Olympiasieger: Erste Stimmen zum Abschied von Jonas Reckermann
Die Nachricht vom Karriere-Ende von Jonas Reckermann am 10. Januar kam für die meisten unerwartet und schlug ein wie die berühmte „Bombe“. Einer der besten und erfolgreichsten Beach-Volleyballer aller Zeiten hört auf, einige seiner Weggefährten äußern sich in ersten Statements dazu (weitere folgen).
Julius Brink: „Sicherlich hätte ich es mir gewünscht, weiter mit Jonas an den Start zu gehen. Ich denke aber, dass es für alle in unserem Team eine harte, aber richtige Entscheidung war. Jonas kann auf eine wundervolle Karriere zurückgreifen. Wenn ich überlege dass er damals in der NRW-Landesauswahl an der Raststätte beim Pit-Stop vergessen wurde und was er heute für eine Persönlichkeit auf uns neben dem Platz ist - das ist schon phänomenal und ich habe allergrößten Respekt vor seiner Leistung. Rückblickend hat es mir natürlich verdammt viel Spaß gemacht mit ihm, ich hätte ohne ihn nie so erfolgreich spielen können und die Erfolge die wir errungen haben, hätte ich ohne ihn niemals feiern können. Es ist schön was aus ihm geworden ist, denn er war der Prototyp und der Beweis dafür, dass man sich im Leistungssport mit Professionalität und Ehrgeiz sehr viel erarbeiten kann. Er wird auch in Zukunft der Sportart verbunden bleiben und ich hoffe, dass er weiterhin Spass am Sport haben wird! Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute!“
Jürgen Wagner (Trainer): „Ein ganz großer Sportler und Beach-Volleyballer verlässt die Bühne! 12 außergewöhnliche Jahre durfte ich mit Jonas als Trainer verbringen und ihn vom jungen Spieler, der Leistungssport erlernen wollte, bis zur gewachsenen Persönlichkeit auf Augenhöhe, partnerschaftlich begleiten. Die beeindruckende Entwicklung, der gemeinsame Weg und die sensationellen Erfolge sind für mich und hoffentlich auch für ihn ein ganz großes Erlebnis und Geschenk. Jonas ist für mich der kompletteste und damit der beste Beach-Volleyballer der Welt!!! Ich werde freundschaftlich und mit großem Interesse seinen weiteren, sicherlich spannenden Weg beobachten!“
Lothar Linz (Teampsychologe): „Jonas ist sportlich wie auch neben dem Platz eine echte Persönlichkeit. So konsequent und klar er seiner Karriere im Sand nachgegangen ist, so klar und konsequent geht er auch jetzt mit dem Rücktritt um. Dafür gebührt ihm unser aller Respekt. Er wird uns natürlich als Spieler fehlen. Es war für mich ein Glück und eine Ehre, ihn die vergangenen Jahre begleiten zu dürfen, und das nicht nur wegen des goldenen Abschlusses. Ich bin dankbar, dass ich Teil des Teams Brink/Reckermann sein durfte und schaue mit Freude auf viele intensive Momente zurück. Für seinen weiteren Weg wünsche ich Jonas nur das Beste. Ich bin mir sicher, wir werden ihn weiter im Beachvolleyball sehen.“
Katrin Holtwick (Nationalspielerin): „Dass Jonas immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war ja vielen bekannt. Vielleicht war auch ein Karriereende absehbar, aber so kurzfristig war es dann doch sehr überraschend. Ich finde es sehr schade, da ich Jonas als Spieler und Mensch über die Jahre sehr schätzen gelernt habe! Mit dem Rücktritt von Jonas und Sara (Goller, Anm. d. Red.) entsteht nicht nur sportlich, sondern auch menschlich auf der Tour eine Lücke, die man gar nicht so schnell füllen kann. Ich werd beide vermissen. Dennoch ist es schön die Olympischen Spiele in London mit ihnen erlebt zu haben, vor allem natürlich die Gold-Medaille, aber auch die anderen Momente. Es war ein tolles Team! Ich wünsche Jonas für die Zukunft nur das Beste, bin mir aber sicher, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren!“
Sara Goller (ehemalige Nationalspielerin): „Ich freue mich sehr für Jonas, bin fast ein bisschen erleichtert für ihn. Es gibt überhaupt keinen Grund traurig zu sein. Er hat die letzten Jahre große Leidensfähigkeit bewiesen, die teilweise bewundernswert, teilweise auch mit Skepsis zu betrachten war. Wenn jetzt ein Punkt ist, an dem der Körper sich nicht nur mit Händen und Füßen, sondern nun auch noch mit Rücken wehrt, dann ist es höchste und auch beste Zeit, das jetzt mal zu akzeptieren. Er hat alles erreicht, hat Weggefährten, Beach-Volleyballfans, Volleyball in Deutschland, am Ende der ganzen Welt viel Freude gemacht und uns alle auch postolympisch mit seinen Auftritten stolz gemacht. Er ist gerade Papa geworden und hat ein neues, aufregendes und erfüllendes Leben vor sich.
Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass er dem Sport weiterhin erhalten bleibt und sehr gespannt, wer das Off-Court-Rennen um ihn gewinnt. Persönlich freue ich mich, meinen Ruhestand jetzt mit ihm feiern zu können. Wir haben uns schon für den Sommer an der Kölner Playa auf ein kühles Getränk im Liegestuhl verabredet, um Julius beim Training zuzuschauen. In diesem Sinne: AUF DIE RENTE!“
Der Rücktritt war natürlich auch großes Thema in den Medien. Das ZDF-Morgenmagazin berichtete am 11. Januar darüber und auch der Sportinformationsdienst mit einem Interview mit DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach.
Beitrag aus dem Morgenmagazin
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