Beach World Tour: Laura Ludwig: „Wir haben uns endlich belohnt!”
Der Finalfluch ist gebannt, im zehnten Anlauf ist es Laura Ludwig gelungen, ein Finale der World Tour zu gewinnen (nochmals bei Laola1.tv zu sehen). Doch damit nicht genug: In Shanghai/CHN schrieb sie mit Kira Walkenhorst Beach-Volleyball Historie, weil es der erst deutsche Frauen-Sieg bei einem Grand Slam-Turnier war. Die Erfolge von Stephanie Pohl/Okka Rau (Marseille 2008) und Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Aland 2012) waren beides Siege bei „Open“-Turnieren. Wie sie das Turnier in Shanghai erlebt hat, wer alles gratuliert hat und wie es weitergeht, sagt Ludwig im „Interview der Woche“.
Herzlichen Glückwunsch zum ersten Sieg auf der World Tour! Der „Finalfluch“, der 2007 mit dem ersten Finale in Portugal begann, ist gebannt. Wie fühlt sich das an?
Ludwig: „Unbeschreiblich gut. Ich muss schon sagen, dass ich heftig erleichtert nach dem letzten Punkt im Finale war. Nach so langer Zeit und verdammt viel harter Arbeit, haben wir uns nun endlich belohnt!“
Es drohte „La Decima“, die zehnte Niederlage im zehnten World Tour-Finale. Wie bist du – mit diesem Wissen – in das Finale gegangen?
Ludwig: „Ehrlich gesagt, habe ich nicht daran gedacht. Ich war wieder so glücklich darüber, dass wir von Spiel zu Spiel immer besser unsere Form gefunden und sehr gute Teams auf dem Weg ins Finale geschlagen haben. Ich habe mich tierisch auf das Finale gefreut. Natürlich war eine gewisse Anspannung und Nervosität da, aber das lag eher daran, dass es ein Finale war!“
Lief etwas anders als in den Finals zuvor? Und wann warst du dir sicher: jetzt packen wir´s?
Ludwig: „Schwer zu sagen. Auf jeden Fall sind wir als Team noch mal gewachsen und haben uns gegenseitig übelst gepusht und sind selbstbewusster geworden. Erst beim 14:9 im dritten Satz habe ich mich dann getraut daran zu denken:)“

Foto FIVB: Mit wilder Entschlossenheit zum ersten Sieg auf der World Tour: Laura Ludwig.
Wie beim DM-Finale in Timmendorfer Strand 2013 regnete es in Shanghai. Ist das jetzt das typische „Ludwig/Walkenhorst-Wetter“ für große Siege?
Ludwig: „Haha... würde ich nicht sagen, wir haben auch schon sehr gute Spiele in der prallen Sonne abgeliefert. Wir lassen uns vom Wetter nicht abschrecken, und versuchen uns so gut wie möglich auf jegliche Bedingungen einzustellen.“
Und jetzt ist Shanghai – sonst nicht so geliebt von den deutschen Teams – dein/euer Lieblingsturnier?
Ludwig: „Ich sag mal so...die chinesische Kultur ist schon eine ganz andere Welt und damit muss man erst einmal klarkommen. Aber das Schöne dort ist, dass alle wirklich sehr hilfsbereit sind. Eigentlich wird es auch von Jahr zu Jahr immer angenehmer dort zu spielen. Jedoch bevorzug ich dann doch noch andere Orte.“
Deine langjährige Partnerin Sara Goller hat direkt danach per Twitter Glückwünsche geschickt. Wer aus der „Szene“ und darüber hinaus hat noch gratuliert?
Ludwig: „Ja unglaublich! Ich war überwältigt von den vielen Nachrichten. Sara hat mir auch direkt eine Whatsapp-Message geschickt, das hat mich sehr gefreut! Viele Freunde, die ganze Familie, Fans haben geschrieben, das ganze Teamumfeld mit Trainern, Manager, Physios, Ärzte, OSP, Verband. Es gab auch Nachrichten von anderen Trainern, Ex-Spieler/Innen und so weiter... Viele verdammt nette Worte dabei, ich war sehr gerührt!“
Nach dem Matchball habt ihr euch lange in den Armen gelegen. Was ging euch durch den Kopf, was habt ihr euch gesagt?
Ludwig: „Wir konnten es einfach nicht fassen! Am Flughafen haben wir uns selber auch noch mal gefragt, was wir uns gesagt haben, aber so richtig konnten wir uns nicht mehr dran erinnern... So was wie „Danke, Danke, Danke...endlich...ich kann’s nicht glauben...wie krass... Übelst grinsen, mussten wir auch!“
Foto FIVB: Erleichtert und glücklich nach dem Matchball: Ludwig (rechts) sinkt Walkenhorst in die Arme.
Du hast unmittelbar nach dem Sieg gesagt, du freust dich jetzt auf das nächste Turnier. Wo startet ihr demnächst und wann sieht man die ersten deutschen Grand Slam-Siegerinnen das erste Mal in Deutschland?
Ludwig: „In zwei Wochen geht’s nach Prag, da findet das nächste Open statt. Danach können wir uns auf den Supercup in Hamburg (31.5.-1.6., Anm. d. Red.) freuen, ich kann´s kaum erwarten, und dann folgt auch schon direkt die EM auf Sardinien.“
Was für Ziele haben Ludwig/Walkenhorst noch in diesem Jahr?
Ludwig: " Konstant gut performen, vielleicht springt da ja noch die ein oder andere Medaille bei rum:) Die EM steht auch schon bald vor der Tür, da wäre ein Treppchenplatz ein Ziel. Und den DM-Titel würden wir natürlich auch gerne verteidigen."