WM-Qualifikation: Jochen Schöps: „Alle wissen, wie hoch der Stellenwert der WM-Qualifikation ist“

WM-Qualifikation: Jochen Schöps: „Alle wissen, wie hoch der Stellenwert der WM-Qualifikation ist“ War zu einem Pressegespräch schon einmal in der MHP Arena zu Gast: DVV-Kapitän Jochen Schöps.

Seit 2003 trägt Jochen Schöps ununterbrochen das Nationaltrikot der DVV-Männer. Der 30-jährige Polen-Profi (Rzeszow) gehört auch auf dem Feld zu den Zuverlässigen und führt das deutsche Team seit Ende 2012 als Kapitän auf das Feld. Unmittelbar vor der Vorbereitung auf die WM-Qualifikation in Ludwigsburg (3.-5. Januar 2014) war „Schöpsi“ bei einem Pressegespräch in der MHP Arena, wo die deutschen Männer gegen Kroatien, Estland und die Türkei das WM-Ticket lösen möchten. Was er sagte, ist im „Interview der Woche“ zu lesen.

Du kommst gerade von deinem Verein Rzeszow in Polen zurück, am Mittwoch habt ihr noch Champions League gespielt gegen Paris mit Nationalmannschafts-Kollege Markus Steuerwald. Wie lief es?
Schöps: „Für uns lief es besser als Paris. Wir haben 3:0 gewonnen, es war ein sehr wichtiges Spiel, weil klar war, dass der Sieger weiterkommt und der Verlierer raus ist. Von daher bin ich sehr glücklich über den Ausgang.“

Direkt nach dem Gespräch geht es weiter nach Heidelberg zum Lehrgang mit den DVV-Männern. Sehnt sich der Körper und der Geist nicht nach etwas Ruhe?
Schöps: „Es geht eigentlich. Der Geist fühlt sich ganz wohl, so ein „Tapetenwechsel“ vom Klub zur Nationalmannschaft ist immer willkommen. Wie sich der Körper fühlt, wird man jetzt sehen, wie wir auch trainieren. Ich freue mich und ich glaube, die Jungs auch.“

Andererseits bietet euch die WM-Qualifikation Anfang Januar die Möglichkeit, Weihnachten zu Hause zu verbringen, auch nicht alltäglich bzw. alljährlich, oder?
Schöps: „Wir haben alle die Möglichkeiten, Weihnachten zu Hause zu verbringen, da freue ich mich sehr. Das letzte Mal war es 2007, dass ich bei meiner Familie war. Dort wird ein typisches Schöpssches Weihnachten gefeiert mit einem gemütlichen Mittagessen, dann werden Tante und Oma zum Kaffee besucht, dann geht es in die Kirche, danach folgt das typische Abendessen mit geräuchertem Lachs und dann gibt es die Bescherung – hoffentlich groß!“

Nach den beiden Länderspielen in Belgien (29./30. Dezember) reist ihr nach Ludwigsburg an und feiert Silvester dort. Wie feiert die deutsche Nationalmannschaft den Jahreswechsel?
Schöps: „Es gibt noch kein Programm. Es gab bisher die Information, dass die Familien, Freundinnen und Frauen vorbeikommen können. Eine große Fete wird es nicht geben, weil wir am 1. Januar zwei Trainingseinheiten haben. Es wird ein gemütliches Abendessen, Beisammensitzen und dann geht es – natürlich nach Mitternacht – ins Bett.“

Ihr seid 15 Spieler, erstmals neu dabei ist Michael Andrei (St-Nazaire/FRA). Gibt es eigentlich irgendwelche Aufnahme-Rituale bei euch?
Schöps: „Es gibt so kleine Rituale, die aber eher so jüngere Spieler erledigen müssen. Er ist ja schon ein bisschen älter, von daher wird er das wohl nicht machen müssen. Wir werden ihn – wie jeden – freundlich aufnehmen. Ich freue mich auf ihn, er hat super Statistiken in Frankreich, und ich finde es schön, dass man noch Spieler findet, die man eigentlich nicht kennt und die sich entwickeln und immer besser werden.“

Ihr hattet in diesem Jahr einige Umstellungen in der Mannschaft aufgrund von Pausen einiger etablierter Spieler und seid Siebter in der World League und Sechster bei der EM geworden. Zufrieden?
Schöps: „Es ist zufriedenstellend gewesen, wir haben uns mit vielen neuen Spielern als Mannschaft entwickelt. Es ist natürlich schade, dass wir im EM-Viertelfinale gegen Bulgarien nicht unsere Top-Leistung abgerufen haben, aber das Gesamtbild ist erfreulich. Wir müssen uns individuell und als Team weiterentwickeln, die Basics sind da.“

Was fehlt deiner Mannschaft noch, um auch mal ganz vorne zu landen, um letztlich um die Medaillen mitzuspielen?
Schöps: „Es geht darum, dass wir unsere Leistung zeigen. Das haben wir in der Vorrunde der EM gemacht. Was wir bisher noch nicht geschafft haben, ist diese Leistung auch in den ganz wichtigen Spielen abzurufen. Das geht nur über viel Training und viele wichtige Spiele. Wir hören nicht auf weiterzumachen.“

