International (F/M): Die deutschen Stars im Ausland - Schöps und Brinker im Halbfinale
Fast alle internationalen Ligen sind in der finalen Phase, den Playoffs. Wie schlagen sich die deutschen Stars im Ausland, wer hat Chancen auf die Meisterschaft, wem droht der Abstieg? Fragen über Fragen, wir wollen mit einem Überblick von den aktuell 28 Akteuren sowie zwei Bundestrainern, die ihr Geld im Ausland verdienen und die deutschen Farben vertreten, Antworten geben.
Italien
Im Viertelfinale der italienischen Meisterschaft („Best of Three“) kommt es zum Duell zwischen Denis Kaliberda (Piacenza) und Christian Fromm (Città di Castello). Piacenza schloss die Normalrunde auf Platz zwei ab, nachdem am letzten Spieltag Platz eins durch ein 0:3 gegen Macerata an den Gegner ging. Aufsteiger Città di Castello etablierte sich auf Anhieb in der Liga, auch dank eines konstant starken Fromms. Dem widerfuhr eine besondere Ehre, denn der Außenangreifer wurde in das "Septett" der Normalrunde gewält. Dritter Deutscher im Viertelfinale ist Lukas Kampa (Modena), der als Fünfter auf den Vierten Trento trifft. Das erste Viertelfinale steigt am 27. März. Dagegen verpasste Patrick Steuerwald (Calabria) das Playoff-Viertelfinale nach einer schwächeren Rückrunde als Vorletzter deutlich. Da es in dieser Saison jedoch keine Absteiger gibt, kann Steuerwald den abschließenden Playoffs um Platz fünf (diese Runde wird von den Viertelfinal-Verlierern und den Teams auf den Plätzen neun bis zwölf gespielt) gelassen entgegen blicken.
Bei den Frauen sind noch drei Spieltage der Normalrunde zu absolvieren: Die DVV-Nationalspielerinnen Berit Kauffeldt (Conegliano, Zweite), Kathleen Weiß (Bergamo, Dritte) und Lena Möllers (Novara, Sechste) sind klar auf Playoff-Kurs. Nachdem das DVV-Trio zuletzt kaum spielte, war es Zuspielerin Weiß, die ihrem Klub beim 3:2-Sieg gegen Urbino ab dem zweiten Satz wichtige Impulse gab.
Denis Kaliberda (Copra Elior Piacenza)
Christian Fromm (Città di Castello Pallavolo)
Lukas Kampa (Casa Modena)
Patrick Steuerwald (Tonno Callipo Calabria)
Berit Kauffeldt (Imoco Conegliano)
Kathleen Weiß (Foppapedretti Bergamo)
Lena Möllers (Agil Novara)
Russland
Nach dem Pokalsieg und dem Triumph in der Champions League wollen Georg Grozer und Belgorod die perfekte Saison mit dem Gewinn der Meisterschaft. Doch noch muss sich der DVV-Star gedulden, denn es sind noch fünf Spieltage in der Normalrunde zu absolvieren. Als Zweiter hat Belgorod seinen Platz unter den ersten sechs Teams sicher, diese sind für das Viertelfinale gesetzt. Die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn ermitteln zuvor die beiden letzten Viertelfinalteilnehmer. In diesen Pre-Playoffs dürfte auch Björn Andrae (Kemerovo) als aktueller Neunter landen, zuletzt landete der Klub einen wichtigen 3:2-Sieg mit 16 Punkten von Andrae.
Sollte Salvador Hidalgo (Samotlor) in der nächsten Saison weiterhin für seinen aktuellen Klub spielen, dann dürfte das auch in der ersten russischen Liga sein. Denn Samotlor führt die 2. Liga mit großem Vorsprung an und benötigt aus den ausbleibenden acht Partien ganze zwei Siege oder sechs Punkte, um den Aufstieg perfekt zu machen. Für noch mehr Aufsehen sorgte Hidalgo zuletzt per Twitter, als er den FIVB-Präsidenten Dr. Ary Graca direkt anschrieb und ihn um eine Stellungnahme bat, warum Hidalgo nicht für die deutsche Nationalmannschaft spielen kann. Antwort offen!
Björn Andrae (Ural Ufa)
Georg Grozer (Belogorie Belgorod)
Salvador Hidalgo (Yugra Samotlor)
Polen
Titelverteidiger Rzeszow mit DVV-Kapitän Jochen Schöps steht im Halbfinale um die Meisterschaft. Rzeszow siegte locker in drei Spielen gegen Kielce und gab keinen Satz ab. Im Halbfinale wartet nun Kedzierzyn-Kozle. Dagegen bleibt das Halbfinale für Dirk Westphal (Radom) wohl nur ein Traum, in der Viertelfinalserie liegt sein Klub 0:2-Spiele gegen Favorit Wegiel zurück.
Bundestrainer Vital Heynen ist in der Playoff-Runde der Plätze neun bis zwölf mit einem Sieg gegen Czestochowa gestartet und benötigt nur noch einen Sieg um Platz neun zu belegen.
Nachdem es mit dem polnischen Pokal nichts wurde, strebt Maren Brinker (Wroclaw) die Meisterschaft an. Der Klub liegt auf Kurs, Wroclaw erreichte mit drei 3:0-Siegen gegen Muszynianka das Halbfinale, dort ist in der „Best of Five“-Serie Sopot der Gegner. Dagegen kam für Heike Beier (Bielsko Biala) im Viertelfinale das Aus. Gegen Gornicza wurde die Serie überraschend deutlich in drei Spielen verloren. Dennoch ist die Saison noch nicht beendet, nun geht es darum, Platz fünf zu sichern, der einen Startplatz im Europapokal bringt.
