U18 EM: Deutschland wahrt die WM-Chance
Mit einem zum Schluss hart erkämpften 3:2-Sieg gegen Serbien hat sich die deutsche Mannschaft doch noch für die Zwischenrunde zur Europameisterschaft in Serbien und Montenegro qualifiziert und damit noch die Möglichkeit, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Thailand, die vom 23. Juli bis 5. August in der Stadt Nakhon Ratchasima stattfindet, zu erreichen. In einer engen Partie ließ das Team von Trainer Jens Tietböhl den Gastgeberinnen vor allem im ersten und zweiten Satz keine Chance, bevor die Serbinnen mit einer engagierten Leistung sich doch noch in den Tie-Break retten konnten.
Deutschland – Serbien 3:2 (25:18, 25:12, 24:26, 25:27, 15:7)
Bereits vor der Partie war klar, dass die deutsche Auswahl mindestens zwei Satzgewinne benötigte, um sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren, in der die Plätze fünf bis acht ausgespielt werden. Das ergaben die Ergebnisse der Russinnen, die schon am Nachmittag einen 3:1-Sieg über Frankreich bejubeln durften und das Endresultat der Türkei, die sich mit 3:0 gegen Deutschlands Hauptkonkurrenten Niederlande durchsetzen konnte. Dementsprechend groß war der Druck für die Mannschaft von Trainer Jens Tietböhl, der vor dem Spiel vor den starken Serbinnen warnte: „Wir werden alles versuchen, um unser Ziel zu erreichen. Allerdings ist das serbische Team eine sehr spielstarke Mannschaft und wir werden es schwer haben sie drei Sätze lang zu kontrollieren.“ Doch das gelang seinem Team vor allem in den ersten beiden Durchgängen nahezu perfekt. Die Serbinnen, die sich mit drei Siegen und einer Niederlage bereits vor dem Spiel gegen Deutschland für das Halbfinale qualifizieren konnten, begannen die Partie allerdings auch mit der zweiten Mannschaft. Und so machten einfache Annahmefehler in der Defensive und fehlende Durchschlagskraft im Angriff es der deutschen Mannschaft leicht, nach Sätzen 2:0 in Führung zu gehen. Allerdings war es auch die deutsche Mannschaft, die trotz des enormen Drucks, sich nicht aus der Ruhe bringen ließ und ihre Angriffe mit der nötigen Ruhe ausspielte, die zuletzt immer wieder abhanden gekommen war. Dabei sorgte vor allem das Trio Julia Schäfer (17 Punkte), Anne Hölzig (13 Punkte) und Steffi-Martha Kuhn (13 Punkte) für einen beruhigenden Vorsprung.
Serbien startet Aufholjagd
Auch im dritten Satz sah es lange Zeit nach einem souveränen Sieg der deutschen Auswahl aus, denn beim Stand von 16:8 fehlten ihnen lediglich neun Punkte, um das Match nach etwas mehr als einer Stunde zu entscheiden. Doch die Serbinnen wollten sich vor heimischem Publikum nach der 0:3-Niederlage gegen die Türkei am Vortag, nicht noch einmal aus der eigenen Halle schießen lassen, was sicherlich nicht die beste Voraussetzung für das Spiel im Halbfinale gewesen wäre. Auf deutscher Seite schien dagegen keiner mehr an eine Aufholjagd der Serbinnen zu glauben und so schlichen sich wieder einmal kleine Fehler ein, die den Gegner unnötig stark machten und den Ausgleich zum 21:21 ermöglichten. Mit dem Punkt zum 22:21 für Serbien und damit ihrer ersten Führung überhaupt im Spiel konnten sie tatsächlich noch den Satz für sich entscheiden und zum 2:1 verkürzen. Im vierten Durchgang entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, ganz so, wie es im Vorfeld der Partie eigentlich erwartet wurde. Das bessere Ende hatten am Ende wieder einmal die Serbinnen, die sich vor allem im Angriff erheblich steigerten und der deutschen Mannschaft so kaum einen geordneten Gegenangriff ermöglichte. Überschattet wurde der vierte Durchgang allerdings durch die Verletzung von Sophie Schubert, die bei einem Block mit Nadja Jäckle umknickte und nur noch humpelnd das Spielfeld verlassen konnte. Wie schwer die Verletzung ist, ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen. Letztendlich musste die deutsche Mannschaft wie gegen Russland in den Tie-Break, in dem sie sich am Ende ohne Probleme mit 15:7 durchsetzten konnte. Mit dem Sieg rückt die deutsche Auswahl in der Abschlusstabelle damit auf den dritten Rang vor, hinter Gruppensieger Türkei und Serbien, die sich über den Halbfinaleinzug freuen dürfen. Das nächste Spiel des deutschen Teams findet am 6. April in Montenegro statt. Gegner ist der Viertplatzierte der ersten Gruppe, welcher am 4. April, dem letzten Gruppenspieltag, ermittelt wird. Um sich für die Weltmeisterschaft in Thailand zu qualifizieren, muss die deutsche Auswahl am Ende mindestens den sechsten Platz erreichen.
Der EM-Kader:
Irina Kemmsies, Julia Schaefer, Wiebke Silge (alle BSP Münster), Sophie Schubert, Steffi Kuhn, Michelle Petter, Josephine Dörr (alle BSP Dresden), Anne Hölzig (BSP Berlin), Lene Scheuschner (BSP Schwerin), Luisa Sydlik (RPB Berlin), Sarah Thiele (MTV Stuttgart), Nadia Jäckle (TV Villingen)
Betreuerteam:
Jens Tietböhl (Bundestrainer)
Kostas Velentzas (Cotrainer)
Andreas Renneberg (Teammanager)
Stephan Kulhanek (Scout)
Tanja Dietel (Physiotherapie)
Melanie Brink (Physiotherapie)
Abschlusstabelle
1. Türkei - 5 Spiele - 5 Siege - 15 Punkte
2. Serbien - 5 Spiele - 3 Siege - 10 Punkte
3. Deutschland - 5 Spiele - 3 Siege - 7 Punkte
4. Russland - 5 Spiele - 2 Siege - 7 Punkte
5. Niederlande - 5 Spiele - 12 Siege - 6 Punkte
6. Frankreich - 5 Spiele - 0 Siege - 0 Punkte