U18-EM (w): „Hammergruppe B“
Morgen hat das Warten für die U18-Auswahl von Trainer Jens Tietböhl endlich ein Ende. Denn dann beginnt die Europameisterschaft in Serbien und Montenegro vom 29. März bis 7. April. Gegner in Pool B werden dabei Gastgeber Serbien, Titelverteidiger Türkei, Russland, Frankreich und die Niederlande sein. Dabei erreichen nur der Tabellenerste und der Tabellenzweite das Halbfinale, welches in Montenegro stattfindet. Alle Fakten rund um die Europameisterschaft und die Gegner der deutschen Auswahl gibt es in einem kleinen „Info-Package“.
Alle Partien aus Pool I live auf laola1.tv anschauen – Alle Spiele aus Pool II (mit Deutschland) live auf www.eng.ossrb.org
Das Turnier: Seit 1995 werden die Europameisterschaften der U18 Mädchen in einem Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen. Angefangen mit acht Mannschaften, erfolgte 2005 die Aufstockung auf zwölf Teams. Insgesamt findet das Turnier zum zehnten Mal statt und hatte bis jetzt acht verschiedene Turniersieger, was die ausgeglichene Stärke in der Weltspitze zeigt (Italien, Russland, Polen, Kroatien, Ukraine, Deutschland, Belgien, Türkei). Einzig die Italienische Auswahl konnte das Turnier bisher zweimal gewinnen. 1995 gelang ihnen beim „Eröffnungsturnier“ mit einem 3:0-Erfolg gegen Russland der erste Streich, bevor sie sich 2001 erneut Europas Krone aufsetzen durften. Dabei gewannen sie mit 3:2 gegen Polen, das zwei Jahre zuvor seinen ersten Europameistertitel feiern durfte. Der Ausspruch „Zu Hause eine Macht“ kann bei der Europameisterschaft durchaus als zutreffend gewertet werden. Immerhin gelang bisher dreimal dem Gastgeber am Ende auch der Titelgewinn. Neben Polen (1999) schaffte dies bisher noch Kroatien (2003) und die Türkei (2011). Mit Serbien als Ausrichter und erfolgreichster Mannschaft der letzten drei Turniere könnte 2013 durchaus der vierte Erfolg folgen. Allerdings dürfte noch zu klären sein, ob ein serbischer Erfolg auch als „Heimerfolg“ gewertet werden kann, denn sowohl die Halbfinals, als auch das Spiel um Platz drei und das Finale werden in Montenegro ausgetragen.
Das deutsche Team: Im Pool II trifft die deutsche Auswahl auf sehr schwere Gegner, sodass ein Weiterkommen nicht automatisch gegeben ist, vielmehr schon als großer Erfolg gewertet werden sollte. Dabei kann sich auch die Bilanz der deutschen Mannschaft durchaus sehen lassen. Außer bei den ersten Turnieren 1997 und 1999 ist sie seit 2001 nämlich ein fester Bestandteil des EM-Turniers. 2007 gelang Team Deutschland mit einem 3:0-Erfolg über Serbien sogar der erste Titelgewinn in der Geschichte des DVV. 2001 und 2011 schrammten die Teams mit dem vierten Platz nur knapp am Podest vorbei. Bei allen anderen Teilnahmen platzierten sich die deutschen Teams am Ende nie schlechter als Platz sieben und können daher auf eine erfolgreiche Vergangenheit blicken. Zudem gehören sie mit 37 Spielen zu den erfahrensten Mannschaften in ihrer Gruppe. Auf mehr Spiele kommen nur die Russinnen, die die Statistik mit 39 Partien anführen.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
37 Spiele – 23 Siege – 14 Niederlagen
Die Gegner
Serbien (Gastgeber): Als Gastgeber waren die Serbinnen bereits qualifiziert und mussten nicht den Umweg über die Qualifikation nehmen. Diese hätten sie höchstwahrscheinlich auch ohne Probleme gemeistert, denn seit 2007 erreichten sie immer einen Platz unter den besten drei Teams. Besonders schmerzlich dürften ihnen aber jeweils die Turniere 2007 und 2009 in Erinnerung sein, denn dabei erreichten sie zweimal das Finale und scheiterten jeweils überraschend gegen Deutschland und Belgien. 2013 soll endlich der Titel her, auf den sie seit ihrer ersten Teilnahme im Jahr 2003 (damals noch Serbien & Montenegro) warten. Beeindruckend ist auch ihre Bilanz, die erst acht Niederlagen aufweist. Zwei davon gab es gegen Deutschland. Im EM-Finale 2007 und im Spiel um Platz drei 2011. Damit dürften sie vor allem in dieser Partie auf Revanche brennen.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
