Angriff wieder für die Drei-Punkte-Führung (8-5). Die DVV-Auswahl wirkte konzentriert und geduldig und punktete auch aus Sicherung oder Abwehr, die Führung blieb stabil (16-13). Nach Böhme wechselte Giani mit Moritz Karlitzek den zweiten Spieler ein, der erstmals in Stettin auf dem Feld stand. Der 21-Jährige fügte sich stark ein, sein Aufschlag führte zum 19-15. Als der Tabellenführer auf 22-16 stellte, war die Vorentscheidung gefallen, ein slowakischer Aufschlagfehler bedeutete die Satzführung. Ein ganz starker Böhme (6 Punkte) war Garant für den Satz, der erfahrenste deutsche Spieler sicherte die Netzhoheit. Zudem unterliefen den Slowaken sehr viele Fehler (12).

Der dritte Satzball sitzt

Es ging unverändert auf deutscher Seite weiter, sowohl personell als auch zunächst spielerisch. Hirsch punktete im Angriff, Fromm „pflückte“ sich den Diagonalangreifer im Einerblock (6-2). Dann durchlief der WM-Dritte von 2014 jedoch eine Schwächephase, die zur erstmaligen Führung der Slowaken führte (8-10). Die Annahme „wackelte“, die Angreifer hatten Probleme zu punkten. Zwei Blockpunkte (Andrei & Hirsch) sorgten für den Weckruf – das deutsche Team wirkte nun wieder fokussierter (14-14). Doch auch eine Zwei-Punkte-Führung nach einem schönen Kampa-Block gab keine Sicherheit, die Slowaken hatten das deutsche Team ein wenig „eingeschläfert“ (20-21). Eine Rettungsaktion des deutschen Kapitäns war Grundlage für den erneuten Führungswechsel, Fromm holte mit einem Angriff über den Dreierblock Satzbälle (24-22). Die Slowaken wehrten beide ab und „schenkten“ per Fehlaufschlag den dritten. Und der war´s, weil der Schiedsrichter ein Übergreifen des gegnerischen Zuspielers pfiff. Große Probleme in der Annahme und daraus resultierend ein sehr lesbares Angriffsspiel waren die Gründe für den sehr „engen“ Satz. Kurios: Auf deutscher Seite punkteten per Angriff nur Fromm (8) und Hirsch (7).

Foto CEV: War bei seinem ersten EM-Einsatz gleich voll da: Marcus Böhme.
Foto CEV: War bei seinem ersten EM-Einsatz gleich voll da: Marcus Böhme.

Pflichtsieg ist perfekt

Tobias Krick und Ruben Schott für Andrei und Kaliberda. So lauteten die Umstellungen für den dritten Satz. Schott fügte sich gleich sehenswert mit zwei Angriffspunkten ein, da aber auch die Slowaken beständig aus der Annahme punkteten, ging es mit 8-7 in die technische Auszeit. Der in der nächsten Saison für Mailand schmetternde Schott war es, der mit zwei weiteren Angriffsaktionen erhöhte (16-13). Jan Zimmermann kam erstmals im Zuspiel zum Zug und führte die DVV-Männer zu den letzten Punkten in Stettin. Ein slowakischer Aufschlagfehler machte den Erfolg, Gruppensieg und Viertelfinaleinzug perfekt. Der Sieg war ein Pflichtsieg, für den das deutsche Team sicherlich keinen Schönheitspreis gewann. Giani nutzte die Gelegenheit, viele Spieler EM-Luft schnuppern zu lassen.

„Wir können sehr zufrieden sein. Wir liegen oberhalb von unseren Erwartungen!"

