Frauen-WM: Niederlage gegen starkes China – 0:3 zum Auftakt in Triest

Frauen-WM: Niederlage gegen starkes China – 0:3 zum Auftakt in Triest Alles Strecken half nichts: Gegen China gab es die dritte WM-Niederlage in Folge für das deutsche Team

Nächster Rückschlag für die DVV-Frauen: Im ersten Spiel der zweiten WM-Zwischenrunde gegen China kassierte das deutsche Team eine 0:3 (16-25, 23-25, 23-25)-Niederlage und verliert Platz drei in Gruppe E, der zum Einzug in das Final-Six in Mailand berechtigt, immer mehr aus den Augen. Mittlerweile beträgt der Rückstand sechs Punkte, bei noch drei ausstehenden Partien. In der Tabelle bleiben die Schmetterlinge erst einmal auf dem letzten Platz. Gleichzeitig war es für Deutschland auch die dritte Niederlage in Folge bei der WM, die trotz einer starken kämpferischen Leistung nicht verhindert werden konnte. Weitere Gegner in der Vorrunde sind Japan (02.10. um 17.10 Uhr), Belgien (04.10. um 17 Uhr) und Aserbaidschan (05.10. um 17 Uhr).

Stimmen zum Spiel

Giovanni Guidetti: “Wir haben alles probiert, wir haben in jedem Satz bis zuletzt gekämpft, aber China ist eine sehr gute Mannschaft. Unser Angriff war viel besser, Block und Abwehr auch verbessert. Den großen Unterschied hat die Annahme gemacht. Wir haben die Punkte leider nicht gemacht, wenn sie eine schlechte Annahme hatten, aber es gab eine Reaktion von meinem Team. China kann hier um die Medaillen mitspielen, sie sind sehr stabil in allen Elementen. Trotzdem wollen wir in den letzten drei Partien an die heutige Leistung anknüpfen, dann können wir auch drei Siege holen.“

Margareta Kozuch: „Wir sind etwas verhalten gestartet und haben den ersten Satz deutlich hergegeben. In den darauffolgenden Sätzen haben wir alles versucht und unglaublich gekämpft. In den entscheidenden Momenten haben sie unsere Schwächen ausgenutzt, ich bin nach der Vorrunde aber trotzdem stolz auf die Mannschaft. Wir wollen die nächsten Tage genauso weiter spielen und noch ein paar Siege einfahren, das ist sehr wichtig.“

Christiane Fürst: „In unserem Auftreten hat sich etwas geändert, wir haben die letzten Tage viel geredet und wollten zeigen, dass wie viel besser spielen können. Kämpferisch war es eine sehr gute Leistung. Leider haben wir es nicht geschafft, uns zu organisieren, wenn wir die Möglichkeit hatten. Daran müssen wir noch arbeiten.“


Foto FIVB: Deutschland lieferte sich zwei Sätze lang ein Duell auf Augenhöhe mit China

Spielbericht
Startformation Deutschland: Kathleen Weiß, Margareta Kozuch, Christiane Fürst, Jennifer Pettke, Jennifer Geerties, Maren Brinker, Lenka Dürr

Starformation China: Ting Zhu, Junjing Yang, Qiuyue Wie, Chunlei Zeng, Yunli Xu, Ruoqi Hui, Zhan, Chen

Furioser Start von China
Mit zwei Änderungen ging Bundestrainer Giovanni Guidetti das Spiel gegen China an. Jennifer Geerties rückte für Heike Beier herein, im Zuspiel begann Kathleen Weiß für Mareen Apitz. Den besseren Start erwischten allerdings die Chinesinnen, die durch drei Angriffsfehler des deutschen Teams mit 3:0 in Führung gingen. Über eine starke Abwehr kämpften sie sich zunächst heran, um den Gegner dann doch aus den Augen zu verlieren. Mit klugen Angriffen überzeugte China auch im weiteren Verlauf des Satzes. Immer wieder schlugen sie den deutschen Block einfach an und schraubten den Vorsprung damit auf fünf Punkte nach oben (6-11). Auf deutscher Seite hatte dagegen Jennifer Geerties noch ihre Probleme und brachte nur 11% ihrer Angriffe unter. Zur zweiten technischen Auszeit wurde es langsam deutlich. Ohne ein wirkliches Rezept gegen die starke Abwehr liefen die deutschen Spielerinnen dem Rückstand hinterher. Guidetti versuchte noch einmal alles und brachte Laura Weihenmaier und Mareen Apitz rein. Am Resultat änderte sich nichts mehr, China dominierte den ersten Durchgang, der vor allem auch durch einen schwachen deutschen Angriff hergeschenkt wurde (25%) und gewann mit 25-16. Cheng Zukei bekam das deutsche Team nur schwer in den Griff, und so war es auch nicht überraschend, dass sie schon im ersten Satz auf sechs Punkte kam.