26 Spiele – 18 Siege – 8 Niederlagen
Bisherige Bilanz bei einer Europameisterschaft gegen Deutschland:
5 Spiele – 3 Siege – 2 Niederlagen
Türkei (Titelverteidiger): Die Türkei gehört noch zu den „jüngeren“ Mannschaften der EM-Historie. 2005 nahmen die Türkinnen das erste Mal teil und mussten sich am Ende mit dem zehnten Platz begnügen. Anscheinend nicht zufrieden mit diesem Ergebnis konnte sich die Mannschaft in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich steigern und erreichte den fünften und sechsten Platz sowie 2011 im eigenen Land den Titel. 2013 kann die Türkei als erste Mannschaft überhaupt den Titel verteidigen und zählt demzufolge auch zu den Favoriten. Gegen das deutsche Team hatten sie bisher nur einmal das Vergnügen bei einer EM zu spielen. 2009 trafen beide Teams aufeinander, bei dem sich die Türkei am Ende mit 3:2 durchsetzen konnte.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
21 Spiele – 12 Siege – 9 Niederlagen
Bisherige Bilanz bei einer Europameisterschaft gegen Deutschland:
Ein Spiel – ein Sieg
Russland: Im Gegensatz zur Türkei gehören die Russinnen schon zum Inventar der EM. Seit 1995 immer dabei, scheiterten sie 2011 das erste Mal überhaupt in der Qualifikation. Dadurch verschafften sie allerdings den Italienerinnen ungewollt einen eigenen Rekord: Denn damit waren sie als bislang einzige Nation bei allen EM-Endrunden mit dabei. Für Russland war die verpasste Endrunde allerdings auch eine logische Abfolge der Ereignisse in den letzten Jahren. Gehörten sie von 1995 bis 2005 noch zu den erfolgreichsten Nationen, u.a. gewannen sie 1997 den Europameistertitel und standen viermal auf dem Treppchen, erreichten sie 2007 nur den fünften und 2009 den neunten Platz. Mittlerweile scheinen sie aber wieder auf dem Weg zu alter Stärke, denn bei der Qualifikation zur diesjährigen EM lösten sie mit vier Siegen und einer Niederlage souverän ihr EM-Ticket. Die Niederlage erlitten sie in einem spannenden Fünf-Satz-Match gegen Dauerbrenner Italien. Alle anderen Partien wurden klar und mit nur einem Satzverlust gewonnen.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
39 Spiele – 25 Siege – 14 Niederlagen
Bisherige Bilanz bei einer Europameisterschaft gegen Deutschland:
2 Spiele – ein Sieg – eine Niederlage
Niederlande: Der bisher größte Erfolg des deutschen Nachbarn liegt mittlerweile 14 Jahre zurück. Damals holte das Team das bisher einzige Edelmetall, als sie den zweiten Platz erreichten und erst im Finale an Polen mit 0:3 scheiterten. Insgesamt sind sie zum vierten Mal bei einer Europameisterschaft dabei und nahmen zuletzt 2009 an dem Turnier im eigenen Land teil. Am Ende sprang nur ein enttäuschender 11. Platz heraus. In der Qualifikation für Serbien und Montenegro landeten sie allerdings vier Siege und eine Niederlage und haben sich die Teilnahme an der EM redlich verdient. Allerdings gehen sie in dieser Gruppe als „Underdog“ ins Rennen. Das Spiel gegen Deutschland wird ganz nebenbei auch ein besonderes werden: Denn bei einer EM-Endrunde trafen beide Teams noch nie aufeinander.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
14 Spiele – 6 Siege – 8 Niederlagen
Frankreich: Die Französinnen haben die mit Abstand wenigste EM-Erfahrung. Bisher waren erst einmal ein weibliches Jugendteam bei einer Europameisterschaft dabei (2007) und beendete nach einem Sieg gegen Tschechien (3:1) und vier Niederlagen das Turnier auf dem achten Platz. Anscheinend meinte es die Losfee auch 2013 nicht gut mit den Französinnen. Denn alle Niederlagen, die sie 2007 einstecken mussten, kassierten sie gegen Deutschland, Serbien, Türkei und die Niederlande – den Gruppengegnern 2013. In der Qualifikation für Serbien und Montenegro machten sie noch eine gute Figur, denn alle Spiele konnten gewonnen und dabei immerhin Mannschaften wie Aserbaidschan und Spanien geschlagen werden.
Die bisherige Bilanz bei Europameisterschaften:
5 Spiele – Ein Sieg – 4 Niederlagen
Bisherige Bilanz bei einer Europameisterschaft gegen Deutschland:
Ein Spiel – eine Niederlage