Beach-EM: "Es gibt einige Teams, die um den Titel mitspielen können" – Interview mit Nationalteam Borger/Büthe
Zwei Wochen vor dem Grand Slam in Berlin steht mit der Beach-Europameisterschaft vom 3. - 8. Juni in Cagliari/ITA ein weiteres Saisonhighlight im Sand auf dem Programm. Mit an Bord ist auch das Nationalteam Karla Borger/Britta Büthe, das im letzten Jahr sensationell die Vize-Weltmeisterschaft errang und dann durch eine Bauchmuskelverletzung gestoppt wurde, 2014 aber wieder voll angreifen möchte. Im Interview sprechen Britta Büthe und Karla Borger über die EM, den Verlauf der Vorbereitung und die Chancen auf eine Medaille.
Frau Büthe, im letzten Jahr mussten Sie aufgrund einer Bauchmuskelverletzung, die Sie sich während der WM zugezogen haben, bei der Europameisterschaft passen. Wie groß ist daher die Freude, in diesem Jahr wieder dabei zu sein?
Büthe: „Die EM ist in diesem Jahr definitiv einer der Saisonhöhepunkte. Meisterschaften haben immer eine ganz besondere Bedeutung und ich freue mich, dass ich dieses Mal wieder dabei sein kann!“
In der noch jungen Saison haben Sie auf der World Tour bisher zwei Turniere gespielt und sind beim Grand Slam in Shanghai und den Open in Prag auf dem fünften Platz gelandet. Wie zufrieden sind Sie mit den gezeigten Leistungen und den ersten Ergebnissen?
Borger: „Wenn man zwei Mal die Chance hat, ins Halbfinale einzuziehen und beide Male knapp verliert, dann wurmt das einen schon! Grundsätzlich sind wir aber schon glücklich mit den Ergebnissen. Zufrieden ist man natürlich nie ganz, aber genau das gibt ja immer die Motivation für das nächste Training und Spiel!“
In welchen Elementen und Bereichen sehen Sie vor allem noch Steigerungsbedarf, um sich bei der EM, aber auch im Laufe des Jahres, das ein oder andere Edelmetall um den Hals hängen zu können?
Borger: „Wir professionalisieren unser Umfeld immer weiter. Natürlich gibt es noch in einigen Bereichen Entwicklungspotential, aber gerade das macht uns ja aus und diese Bereiche wollen wir in der nächsten Zeit voll ausschöpfen!“
Erst vor ein paar Wochen gab die CEV bekannt, dass die EM nicht in Rom, sondern in Cagliari stattfindet. Hat das für Sie eine Rolle gespielt und die Vorbereitung beeinflusst?
Büthe: „Natürlich ist das nicht schön, wenn der europäische Verband, der von den Sportlern auch höchste Professionalität erwartet, so kurzfristig seine Planungen ändert. Auch Trainer, Familie und Freunde hatten schon gebucht und können zum Teil nicht umbuchen. Das ist dann nicht nur sehr ärgerlich, sondern man bleibt auch auf Kosten sitzen, die keiner übernimmt.“
Bei einem Blick auf die Vorbereitung haben Sie auf das Turnier der smart beach tour in Hamburg verzichtet. Warum?
Borger: „Das Turnier in Hamburg war für uns zu kurz noch vor der EM. Für uns hätte das aus Stuttgart einen sehr hohen Reiseaufwand und zeitliche Probleme bedeutet. Leider! Wir spielen eigentlich sehr gerne auch auf der deutschen Tour.“
Erstmals in der Geschichte sind drei Frauen Duos (Ludwig/Walkenhorst, Holtwick/Semmler, Borger/Büthe) an eins bis drei bei der EM gesetzt? Geht die deutsche Delegation auch aus Ihrer Sicht als Top-Favorit an den Start?
Büthe: „Das ist schon beeindruckend! Und auch, dass die deutsche Delegation insgesamt mit zehn Teams an den Start gehen kann – das hat dann schon fast was von Klassenfahrt ;-)“
Insgesamt werden die Teams aus Europa aber auch stärker. Wer von den anderen Nationen kann Ihrer Meinung nach um die Medaillen spielen?
Büthe: „Es gibt einige Teams, die um den Titel mitspielen können, das ist ganz eng beieinander und spannend dieses Jahr. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Teams sich untereinander schlagen können und es letztendlich auf die Tagesform ankommt!“
Ziel EM: Die Experten setzen Sie auf Position drei, aber wo sehen Sie sich selber am Ende? Wäre eine EM ohne Edelmetall eine Enttäuschung für Sie?
Borger: „In der Setzliste stehen wir auf Platz 3, das ist richtig. Letzten Endes wird das Turnier aber auf dem Spielfeld und nicht durch die Setzung entschieden.“