Enges Spiel im zweiten Satz
Mit deutlich mehr Entschlossenheit und Wille begannen sie den zweiten Satz, der auch völlig ausgeglichen startete (5-5). Zwei chinesische Blocks machten den engen Spielstand allerdings zunichte (5-7). Für Guidetti das Signal, im Angriff etwas zu ändern. Mit Heike Beier für Jennifer Geerties ging es nun weiter für das deutsche Team. Die Maßnahme fruchtete, mit zwei Punkten in Folge verkürzte Beier den Rückstand auf 9-11. Auch in der Block-Abwehr funktionierte es nun besser und sorgte für ein ausgeglichenes Spiel. Margareta Kozuch machte mit einem sehenswerten Angriff die Führung perfekt (16-15). Es blieb allerdings ein Satz auf Messers Schneide. Beide Teams agierten nun sicher im Side Out, wobei die deutschen Spielerinnen deutlich mehr Durchschlagskraft als in Durchgang eins hatten und die chinesische Abwehr so nicht mehr rechtzeitig zur Stelle war (19-19). Allerdings verpasste es das deutsche Team, in den entscheidenden Momenten auch einmal richtig zuzupacken und agierte immer mit dem Rückstand vor der Nase. Das chinesische Team hingegen nutzte jeden Fehler eiskalt aus und holte sich mit 23-25 auch Durchgang zwei.

China in entscheidenden Momenten besser
Mit dem 0:2-Rückstand erinnerte der Start in Satz drei an den Anfang des Spiels. Mit einer unsicheren Annahme und fehlender Durchschlagskraft im Angriff lagen sie schnell mit 3-7 in Rückstand. Mit dem Libera Wechsel Lisa Thomsen für Lenka Dürr versuchte Guidetti die unsichere Abwehr zu stärken, da die Chinesinnen Dürr zu diesem Zeitpunkt als Schwachstelle auserkoren hatten. China schien die Partie mit dem Vorsprung im Rücken schon ad ac­ta gelegt zu haben und offenbarte nun einige Probleme in der Abstimmung. Das deutsche Team nutzte die Schwächen und kam wieder heran (12-13). Das einzige Problem: Immer, wenn sich die Chance zum Ausgleich ergab, scheiterten sie im Angriff am Block oder stellten sich durch Eigenfehler ein Bein. So ging die chinesische Auswahl mit einer knappen Führung in die zweite technische Auszeit (15-16). Mit unglaublich viel Leidenschaft kämpften sie auch zum Ende zweiten Satzes, und endlich sollte der Ausgleich nach einem Drückduell am Netz zum 22-22 gelingen, ein Block stellte die Führung her (23-22). Die Entscheidung brachte ein langer Ballwechsel, den China mit einem Angriff über Ting Zhu abschloss und so den Matchball holte. Die Chinesinnen fackelten nicht lange und nutzten ihre erste Möglichkeit zum Sieg, die sich nach einem Annahmefehler auf deutscher Seite ergab.

Spielfilm

1. Satz: 2-4, 4-4, 6-8, 12-16 (Weihenmaier für Weiß), 12-17 (Kozuch für Apitz), 14-21 (Beier für Fürst), 15-22 (Kozuch für Apitz), 15-23 (Weiß für Weihenmaier), 16-23

2. Satz: 4-2, 4-4, 6-7, 7-9 (Silge für Pettke), 7-11 (Beier für Geerties), 16-15, 19-19, 23-24,

3. Satz: 2-4, 6-8, 12-13, 15-16, 21-22 (Geerties und Apitz für Brinker und Weiß), 22-23, 23-24

Statistik
GER: Aufschlag: 0 Asse & 4 Fehler / Angriff: 39% / Block: 7 Pkt
CHN: Aufschlag: 4 Asse & 8 Fehler / Angriff: 44% / Block: 7 Pkt

Der deutsche WM-Kader
Zuspiel: Kathleen Weiß (Prostejov/CZE), Mareen Apitz (Cannes/FRA)
Diagonal: Margareta Kozuch (Shanghai/CHN), Louisa Lippmann (Dresdner SC)
Mittelblock: Christiane Fürst (Eczacibasi Istanbul/TUR), Stefanie Karg (Prostejov/CZE), Wiebke Silge (USC Münster), Jennifer Pettke (VC Wiesbaden)
Außenangriff: Maren Brinker (Montichiari/ITA), Heike Beier (Bielsko-Biala/POL), Jennifer Geerties, Laura Weihenmaier (Schweriner SC)
Libero: Lenka Dürr (Azeryol Baku/AZE), Lisa Thomsen (Lokomotiv Baku/AZE)

Spielplan zweite Runde – Live im Free-TV auf SPORT1
01.10.: GER – CHN 0:3 (16-25, 23-25, 23-25)
02.10: GER – JPN um 17.10 Uhr
04.10.: GER – BEL um 17 Uhr
05.10.: GER – AZE um 17 Uhr

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