Jochen Schöps (Asseco Resovia Rzeszow)
Dirk Westphal (Czarni Radom)
Vital Heynen (Transfer Bydgoszcz)
Maren Brinker, Magdalena Gryka (Impel Wroclaw)
Heike Beier (BKS Aluprof Bielsko Biala)
Türkei
Nachdem die Wiederholung des Tripples nicht mehr möglich ist, strebt Vakifbank Istanbul mit Christiane Fürst und Giovanni Guidetti das Double aus Meisterschaft und Pokal an. Beides ist absolut möglich, in der Liga ist der Klub kurz vor Normalrundenende Erster, im Pokal steht das DVV-Duo im Halbfinale. Die gleichen Ziele strebt auch Denise Hanke (Eczacibasi Istanbul) in ihrer Premierensaison in der Türkei an. Als Dritter in der Meisterschaft und ebenfalls im Pokal-Halbfinale dürfte es mit den beiden anderen Top-Klubs aus Istanbul, Fenerbahce und Galatasaray, einen harten Vierkampf um die zwei nationalen Titel geben.
Auch Marcus Popp könnte mit seinem Klub Milli Piyango aus Ankara noch zwei Titel holen. Denn wie seine deutschen Kolleginnen steht auf der DVV-Außenangreifer im Viertelfinale der Playoffs (als Sechster) und im Pokal-Halbfinale. Doch es gibt einen Unterschied: Milli Piyango ist nicht Favorit, bereits das Überstehen des Viertelfinals (nur Hin- und Rückspiel) gegen den Dritten İST. B.ŞEHİR BLD. wäre eine Überraschung.
Christiane Fürst, Giovanni Guidetti (Vakifbank Istanbul)
Denise Hanke (Eczacibasi Istanbul)
Marcus Popp (M. Milli Piyango Ankara)

Foto www.lnv.fr: Lukas Bauer, Kapitän in Sete, liegt mit seinem Klub klar auf Playoff-Kurs.
Frankreich
Zwei Spieltage vor Normalrundenende haben Philipp Collin (Tours) als Zweiter, Markus Steuerwald (Paris) als Dritter und Lukas Bauer (Sete) als Sechster ihren Playoff-Platz der besten acht Teams sicher. Es kann allerdings noch zu Verschiebungen kommen, vor allem Tours drängt mit Macht auf Platz eins (ein Zähler Rückstand), nachdem der Klub mit sechs Punkten Abzug bestraft wurde. Für zwei weitere Nationalspieler geht es um das „nackte“ Überleben, den Klassenerhalt: Simon Tischer (Lyon) hat sich mit seinem Klub nach oben gekämpft und liegt als Elfter drei Zähler vor Platz 13, dem ersten Abstiegsplatz. Auf diesem rangiert derzeit noch Michael Andrei (St-Nazaire) und ausgerechnet am vorletzten Spieltag kommt es zum direkten Aufeinandertreffen.
Philipp Collin (Tours VB)
Markus Steuerwald (Paris Volley)
Simon Tischer (Asul Lyon Volley)
Lukas Bauer (Arago de Sete)
Michael Andrei (St-Nazaire)
Aserbaidschan
Die überschaubare Liga in Aserbaidschan mit sechs Teams (allesamt aus Baku) sollte eigentlich in 20 Spieltagen absolviert werden. Nun wurde dies aber auf 15 reduziert, ob es danach noch Playoffs gibt, steht nicht fest… Die drei deutschen Nationalspielerinnen Margareta Kozuch, Lisa Thomsen (Azeryol) und Lenka Dürr (Igtisadchi) liegen nach elf Spieltagen punktgleich auf den Plätzen zwei und drei und vier Zähler hinter Tabellenführer Rabita.
Lenka Dürr (Igtisadchi Baku)
Margareta Kozuch, Lisa Thomsen (Azeryol Baku)
Qatar
Nachdem Christian Pampel mit seinem Verein El Jaish relativ schwer in die Saison gestartet war (5:3-Siege), kassierte das Team in den anschließenden elf Partien nur noch eine Niederlage und ist aktuell auf Platz drei und lediglich einen Punkt hinter der Tabellenspitze. Zu Veränderungen kann es noch an den beiden letzten Normalrundenspieltagen kommen, da die ersten Vier in direkten Duellen aufeinander treffen. Die vier Erstplatzierten spielen dann im April den ersten Cup, im Mai dann alle elf Teams der Liga den zweiten. Pampel ist weiterhin einer der besten Scorer der Liga, auch wenn „ich um den Jahreswechsel einen kleinen Hänger hatte. Jetzt läuft es aber wieder, auch wenn es ausgeglichener und schwerer geworden ist“, so der Ex-Nationalspieler.
Christian Pampel (El Jaish)
Rumänien
Sebastian Krause hatte sich Anfang Januar dem rumänischen Top-Verein Zalau angeschlossen. Mit diesem schloss er die Normalrunde auf Platz drei ab, sodass es im Viertelfinale gegen den Sechsten Baia Mare („Best of Three“) ging. Die Serie wurde knapp mit 2:1-Spielen gewonnen.
Sebastian Krause (A.C.S. Volei Municipal Zalau)