Bei der WM-Qualifikation in Ludwigsburg geht es noch nicht um die Medaillen, aber das Bestehen ist Grundvoraussetzung dafür. Wie wichtig ist das Turnier für die DVV-Männer insgesamt, aber auch für dich persönlich? Schließlich steigt die WM in Polen!
Schöps: „Ich würde liebend gerne in Polen spielen. Die Stimmung wird bombastisch-genial sein, die Hallen werden garantiert ausverkauft sein. Dementsprechend hoch ist die Motivation auch bei mir. Alle wissen, wie hoch der Stellenwert der WM-Qualifikation ist, um auch eine gute Ausgangslage für die Folgejahre zu haben. Es wird bestimmt kein Spaziergang, aber es ist auf jeden Fall machbar. Es hätte uns auch härter treffen können.“

Was kannst du zu den Gegnern Kroatien, Estland und Türkei sagen?
Schöps: „Es sind alles unangenehme Gegner. Man weiß nicht, mit welchen Spielern die Kroaten kommen und wie gut sie harmonieren. Bei den Esten kommt es auf die Tagesform an. Sie haben manchmal Tage, da treffen die Spieler alles, dann wird es schwer. Die Türken sind die stärkste Mannschaft, die auch schon auf mehreren Turnieren gute Leistungen gezeigt haben.“

Foto
Foto Conny Kurth: Jochen Schöps (2.v.r.) und die DVV-Männer gehen als Favorit in die WM-Qualifikation.

Was kann man in den knapp zwei Wochen bis zur WM-Qualifikation noch machen?
Schöps: „Es gibt keine Zeit für einen Kraftaufbau, es geht darum, die Mannschaft zu formen. Das Teamgefüge muss funktionieren, man muss mit dem arbeiten, was man hat. Es werden viele Spielformen sein, um die Abstimmung zu finden. Wir sollten mit einer guten Mischung aus Spaß und Konzentration in die Trainingseinheiten gehen.“

Ihr habt bei der Olympia-Qualifikation 2012 oder auch in der World League gegen Kuba und Russland stark vor eigenem Publikum gespielt. Was macht dieser Faktor im Hochleistungs-Volleyball aus?
Schöps: „Sehr wichtig! Das beste Beispiel sind die zwei Olympia-Qualifikationen in Deutschland. Die Zuschauer haben uns wirklich nach vorne gepeitscht und waren wirklich der berühmte siebte Mann. Dafür sind die zwei Turniere das beste Beispiel, wir haben enorm davon profitiert. Und deswegen hoffe ich auch in Ludwigsburg auf so viele Zuschauer wie möglich, die uns unterstützen.“

Und hast du noch Erinnerung an deinen Auftritt in Ludwigsburg gegen Brasilien vor drei Jahren?
Schöps: „Natürlich, die Brasilianer schlägt man nicht so oft, auch wenn ich damals nicht viel gespielt habe. Die Stimmung war damals super, ich hoffe auf eine ähnliche Atmosphäre, das hat damals viel Spaß gemacht.“

Abschließende Frage: Du bist in Schwenningen aufgewachsen, also nicht so weit weg von hier. Ist es etwas Besonderes für dich und die anderen Württemberger im Team, in der Region aufzuschlagen?
Schöps: „Auf jeden Fall! Es werden viele alte Freunde, Mitspieler und Familienangehörige kommen. Das wird auch bei den anderen so sein, es wird eine besondere Atmosphäre werden.“


Tickets – Sonderaktion für Fanclub-Mitglieder

Bereits ab 15 Euro (bzw. 10 Euro ermäßigt) können Volleyball-Fans bei der WM-Qualifikation europäischen Spitzen-Volleyball erleben. Und auch die günstigste Turnierkarte ist mit 45 Euro (25 Euro ermäßigt) zu stemmen. Und wer die deutsche Mannschaft nicht nur unterstützen möchte, sondern hautnah dabei sein will, der wird Mitglied im neugegründeten Fanclub Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft und profitiert von über 30% Rabatt auf die Tickets im Fanblock (nur über Ticketmaster). Tickets gibt es unter www.easyticket.de und www.ticketmaster.de (dort auch die Fanclub-Tickets).

Der deutsche Kader
Zuspiel: Lukas Kampa (Modena/ITA), Sebastian Kühner (BR Volleys)
Mittelblock: Marcus Böhme (Generali Haching), Tim Broshog (Moerser SC), Philipp Collin (Tours/FRA), Michael Andrei (St-Nazaire/FRA), Lukas Bauer (Sete/FRA)
Außenangriff: Denis Kaliberda (Piacenca/ITA), Björn Höhne (TV Ingersoll Bühl), Sebastian Schwarz (Generali Haching), Christian Fromm (Castello Pallavolo/ITA)
Diagonalangriff: Jochen Schöps (Rzeszow/POL), Georg Grozer (Belgorod/RUS)
Libero: Ferdinand Tille (Generali Haching), Markus Steuerwald (Paris/FRA)

Der Spielplan
03.01.2014: GER - CRO (15.30) / EST - TUR (18.30)
04.01.2014: GER - EST (17.00) / CRO - TUR (20.00)
05.01.2014: EST - CRO (14.00) / TUR - GER (17.00)


Alle Informationen zur WM-Qualifikation in Ludwigsburg