Heinz Wübbena (Vize-Präsident Volleyball im DVV)

Stimmen

Andrea Giani: „Ich bin zufrieden. Wir haben gewechselt, und die Jungs haben als Team gespielt. Es war wichtig, dass Georg Grozer eine Pause bekommt, das nächste Spiel ist sehr wichtig. Außerdem ist es wichtig, dass Spieler wie Marcus Böhme, Simon Hirsch oder Jan Zimmermann Spielpraxis bekamen – wir benötigen alle Spieler.“

Jan Zimmermann: „Es war nur ein Kurzeinsatz, aber es hat Spaß gemacht, ein bisschen ins Spielgeschehen einzugreifen. Es war kein schönes Spiel, aber erfolgreich. Wir haben umgestellt, variiert, um auch Kräfte einzuteilen – so sah es dann auch aus. Für Georg, Kalli, Lukas und Frommi ist es schon wichtig, noch einen Tag mehr frei zu haben. Wir werden sicherlich ein wenig an die frische Luft gehen, aber keinen langen Spaziergang machen, um mal etwas anderes zu sehen als Halle und Hotel.“

Denis Kaliberda: „Es ist nicht einfach, so ein Spiel zu spielen. Wir müssen gewinnen, für die geht es um nichts. Wir können glücklich sein, 3:0 gewonnen zu haben und jetzt zwei Tage frei zu haben! Ob es ein Vorteil ist, weiß ich nicht. Der Gegner ist im Rhythmus, wir erholter. Wir werden einen normalen Tagesablauf haben mit Training und Physiotherapie. Es ist schön nach Kattowitz zurückzukommen, ich freue mich drauf. Die Halle hat uns gutgetan. Ich kriege ein bisschen Gänsehaut, wenn ich an die Halle denke, das war eine sehr schöne Erinnerung in meiner Volleyball-Karriere. Wenn wir es nochmals schaffen, wäre es cool. Es wäre schon schön, wenn wir unser eines Spiel in Kattowitz in gewinnen.“

Marcus Böhme: „Jetzt bin ich auch bei der EM angekommen! Es war cool, mal wieder zu starten und mit einer relativ soliden Leistung das Spiel zu gestalten. Wichtig war, dass wir uns am Ende der zwei Sätze wieder rausziehen konnten. Es ist cool, wieder in die Halle zu kommen, und wenn dann die alten Erinnerungen hoch kommen. Hoffentlich können wir an das anknüpfen und noch mehr diesen Meisterschafts-Charakter in die Köpfe zu bekommen.“

Heinz Wübbena (DVV-Vizepräsident Volleyball): „Wir können sehr zufrieden sein. Wir liegen oberhalb von unseren Erwartungen. Die Mischung aus jungen und älteren Spielern hat verstanden, was Andrea von ihnen will – es wächst etwas zusammen. Ich habe im Vorfeld der Belgien-Spiele mit Andrea gesprochen. Wir haben es mit einem Kultur- und Mentalitätswechsel zu tun, das hat er sehr überzeugend geschildert. Und ich bin mit einem sehr guten Gefühl von Bremen weggefahren, und das haben die Jungs hier in Stettin bestätigt.“

25.08.:CZE – SVK 3:1GER – ITA 3:2
26.08.:spielfrei
27.08.:SVK – ITA 0:3CZE – GER 0:3
28.08.:SVK – GER 0:3ITA – CZE (20.30)
Die aktuelle Tabelle
1. GER3:0-Siege8 Punkte9:2-Sätze
2. ITA1:1-Siege4 Punkte5:3-Sätze
3. CZE1:1-Siege3 Punkte3:4-Sätze
4. SVK0:3-Siege0 Punkte1:9-Sätze
NamePositionAlterVereinLänderspieleEM-Teilnahmen
Lukas KampaZuspiel30Wegiel/POL1713
Jan ZimmermannZuspiel24Poitiers/FRA681
Marcus BöhmeMittelblock31Lubin/POL2534
Tobias KrickMittelblock18United Volleys RM190
Michael AndreiMittelblock32SWD pv Düren451
Noah BaxpöhlerMittelblock24SVG Lüneburg20
Georg GrozerDiagonal32Nowosibirsk/RUS1585
Simon HirschDiagonal25Monza/ITA510
Denis KaliberdaAußenangriff27Ankara/TUR1553
Christian FrommAußenangriff27Izmir/TUR1232
Ruben SchottAußenangriff23Mailand/ITA380
Linus WeberAußenangriff17VC Olympia Berlin00
Moritz KarlitzekUniversal21United Volleys RM20
Julian ZengerLibero19United Volleys RM210
Durchschnittswerte25,079,01,4